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Wüstensand als wertvoller Baustoff

Experten besichtigten die Steinbrüche

In mehreren Schichten liegt in dieser Felswand der Obernkirchener Sandstein, der ohne Sprengungen abgebaut wird.

Obernkirchen. Zum Abschluss des von der Historischen Kommission des Landschaftsverbandes Westfalen-Lippe in Obernkirchen ausgerichteten Workshops hat es eine Besichtigungsfahrt zu den Steinbrüchen auf dem Bückeberg gegeben. Dieser Bereich gehört zu den historisch bedeutsamsten Stätten im Schaumburger Land. Dort wurde der Obernkirchener Sandstein schon vor Hunderten von Jahren abgebaut.

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Sandstein hat weltweit guten Ruf erlangt

Viele bedeutende Bauten und vor allem auch Kirchen sind aus diesem witterungsbeständigen und hochwertigen Baumaterial gefertigt worden. Deshalb hat dieses heimische Produkt nicht nur in Europa, sondern auch weltweit einen guten Ruf erlangt. In Norddeutschland und Skandinavien sprach man meistens vom „Bremer Stein“, weil die bearbeiteten Blöcke mit Weserschiffen bis nach Bremen transportiert wurden. Von dort aus wurden sie in viele Länder der Welt verteilt.

Es ist schon ein besonderes Gefühl, vor den Abbruchkanten im Bückeberg zu stehen, wenn man weiß, dass dieses Gestein wahrscheinlich aus den Sandschichten besteht, die einst von Afrika herübergeweht sind. Paläontologen haben nämlich festgestellt, dass sich die Region des Bückeberges einst – vor vielen Millionen Jahren – etwa auf Höhe des heutigen Sizilien befand. So ist die Nähe zu dem „Schwarzen Kontinent“ erklärbar.

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Oberhalb der steinernen Erdschichten befanden sich früher Lagunen, in denen subtropisches Klima herrschte. Das war auch die Zeit, in der die größten Tiere die Erde bevölkerten. Spuren der Dinosaurier wurden bekanntlich auch im Bereich der Obernkirchener Sandsteinbrüche gefunden und sind seit einem Jahrzehnt Ziel zahlreicher Besucher.

Seit dem elften Jahrhundert wird Sandstein hier abgebaut

Der Bückeberg befand sich einst in der Küstenregion eines Kreidemeeres. Darauf lassen auch die Einschlüsse von Muscheln im Gestein schließen. Der besonders feinkörnige Obernkirchener Sandstein wird nach urkundlichen Belegen schon seit dem elften Jahrhundert abgebaut.

Sprengungen sind dafür nicht erforderlich. Der Abbau erfolgt vom Kamm des Berges in rund 300 Metern Höhe schichtweise durch Radlader, die sich von oben nach unten durch die unterschiedlich dicken Schichten arbeiten. Auf dem Werksgelände lagern die auf diese Weise gewonnenen tonnenschweren Brocken. Sie werden in einer großen Anlage auf die Größen zugeschnitten, die sich in den Werkstätten am Rande der Bergstadt gut weiterverarbeiten lassen. Die Besucher des Workshops konnten vor Ort unter anderem ein kreisrundes Sägeblatt von drei Metern Durchmesser bewundern, das an den Kanten speziell mit Industriediamanten für diese Arbeit angefertigt wurde.

Die Workshop-Teilnehmer bekamen unter anderem eingeschweißte Paletten zu sehen, auf denen sich Material für den Bau von Trockenmauern befindet. Interessant zu hören war für sie auch, dass auf diesem Werksgelände kein Abfall entsteht. Blöcke, die mit Einschlüssen versehen sind, werden entweder zu Pflastersteinen für Feldwege verarbeitet oder zu Schotter und Splitt.

von Siegfried Klein

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