Obernkirchen /<wbr> Weltreise

Erst Kapstadt, dann drei Monate rund um die Welt

Weihnachten bei knapp 40 Grad: Das Fest feierte Jan Römmert in der malerischen Wüste in Namibia.

Weihnachten bei knapp 40 Grad: Das Fest feierte Jan Römmert in der malerischen Wüste in Namibia.

Von André Zuschlag

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Obernkirchen. Als dann plötzlich ein paar Steine durch die Luft fliegen und Wasserwerfer in die Menschentraube gerichtet werden, da kommt schon ein bisschen Panik in ihm hoch. "Da ich nicht verstehen konnte, was die Leute die ganze Zeit riefen, wusste ich überhaupt nicht, was dort los war", so der 20-Jährige. Erst als er der Menschenmasse entkommen kann, erfährt er, dass er inmitten einer Demonstration für die Rückgabe der Falklandinseln von Großbritannien an Argentinien stand.

 Eine Menge weiterer unterhaltsamer Geschichten wird Römmert wohl zu erzählen haben, wenn er Ende Juni wieder nach Obernkirchen zurückkehrt. Dann liegen hinter ihm neun Monate, die ihn über Kapstadt, Buenos Aires, Rio de Janeiro und weiter nach Sidney, Bangkok und Dubai geführt haben werden. All diese Städte wird der 20-Jährige seit September letzten Jahres zusammen mit einem Freund bereist haben: „Die vielen tollen Eindrücke, die ich bis jetzt schon gesehen habe, sind unvergleichlich.“ Ein paar werden in den nächsten Wochen wohl noch dazu kommen.

 Die ersten sechs Monate verbrachte Römmert, der im vergangenen Jahr am Adolfinum in Bückeburg sein Abitur machte, im südafrikanischen Kapstadt. Dort besuchte er eine englische Sprachschule und lebte währenddessen in einer muslimischen Gastfamilie: „Vier Generationen in einem Haus, dazu noch zwei weitere Sprachschüler aus Dubai und Argentinien. Da war zu Hause immer was los.“

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 Schon aus diesem Grund sei es besonders interessant gewesen, mit Einheimischen zusammenzuleben. Dadurch hat er einen interessanten Einblick in das normale Leben der Südafrikaner bekommen, beschreibt Römmert. Was er von seiner Reise mitnehmen wird, das weiß er jetzt schon: Neben den erworbenen Englischkenntnissen weiß er nun das Leben in Deutschland besonders zu schätzen: „Da gibt es schon teilweise gravierende Unterschiede im Lebensstandard.“

 Trotz Schule reiste er aber dennoch auch schon in Südafrika viel herum. Weihnachten verbrachte er bei knapp 40 Grad Celsius in der Wüste Namibias, am Ende der sechs Monate ging es über die berühmte „Garden Route“ nach Mosambik. Dort hatten er und sein Freund eine Reifenpanne.

 „Wir waren mitten in Nichts, als auf einmal ein Afrikaner auftauchte und uns half, den Reifen wieder zu reparieren“, beschreibt Römmert eine Situation und weist damit daraufhin, wie freundlich und zuvorkommend die vielen Menschen seien, die er schon kennengelernt hat.

 Von Johannesburg aus ging es Richtung Südamerika. Zunächst Argentinien, dann Brasilien. Eine genaue Reiseroute haben er und sein Begleiter nicht. „Wir haben zwar schon im Vorfeld die Flüge vom einen Kontinent zum anderen gebucht. Was wir innerhalb dieser Zeit dann vor Ort unternehmen, entscheiden wir recht spontan.“ In Brasilien ging es dann auch mal eben für ein paar Tage in den Regenwald, inklusive giftiger Schlangen, Faultiere und allerlei unbekannter Insekten. „Faszinierend, wie die Menschen dort im Einklang mit der Natur leben“, so sein Fazit am Ende des Ausflugs.

 Nach dreieinhalb Wochen in Südamerika war das nächste Ziel dann Australien. Dort befindet sich Römmert derzeit noch für die nächsten zwei Wochen. Nachdem Sidney ausgiebig erforscht wurde, sind die beiden derzeit mit einem Van entlang der Westküste Australiens in nördlicher Richtung unterwegs: „Zwar sind wir oft in den großen Städten, aber am meisten Spaß macht das Erkunden der Landschaften.“

 Um sich den Traum einer Weltreise zu erfüllen, hat sich Jan Römmert noch während des Abiturs einen Job besorgt, um die Reisen zu finanzieren. Was ihm an Kleingeld noch fehlte, da sprangen seine Eltern ein und unterstützten ihn.

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 Dass er trotzdem versucht, möglichst wenig Geld auszugeben, wird klar, wenn er seine Schlafplätze beschreibt. „Bei Ausflügen in Afrika haben wir ganz oft einfach ein Zelt aufgebaut und in Südamerika schliefen wir meistens in einem Sechs- bis Acht-Betten-Zimmer im Hostel. Jetzt probieren wir mal aus, wie es sich so im Auto schläft“, erklärt der 20-Jährige, der nach seiner Reise nun ein duales Studium zum Wirtschaftsingenieur anfangen möchte.

 Bis zum Abitur war ihm nämlich noch nicht klar, was er beruflich einmal machen möchte. Deshalb entschied er sich für den Auslandsaufenthalt. Außerdem glaubt er, dass man – außer nach dem Schulabschluss – später wohl keine Zeit mehr finden wird, so ein ausgedehntes Abenteuer zu unternehmen.

 Am 30. Juni wird der Hannover-96-Fan, der in Kapstadt und all den anderen Städten die Spiele seiner Lieblingsmannschaft am Fernseher oder über das Internet verfolgte, dann schon wieder in Obernkirchen sein. Einerseits schade, findet er, weil es für ihn eine große Erfahrung war. Allerdings freut er sich auch schon, seine Familie und Freunde wiederzusehen. Auch das einfache deutsche Schwarzbrot vermisst er, nachdem es neun Monate fast ausschließlich Weißbrot gab.

 Zuvor geht es Ende Mai aber zunächst weiter nach Südostasien. Welche Länder er dort bereisen wird, steht noch ganz nicht fest. Außer an seinem Geburtstag am 14. Juni, da will er in Bangkok feiern.

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