Ehemalige Aldi-Filiale in Obernkirchen soll umgebaut werden

„Wünsch Dir was“ im Mehrzweckhaus

Der von Architekt Oliver Harmening erstellte Entwurf sieht einen multifunktionalen Trainingsraum nebst Umkleide- und Sanitärräumen (blau) sowie eine Nutzung als Jugendzentrum (grün) vor.

Der von Architekt Oliver Harmening erstellte Entwurf sieht einen multifunktionalen Trainingsraum nebst Umkleide- und Sanitärräumen (blau) sowie eine Nutzung als Jugendzentrum (grün) vor.

Obernkirchen. Aufgefordert, entsprechende Ideen und vielleicht sogar schon konkrete Bedarfe kundzutun, waren Vertreter der Vereine. Dabei konnte jedoch jeder Bürger konstruktive Gedanken für eine dem Gemeinwohl dienende Nutzung der als Mehrzweckhaus gedachten Immobilie machen.

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Hintergrund ist, dass die Verwaltung frühzeitig wissen möchte, in welche Richtung der Umbau des von der Obernkirchener Stadtentwicklungs- und Beteiligungsgesellschaft mbH (OSB) erworbenen Objektes gehen soll: Spezielle Wünsche der späteren Nutzer, die Raumaufteilung, die Bodenbeläge oder die technische Ausstattung des Gebäudes betreffend, wolle man nach Möglichkeit gerne berücksichtigen, damit nicht am Bedarf vorbeigeplant werde, erklärte Bürgermeister Oliver Schäfer. „Im Grunde sind wir also bei ,Wünsch Dir was!‘“ Gleichwohl könne man in Sachen Mehrzweckhaus „nicht nur schenken“, schränkte er ein. Denn letzten Endes sei es immer auch eine Frage des Geldes, welche Wünsche man erfüllen könne.

Genaue Vorstellungen hinsichtlich einer Nutzung durch „seine“ Judoka präsentierte Olaf Quest, der derzeit noch die Judo-Sparte des MTV Obernkirchen leitet, die demnächst aber mit einem bereits gegründeten und vom ihm geführten Kampfsportverein namens „Obernkirchen Raptors“ eigene Wege gehen wird. Quest und Co. waren es übrigens, die den Gedanken, ein Mehrzweckhaus aus dem Aldi-Markt zu machen, initiiert hatten. Aus diesem Kreis heraus hatte auch ein „Judovater“, Architekt Oliver Harmening, im Vorfeld der Info-Veranstaltung eine maßstabsgetreue Detailzeichnung erstellt, der zu entnehmen war, was die „Raptors“ gerne verwirklicht sähen.

Angedacht ist demnach, im hinteren Teil des 22 Meter breiten und 40 Meter langen Gebäudes einen zirka 13 mal 18 Meter messenden Trainingsraum einzurichten. Dieser soll – wettkampftauglich – in der Mitte mit Bodenmatten (sieben mal sieben Meter) ausgelegt werden, die von einer drei Meter breiten Sicherheitsfläche gesäumt werden. Außerhalb der Kampfzone soll eine kleine Sitztribüne für Zuschauer Platz finden. Überdies sieht die Planungsskizze vor, dass an den Trainingsraum Umkleide- und Sanitärräume anschließen.

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„Wir würden diesen Bereich mieten, aber nicht für uns okkupieren wollen“, betonte Quest. Stattdessen könnte der Trainingsraum außerhalb der von den „Raptors“ belegten Trainingszeiten auch von anderen Klubs für Sport genutzt werden.

„Dieser Raum soll dauerhaft mit Aktivitäten gefüllt werden“, nicht nur in den Nachmittags- oder Abendstunden, bekräftigte Schäfer. Zudem wies er darauf hin, dass die von den MTV-Judoka bislang in Anspruch genommenen Hallenzeiten in der Grundschul-Turnhalle wieder der Allgemeinheit zur Verfügung stehen würden, wenn Quest mit den „Raptors“ künftig im Aldi-Markt trainieren würde.

Quest und seine Mitstreiter wollen an dem neuen Standort zusätzlich Breitensportangebote wie Eltern-Kind-Judo, Selbstverteidigung für junge Frauen und Sturzprophylaxe für Senioren offerieren, was zu einer Belebung der Innenstadt führen könne.

Um zu zeigen, was im Gebäude möglich ist, hatte der Architekt für den nicht als multifunktionalen Trainingsraum nebst Umkleide- und Sanitärräumen ins Auge gefassten Teil des Gebäudes eine Planung entworfen, gemäß der zudem das Jugendzentrum einziehen könnte. Das habe laut Schäfer den Charme, dass dort eben alles barrierefrei respektive senioren- und behindertengerecht gestaltet werden könne, während die Räume des bisher an der Beeker Straße 6 beheimateten Jugendzentrums nur über Treppen erreichbar sind. Dann wäre da noch der schlechte energetische Standard des alten Gebäudes im Vergleich zu den besseren energetischen Standards, die man beim Umbau des Aldi-Marktes erreichen könne.

Für einen Umzug des Jugendzentrums an den Bornemannplatz sprachen sich auch Susanne Veentjer, die ab 1. August das Amt der Stadtjugendpflegerin bekleidet, sowie Wolfgang Breitner, Vorstandsmitglied des Jugendrings, aus.

Die Leiterin der Info-Galerie, Lieselotte Dehler-Schmahl, hatte ebenfalls Ideen hinsichtlich einer Nutzung. Sie wünschte sich Räume, in denen man Kunstausstellungen und Konzerte veranstalten kann. Auch eine Künstlerwerkstatt sei vorstellbar.

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Zunächst werde die Verwaltung abwarten, ob noch weitere Nutzungsvorschläge eingehen, erklärte Schäfer. Nach Ende der Ferien werde man „einen Strich unter die vorliegenden Vorschläge“ machen und eine Entscheidung treffen. Im September oder Oktober 2015 soll das Projekt bei einem persönlichen Gespräch im niedersächsischen Sozialministerium vorgestellt werden.

Wird das Vorhaben dort befürwortet, könne es eine Zwei-Drittel-Förderung aus dem Städtebauförderungsprogramm "Kleinere Städte und Gemeinden" geben, das dafür aufgelegt sei, leer stehende Immobilien einer neuen Nutzung zuzuführen. Beantragen werde man das Fördergeld dann im Jahr 2016, sodass es vielleicht noch in demselben Jahr, spätestens aber 2017 mit der Umgestaltung des ehemaligen Aldi-Marktes losgehen würde. wk

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