Therapie-Projekt

Emotionsschule für Kinder

Diana Kolb zeigt ein Bild ihrer Tochter, auf dem es um Gefühle geht

Diana Kolb zeigt ein Bild ihrer Tochter, auf dem es um Gefühle geht

Obernkirchen. Diana Kolb ist Pädagogin. Ihre Dissertation schrieb sie über eine neue Therapieform für Kinder mit „physiologischen und psychologischen Defiziten“. Was dabei herauskam, war das Konzept für eine Emotionsschule, die sie demnächst eröffnen will. Dabei geht es um Kinder, die sich selbst – in gewisser Weise – nicht richtig verstehen können, weil in ihrem Gefühlshaushalt etwas durcheinanderläuft. „Hochsensible Kinder werden oft von den Reizen aus ihrer Umgebung überflutet“, erklärt sie. „Das ist sehr stressig für sie, weil sie dann nicht einordnen können, warum sie gerade besonders traurig oder überdreht oder gereizt sind.“

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Gefahr der ADHS

Nicht umsonst erinnert diese Beschreibung an Kinder mit einer sogenannten Aufmerksamkeitsdefizit-/Hyperaktivitätsstörung (ADHS). „Hochsensibel zu sein, kann – wenn das niemand beachtet – zu ADHS führen und das Leben ziemlich erschweren“, so Kolb. „Ich weiß das ja von mir selbst.“ Als ihr im Zuge der Trennung von ihrem Mann klar wurde, dass auch sie zu den 15 bis 20 Prozent hochsensiblen Menschen in der Bevölkerung gehört, habe sie endlich begriffen, warum sie es oft mit dafür typischen Lebensproblemen zu tun hatte. „Hochsensible Menschen haben auch Schwierigkeiten damit, sich von anderen Menschen abzugrenzen, und vergessen dabei ihre eigenen Gefühlsbedürfnisse.“ Deswegen bestehe gerade bei ihnen die Gefahr, dass sie sich von ihrem psychologischen Gegenstück, den Narzissten, ausnutzen lassen. In ihrem Buch „Empathin trennt sich von Narzissten“, das Mitte September im jungen Verlag Dielus Edition erscheint, erzählt sie von so einer fatalen Beziehung.

Die Auseinandersetzung mit ihrer eigenen Hochsensibilität hat ihr den Weg zum Konzept der Emotionsschule eröffnet. Dabei musste sie nicht ganz von vorn beginnen, sondern bringt alle Voraussetzungen bereits aus ihrem vorherigen Berufsleben mit: Kolb ist Theaterpädagogin, war Sozialarbeiterin in Kinder- und Jugendhilfe-Einrichtungen, sie ist Sport- und Erlebnistherapeutin, zudem selbstständige Künstlerin. Und wer zu Beginn des Jahres ihren schillernden Auftritt im „Mikrofon“ gesehen hat, weiß, wie sie andere Menschen mit ihrer Energie anstecken kann.

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„Hochsensible Kinder brauchen klare Strukturen"

Im Moment überzeugt sie die Ärzte und Jugendeinrichtungen im Umland von ihrem Konzept. Die Emotionsschule spricht Kinder ab dem Grundschulalter an, bei denen sich zeigt, dass sie das Potenzial, das in ihnen schlummert, nicht wirklich nutzen können. "Hochsensible Kinder brauchen klare Strukturen, um der Reizüberflutung etwas entgegensetzen zu können", sagt sie. Sie ist sicher, dass sie solchen Kindern helfen kann, durch eine Vielzahl von Angeboten rund um Waldpädagogik, Theaterspiel, Sport und Malerei darin unterstützen kann, ihre eigene Mitte zu finden. Noch sucht Kolb dafür geeignete Räumlichkeiten in Obernkirchen oder Bückeburg. cok

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