Minden / Großbrand

Paletten-Firma brennt nieder

Von drei Drehleitern aus und mit zahlreichen Löschfahrzeugen bekämpfen 200 Feuerwehrleute die meterhohen Flammen.

Von drei Drehleitern aus und mit zahlreichen Löschfahrzeugen bekämpfen 200 Feuerwehrleute die meterhohen Flammen.

Minden . 23.30 Uhr: Von Stadthagen aus ist ein großer Feuerkegel am Horizont zu erkennen. Der Himmel über Minden ist in Rot getaucht. Um 23.41 löst die Berufsfeuerwehr Minden Großalarm aus. Einsatzkräfte der Berufsfeuerwehr sowie der freiwilligen Feuerwehren aus Minden, Bückeburg-Stadt, Porta, Rinteln, die Werkfeuerwehr der Lebenshilfe in Rinteln sowie die Flugplatzfeuerwehr der Bundeswehr in Achum werden zu der Firma Europal an der Rintelner Straße alarmiert. Das Gelände mit dem Bürogebäude, einer Lagerhalle sowie zahlreichen Sattelzügen steht komplett in Flammen. Den Brand haben die Nachbarn bemerkt.
Sofort beginnen die Löscharbeiten. Von der Rintelner Straße sowie von der Brücke der Bundesstraße 65 aus versuchen die Feuerwehrhelfer, den Brand unter Kontrolle zu bekommen. Vergeblich. Die auf dem Gelände gelagerten Holzpaletten brennen lichterloh. Zum Einsatz kommen drei Drehleitern.
Während die Feuerwehrmänner aus der Luft löschen, versuchen Kameraden vom Boden aus, das benachbarte Wohnhaus zu retten. Immer wieder kühlen sie die angrenzende Fassade mit Wasser. Die Bewohner sind zu diesem Zeitpunkt bei Nachbarn untergekommen und bangen um ihr Heim.
Die Bundesstraßen 65 und 482 sind weiträumig gesperrt. Einige Sperrungen auf niedersächsischem Gebiet übernimmt die Polizei aus Bückeburg. Auch die direkten Zufahrten sind nicht passierbar.
Große Mühe bereitet den Einsatzkräften die Propangasflaschen, die auf dem etwa 12 000 Quadratmeter großen Gelände lagern. Nach Polizeiangaben explodieren trotz aller Versuche drei bis vier Gasflaschen – Schrecksekunden für die Einsatzkräfte.

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Das Löschwasser wird aus unzähligen Rohren, Wasserwerfern und Drehleitern abgegeben. "Das Hydrantennetz ist für einen solchen Wasserbedarf nicht ausgelegt", berichtet die Feuerwehr Bückeburg. Das Löschwasser entnehmen die Einsatzkräfte aus Hydranten und öffentlichen Gewässern – darunter der etwa einen Kilometer entfernte Gevattersee in Evesen. Die Tanklöschfahrzeuge werden wiederum in Röcke und Umgebung aufgefüllt.
Von der Rintelner Straße aus beobachten Angestellte von Europal, wie ihr Arbeitsplatz soeben von den meterhohen Flammen vernichtet wird. "Das hat die Angestellten sehr mitgenommen – verständlicherweise", sagt Burghardt Lübker, Sprecher der Kreispolizeibehörde Minden-Lübbecke.
Bereits seit zwei Stunden brennt die Firma, immer wieder kommen neue Feuerwehrfahrzeuge hinzu. An der Baumschule an der Clus richtet die Feuerwehr die Einsatzleitung ein. Ein Versorgungsfahrzeug parkt direkt daneben. Die Helfer stellen sich auf eine lange Nacht ein. Trotz aller Vorsichtsmaßnahmen und Atemschutzgerät, werden drei Feuerwehrmänner verletzt ins Klinikum nach Minden gebracht.
Auch am Freitagmorgen ist der Löscheinsatz noch nicht beendet. Die Einsatzkräfte aus Niedersachsen rücken um sechs Uhr ab. Für deren Kameraden aus Minden endet der Einsatz an der Rintelner Straße erst um 15 Uhr. Während die Firmengebäude zerstört sind, ist das Wohnhaus neben an – bis auf zerborstene Fenster – unbeschadet geblieben.
Zu der Brandursache kann die Polizei noch keine Angaben machen. Die Ermittlungen laufen. "Erschwert werden sie dadurch, dass das Feuer sehr stark gewütet hat", sagt Ralf Steinmeyer, Sprecher der Kreispolizeibehörde. Klar ist nach ersten Ermittlungen, dass der letzte Mitarbeiter die Firma um 23 Uhr verlassen hat, heißt es in der Mitteilung der Polizei. Die Staatsanwaltschaft ist eingeschaltet.

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