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Neumarktstraße

Obernkirchen diskutiert über ein Tempolimit

Derzeit gilt an der Neumarktstraße Tempo 50 – „zu viel“, sagt Thomas Stübke von den Grünen. Eine Reduzierung auf 30 Stundenkilometer würde für weniger Lärm sorgen – und für ein besseres Miteinander von Autos und Radfahrern. Das sehen nicht alle Ratsmitglieder so.

Derzeit gilt an der Neumarktstraße Tempo 50 – „zu viel“, findet Thomas Stübke von den Grünen.

Obernkirchen. Der Verkehrslärm an der Neumarktstraße beschäftigt nicht nur die Anwohner, sondern neuerdings auch die Politiker. Beim Aufstellen des Bebauungsplanes „O29 Twegte“ musste die Stadt ein Lärmgutachten in Auftrag geben. Das fiel „beunruhigend“ aus, meint Kommunalpolitiker Thomas Stübke (Grüne).

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Gefahr für die Gesundheit?

Die Ingenieure fanden nämlich heraus, dass die Lautstärke tagsüber an der viel befahrenen Neumarktstraße bei 69,5 Dezibel liegt. Ab einem Wert von tagsüber über 70 Dezibel ist die Schwelle zur Gesundheitsgefahr überschritten. Nachts liegt der Wert bei 60 Dezibel; auf der Neumarktstraße wurde nachts ein Wert von 59,5 Dezibel gemessen. Die gemessenen Werte unterschreiten damit in beiden Fällen die Grenzwerte nur knapp mit 0,5 Dezibel.

„Hier muss man dennoch etwas tun“, ist sich Stübke sicher. Der Orientierungswert von am Tage 60 und in der Nacht 50 Dezibel ist deutlich überschritten. „Das bedeutet für Bauherrn, wenn sie hier neu bauen, dass sie Schallschutzmaßnahmen ergreifen müssen“, sagt Bauamtsleiter Norbert Eßmann. Diese könnten zum Beispiel Schallschutzfenster sein. „Aber auch die Schlafräume oder Balkone und Terrassen dürfen nicht zur Lärmquelle hin ausgerichtet werden“, zeigt Eßmann Konsequenzen auf.

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Stübke will diese Einschränkungen verhindern – durch eine Geschwindigkeitsreduzierung in der Neumarktstraße. „Wenn wir es schaffen, den Lärm durch ein Tempolimit zu senken, dann haben wir nur wenige Einschränkungen an den Häusern und für die Bewohner“, sagt Stübke. Gerade nach Süden und Westen könnten Terrassen und Balkone jedoch nicht ausgerichtet werden. Dumm, denn: „Das schließt gerade die Bereiche aus, wo man normalerweise derartige Aufenthaltsbereiche baut“, sagt Stübke.

Tempolimit: Nicht alle teilen diesen Vorschlag

Die Idee eines möglichen Tempo-Limits sorgt im Bauausschuss für Diskussion. Die Politiker sind geteilter Meinung. Stübke schlägt eine Reduzierung des Geschwindigkeitslimits auf 30 Stundenkilometer vor. „Das würde auch dafür sorgen, dass es zu einem besseren Miteinander zwischen Auto- und Radfahrern kommt“, sagt Stübke.

Derzeit gilt an der Neumarktstraße Tempo 50. Eine Verkehrszählung ergab, dass zwischen 6120 und 6154 Fahrzeuge – meist Autos – über die Neumarktstraße rollen – und das täglich.

Horst Sassenberg (CDU) ist gegen eine Tempo-Begrenzung: „Die Neumarktstraße ist eine Landesstraße und ein Tempo-Limit von 30 Stundenkilometern ist einer Landesstraße nicht würdig.“ Zudem habe er bisher von Anwohnern keine Klagen über die Lautstärke gehört. Wilhelm Mevert (SPD) brachte ein Nachtfahrverbot für Lastwagen ins Spiel. Schließlich sei Lärmschutz gerade in der Nacht wichtig.

Sassenberg hält auch das für unnötig. „So viele Lastwagen fahren nachts gar nicht, dass sich das lohnt.“ Seine Sorge ist, dass sich die schweren Lastwagen dann andere Wege durch die Stadt suchen. „Mit einem Fahrverbot würden wir nur neue Probleme an anderen Stellen schaffen“, ist er sich sicher. Ein Nachtfahrverbot, findet Stübke hingegen, sei immerhin ein Anfang. „Dann aber für alle Fahrzeuge und nicht nur Lastwagen."

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von Leonhard Behmann

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