Selbsthilfe bei Multipler Sklerose

Jeder Tag sieht anders aus

Ursula Brinkmann (links) und Kerstin Aumann leiten die MS-Selbsthilfegruppe Schaumburg.

Ursula Brinkmann (links) und Kerstin Aumann leiten die MS-Selbsthilfegruppe Schaumburg.

Gelldorf. Fies ist die Erkrankung, weil sie vielfältige Funktionsstörungen der Nerven zur Folge haben kann: Störungen, des Gesichts, Zittern, Sprachstörungen. Und man fühlt sich müde, schlapp, ohne Energie. „Man kann“, so formuliert es Kerstin Aumann, „keine Pläne machen.“ Sich einfach mal vornehmen, morgen einkaufen zu gehen, das gehe nicht: „Denn für MS-Kranke sieht jeder Tag anders aus.“

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Aumann ist Leiterin der MS- Selbsthilfegruppe Schaumburg, zusammen mit Ursula Brinkmann. Anlässlich des neunten Welt-MS-Tages treffen sich die Gruppenmitglieder im Hofcafé Eggelmann in Gelldorf. Man sitzt zusammen bei Kaffee und Kuchen, man diskutiert, eine Autorin liest vor. Wenn man Aumann fragt, was sich in den vergangenen zehn Jahren aus Sicht der MS-Erkrankten verschlechtert habe, muss sie nicht lange überlegen: Viele Erkrankte zögen sich ihre Informationen heute aus dem Internet, das reiche ihnen aus, sagt sie. „Und sie gehen dann nicht zu den Treffen.“ Viele suchten zudem in Internetforen nach anderen Erkrankten, um sich auszutauschen. „In vielen Foren wird sich dann aber nur gegenseitig bemitleidet und über die Erkrankung gejammert.“ Und das, sagt Aumann, sei in der MS-Selbsthilfegruppe anders, und zwar ganz anders: „Wir ziehen uns aus dem Loch hoch.“

"Der gesunde Partner hat es nicht immer leicht"

Die Gemeinschaft sei wichtig: Mal miteinander reden und sich dabei in die Augen schauen. „Man weiß ja, wie es ist, wenn der andere erzählt, dass eigentlich zu Hause ein Ausflug vorgesehen war und man sich dann doch so schlapp fühlte, dass es nicht ging, und der Lebenspartner nur seufzt: Schon wieder. Der gesunde Partner hat es nicht immer leicht“, gibt Aumann sofort zu: „Wir sind launisch.“ Die Gruppe fange auf, sagt Aumann, gerade nach der Diagnose, die ja schnell stehe und jede Menge Fragen aufwerfe, etwa diese: Kann man noch Kinder bekommen? Ja.

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„Generell“, sagt Aumann, „ist mit einer MS-Erkrankung alles machbar, wenn man den richtigen Neurologen hat.“ Man könne sie beherrschen, diese Krankheit mit den 1000 Gesichtern, sagt Aumann. „Und man kann die Schübe, in denen die Symptome auftreten, verringern.“

Noch immer ist Multiple Sklerose eine Krankheit, deren Ursache noch nicht bekannt ist. Das bedeutet, dass eine ursächliche Therapie nicht möglich ist. Aber Folge- und Begleiterscheinungen können medizinisch günstig beeinflusst werden. Aumann und Brinkmann verweisen außer auf die ärztlichen Behandlungen auf Krankengymnastik und Bewegung in jeder Form: "Das hilft", so Brinkmann. Die Schaumburger MS-Selbsthilfegruppe trifft sich an jeden zweiten Mittwoch im Monat ab 16 Uhr im Gelldorfer Hofcafé Eggelmann. rnk

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