Obernkirchen / Insolvenz

Firma Wenig vor dem Aus

Was im Internet einen großen Fuhrpark widerspiegelt, entspricht laut Insolvenzverwalter nicht so ganz der Realität. Die große Frage ist, was aus den Baustellen wird, die die Firma Wenig in der Stadt, etwa am Höheweg (rechtes Bild), angefangen hat.

Was im Internet einen großen Fuhrpark widerspiegelt, entspricht laut Insolvenzverwalter nicht so ganz der Realität. Die große Frage ist, was aus den Baustellen wird, die die Firma Wenig in der Stadt, etwa am Höheweg (rechtes Bild), angefangen hat.

Obernkirchen (rnk). Nach Auskunft des vorläufigen Insolvenzverwalters Wandel ist das Obernkirchener Unternehmen in den vergangenen Jahren in eine "erhebliche wirtschaftliche Schieflage" geraten. Die Verbindlichkeiten würden sich auf einen Betrag im höheren sechsstelligen Bereich belaufen.

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Das mittelständische Unternehmen, das sich auf die Ausführung von Tief- und Straßenbau-Maßnahmen spezialisiert hat, wurde 2006 in der jetzigen Form gegründet und verfügte zum Zeitpunkt der Antragstellung über rund 20 Mitarbeiter. Bei einer Betriebsversammlung Ende der zurückliegenden Woche wurden die Mitarbeiter durch die Geschäftsführung und den vorläufigen Insolvenzverwalter über die aktuellen Entwicklungen informiert. Nach hiesigen Informationen gab es daraufhin eine Reihe von Kündigungen vonseiten der Mitarbeiter, um sofort die Möglichkeit zu nutzen, die bis dahin entstandenen Lohnausfällle durch das Insolvenzausfallgeld, das maximal für drei Monate gezahlt wird, abzufedern.

Wandel prüft als vorläufiger Insolvenzverwalter, ob ausreichend Masse vorhanden ist, damit das Insolvenzverfahren über die Firma J. P. Wenig GmbH & Co. KG eröffnet werden kann.

Es ist eine Firma mit Licht und Schatten, lässt Wandel durchblicken, die er am vergangenen Mittwoch übernommen hat. So präsentiert sich die Firma Wenig auf ihren Internetseiten von der allerbesten Seite, mit einem Fuhrpark, der bei der Auflistung kein Ende nehmen will: Mobilbagger, Kettenbagger, Radlader, Planierraupe, Asphaltwalzen und Erdbauwalzen, Asphaltfertiger, Asphaltfräsen (mit Frontladeband), Bitumenspritzwagen, Pflasterverlegemaschine, Lastwagen, Transporter, sieben Rüttelstampfer, neun Rüttelplatten, Absperrmaterial, Baustellenampeln, sechs Materialcontainer, zwei Bauwagen und drei Notstromaggregate sind dort unter anderem aufgeführt.

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Auch Insolvenzverwalter Wandel hat sich nach dem ersten Blick auf die Internetseiten gefreut: „Endlich mal Masse – und alles vor Ort.“ Diese Illusion hat er schnell verloren, denn die Wahrheit ist bitter und sieht so aus: „Es gibt fast nichts“, fast alles sei schon übereignet oder abgetreten. Die Firma habe versucht, „Größe zu demonstrieren“.

Die genauen Gründe, warum das Unternehmen gezwungen war, einen Insolvenzantrag zu stellen, sind noch nicht geklärt. Es gilt zu prüfen, ob dieses im Wesentlichen auf die sehr langen und strengen Winter der vergangenen beiden Jahre zurückzuführen ist, oder ob auch andere Faktoren, beispielsweise bei der Kalkulation größerer Baustellen, eine Rolle gespielt haben. Zumindest einmal, so formuliert es Wandel, habe die Firma „im letzten Jahr richtig daneben gehauen“.

Wandel hat bereits erste Gespräche mit Auftraggebern geführt, wie etwa dem Straßenbauamt Nienburg und der Stadt Obernkirchen. Dort sei herauszuhören gewesen, dass man mit der Schuldnerin gerne und vertrauensvoll zusammengearbeitet habe und die Arbeiten im Wesentlichen verlässlich und vernünftig ausgeführt worden seien. Derzeit leidet der Geschäftsbetrieb unter der Wetterlage. Bereits begonnene kleinere und größere Aufträge können nicht abgearbeitet werden, solange der Untergrund nicht nachhaltig frostfrei ist.

Die spannende Frage ist nun, wie es weitergeht. Dies betrifft natürlich auch die bereits offenen Baustellen, die nach entsprechender Wetterlage von der Firma Wenig noch abzuarbeiten wären. Laut Wandel ist durchaus denkbar, dass die Krise des Unternehmens bei einem milden Winter nicht in der jetzigen Form eingetreten wäre, da grundsätzlich eine recht gute Auftragslage vorhanden zu sein scheint.

Derzeit werden verschiedene Gespräche mit möglichen Interessenten genauso geführt, wie intensive Überlegungen angestellt, ob und – wenn ja – in welcher Form das Unternehmen und damit die noch bestehenden Arbeitsverhältnisse gerettet werden können.

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