Obernkirchen / Nabu-Ortsgruppe

Nur Pilze essen, die definitiv essbar sind

Die Pilzsachverständige Tanja Böhning (links) und Bettina Wawrok, angehender „Pilz-Coach“, (rechts) präsentieren einen Teil der mit den Seminarteilnehmern gesammelten Pilze, wobei in ihren Körben auch giftige Arten zu finden sind.

Die Pilzsachverständige Tanja Böhning (links) und Bettina Wawrok, angehender „Pilz-Coach“, (rechts) präsentieren einen Teil der mit den Seminarteilnehmern gesammelten Pilze, wobei in ihren Körben auch giftige Arten zu finden sind.

Obernkirchen. Auf dem Programm standen Exkursionen auf den bewaldeten Bückeberg, wo die Teilnehmer unter fachkundiger Führung der in Jena lebenden Pilzsachverständigen Tanja Böhning auf die Suche nach den kleinen „Schirmträgern“ gingen. Die Funde wurden dann noch vor Ort anhand individueller Merkmale sowie unter Berücksichtigung von Lebensraum und Jahreszeit bestimmt.

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Bei den für den Verzehr vorgesehenen Speisepilzen wies die Expertin selbstverständlich auch auf die oftmals bestehende Verwechselungsgefahr mit zum Teil frappierend ähnlich aussehenden Giftpilzen hin: Von den mehr als 5000 in Deutschland vorkommenden Großpilzarten, seien zwar nur rund 100 Arten essbar, andererseits gebe es aber auch nur „ganz wenige wirklich tödliche Pilze“, erklärte Böhning. Die breite Masse sei dagegen lediglich ungenießbar respektive schwach giftig, was beispielsweise zu Erbrechen und Durchfall, mitunter allerdings auch zu Organschäden führen könne. Insofern riet sie, stets nur solche Pilze zu sammeln, bei denen man sich absolut sicher sei, dass es sich tatsächlich um Speisepilze handelt. Wobei man sich aber auch nicht allein auf die Beschreibungen und Abbildungen in Bestimmungsbüchern verlassen sollte. Immer wieder komme es beispielsweise vor, dass insbesondere nach Deutschland übergesiedelte Osteuropäer den tödlich giftigen Grünen Knollenblätterpilz mit dem in deren früherer Heimat zu findenden genießbaren Gelben Knollenblätterpilz verwechseln, weil man den ähnlich aussehenden Giftpilz in Osteuropa aufgrund fehlenden Vorkommens nicht kennt, berichtete die Fachbuchautorin und Pilz-Illustratorin.

 Gängige Irrtümer seitens der hiesigen Pilzsammler seien unter anderem aber auch die Verwechselung von Pfifferlingen (essbar) mit dem Spitzgebuckelten Rauhkopf (giftig) oder dem Ölbaumtrichterling (sehr giftig), der sich derzeit vom Süden her in Niedersachsen ausbreitet. Ebenso die Verwechselung von Stockschwämmchen (essbar) mit dem – die Lebensgefahr bereits im Namen tragenden – Gifthäubling.

 „Die meisten Pilzvergiftungen werden jedoch immer noch durch den Verzehr verdorbener Pilze verursacht“, betonte Böhning. Beim Sammeln seien daher offene Körbe zu verwenden, da in Plastiktüten transportierte Speisepilze schnell verderben und dabei gesundheitsgefährliche Toxine entstehen können.

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Aus diesem Grund sollte man beim Kauf von Pilzen unbedingt darauf achten, dass diese in einem Kühlregal gelagert werden und nicht in Folie verpackt sind, ergänzt das Nabu-Mitglied Bettina Wawrok, die bei der Deutschen Gesellschaft für Mykologie (www.dgfm-ev.de) gerade eine Ausbildung zum "Pilz-Coach" absolviert. Die Idee hinter dieser Qualifikation: "Pilz-Coaches" sollen Gruppenleitern, Lehrern und Interessierten vermitteln, wie man auch ohne viel Artenkenntnis Pilze gefahrlos nutzen kann. Und zwar zum Färben, zur Papierherstellung, zum Feuermachen und – bei "sicheren" Arten – eben auch zum Essen. wk

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