Musiker Geoffrey Rich

„Als ob ein Windstoß kommt“

Während seiner Zeit bei „The Snappers“ hatte die in Stadthagen beheimatete Band eine Schallplatte aufgenommen, auf deren Cover auch Geoffrey Rich (hinten, links) zu sehen ist.

Während seiner Zeit bei „The Snappers“ hatte die in Stadthagen beheimatete Band eine Schallplatte aufgenommen, auf deren Cover auch Geoffrey Rich (hinten, links) zu sehen ist.

Krainhagen. Zunächst kam Rich zum Gitarrespielen, als junger Erwachsener dann zum Keyboardspielen. Zudem war ihm damals schnell klar geworden, dass er Profimusiker werden wollte – was nach einer erfolgreich absolvierten Ausbildung zum Schiffbauer auch so kam.

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Als Mitglied der professionellen Formation „The Honey Band“ spielte er 1967 in Großbritannien mit seiner Hammond-Orgel beispielsweise im Vorprogramm von Konzerten der Rockband „Pink Floyd“. Letztere hatte es zu jener Zeit mit ihrem Song „See Emily Play“ bereits auf Platz 17 der englischen Hitparade geschafft, bevor sie wenige Jahre später zu Weltruhm gelangte, erzählt Rich – nicht ohne noch zu erwähnen, dass „The Honey Band“ seinerzeit auch Vor-Band der Rockband „Small Faces“ war.

Auf Tour mit David Garrick

Ein besonderes Highlight des Jahres 1967 war für Rich schließlich, dass „The Honey Band“ als Begleitband mit dem britischen Popstar David Garrick auf eine fünfmonatige Konzerttournee gehen durfte, die durch Deutschland, Österreich, die Niederlande und Belgien führte. Garrick hatte unter anderem seinen Song „Dear Mrs. Applebee“ im Gepäck, der damals in den deutschen Single-Charts bis auf Platz eins kletterte und dort 22 Wochen lang rangierte.

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Bei den Konzerten mit Garrick habe man im Schnitt vor rund 8000 bis 10000 Zuschauern gespielt, erinnert sich Rich. In der Wiener Stadthalle seien es sogar rund 18000 Leute gewesen – was für ihn selbst als damals gerade 21 Jahre alter Keyboarder ein unglaubliches Erlebnis war. Denn immer, wenn diese große Zuschauermenge klatschte, hatte sich dies für ihn auf der Bühne so angefühlt, „als ob ein Windstoß kommt“.

„Übermäßig verdient habe ich in dieser Zeit allerdings nicht“, verrät Rich. Vielmehr sei es „gerade genug“ gewesen, „um davon zu leben und meine Hammond-Orgel zu bezahlen“. Aber aufs Geld sei es ihm trotz Profi-Musiker-Daseins auch nicht angekommen, sondern um die Auftritte an sich.

1968 nach Stadthagen

Im Frühjahr 1968 besuchte Rich erneut Deutschland, da er – nun mit einer anderen englischen Band – ein Engagement in einem Club („Savoy“) in Hannover gefunden hatte, wo sie abends regelmäßig auftraten. Über diesen Job ergab sich dann ein Kontakt zu einer im Schaumburger Land beheimateten Band namens „The Snappers“, die ihn gerne als Musiker haben wollte. Da „The Snappers“ auch überregional gefragt waren, sagte Rich zu und zog zum 1. Mai 1968 nach Stadthagen. Domizil der Band war das in der Kreisstadt gelegene „Hotel Niedersachsen“, konzertiert wurde in ganz Norddeutschland.

Ein Jahr blieb er bei dieser Band, bevor er nach Bad Eilsen umzog, wo er die folgenden fünf Jahre allerdings im Hauptberuf als Kellner arbeitete, um seinen Lebensunterhalt zu verdienen. Daneben machte er jedoch zweimal pro Woche als Alleinunterhalter im „Kurhotel Hiltrud“ (später „Kursanatorium Weserbergland“) Musik.

Heute ist Rich, der Anfang der achtziger Jahre auf den Beruf des Medizinischen Bademeisters und Masseurs umschulte, mit einer eigenen Praxis in Krainhagen selbstständig. Zuvor hatte er von 1985 bis 2007 ein solches Bade- und Massage-Institut in Bad Eilsen betrieben.

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Regelmäßig an der Hammond-Orgel

Die Musik habe er aber nie aufgegeben, betont Rich. „Denn ich mache ja „Musik aus Leidenschaft.“ Und so ist der jung gebliebene Wahl-Schaumburger eben immer noch regelmäßig mit einer seiner aktuell (nur noch) zwei Hammond-Orgeln unterwegs, um Menschen musikalisch zu unterhalten. Die Bandbreite der Termine reicht von geselligen Firmen- und Vereinsevents über Gigs in Gastronomiebetrieben bis hin zu großen Familienfeiern. Je nachdem, was von den jeweiligen Veranstaltern gewünscht wird, agiert er als Solokünstler (Keyboard und Gesang) oder zusammen mit befreundeten Musikerkollegen als Duo, Trio oder Band. Geboten wird ein breites Repertoire bekannter Songs der Genres Rock‘n‘Roll, West Coast Music, Rhythm& Blues, Soul und Pop.

Dass er von Großbritannien nach Deutschland übergesiedelt ist, bereut Rich übrigens nicht – ganz im Gegenteil. "Im Schaumburger Land habe ich mich sofort wie zu Hause gefühlt und gedacht: Hier bist du richtig", sagt der 72-Jährige. Dies auch, weil die hiesige Region der im Südosten Englands gelegenen Grafschaft Kent, in der er aufgewachsen ist, sowohl landschaftlich als auch von der Mentalität der Einwohner her "sehr ähnlich" sei. Das Schaumburger Land sei quasi "ein kleines Stück England mitten in Deutschland". Daher habe er sich damals als Neubürger auch nicht groß umstellen, sondern nur die deutsche Sprache erlernen müssen. wk

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