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Zum Artikel „Ausschuss lehnt Anrufbus ab“ vom 23. Mai

Provinzposse ‒ oder Notwendigkeit?

Sie ist ein Schlag ins Gesicht jener Leute, die sich für bürgerschaftliches Engagement begeistern. Viele mögen das als Provinzposse abtun. Was ist aber Provinz?

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Da leben wir, und alles, was dort geschieht oder nicht geschieht, geht uns etwas an. Leider verwenden die Absager in Hagenburg stets die gleichen Scheinargumente, denn es gäbe ja Linienbusverkehr. Den gibt es auch in Niedernwöhren und in Nienstädt. Wer keine Mitfahrgelegenheit hat beziehungsweise wer nicht stets bei Freunden und Verwandten für eine Arztfahrt „Bitte, Bitte“ machen will, ist bei einem – allerdings rudimentärem – Linienbusverkehr aufgeschmissen.

Der Weg zu den Haltestellen ist für viele, oft ältere oder gebrechliche, Menschen zu weit, und dann muss man noch gegebenenfalls die volle Einkaufstasche auf dem Rückweg von der Haltestelle nach Hause schleppen. Wie viele Orte und Ortsteile entbehren inzwischen jeglicher Infrastruktur? Einzelhandel und Ärzte und andere Angebote schwinden. Die Bürgerbussysteme, die an das Netz der Linienbusse gebunden sind, bedeuten schon eine deutliche Verbesserung: Immerhin wird dort viel öfters gefahren.

Seit vielen Jahren jedoch gibt es bereits im Schaumburger Land Anrufbussysteme. Die fahren sprichwörtlich von Haus zu Haus, oft bis vor die Tür der Arztpraxen in Fußgängerzonen. Sie haben extrem großen Erfolg, zunächst der Anrufbusverein Niedernwöhren und seit 2014 (mit freundlicherweise Niedernwöhrener Anfangsunterstützung) der Anrufbusverein Nienstädt.

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Durch das enorm gestiegene Fahrgastaufkommen operieren wir „Nienstädter“ inzwischen völlig eigenständig. Ich bin ehrenamtlicher Fahrer, und es macht immer wieder Freude, wenn Fahrgäste sinngemäß sagen: „Herr May, wie schön, dass es den Anrufbus gibt, was haben wir bloß früher gemacht?“ Warum sollte es in Hagenburg nicht möglich sein? Da müssen aber die Hagenburger aktiv dabei sein. Das ist deren Mitverantwortung.

Andernfalls braucht man sich für den dortigen Bereich keine Gedanken mehr zu diesem Thema machen. Es wäre schade.

Alfred May, Helpsen

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