Rinteln

Ehemalige Schule wird weiter gebraucht

Helfen auf vielfältige Weise den Flüchtlingen: Ehrenamtliche und hauptamtliche Mitarbeiter am Kerschensteiner Weg.

Helfen auf vielfältige Weise den Flüchtlingen: Ehrenamtliche und hauptamtliche Mitarbeiter am Kerschensteiner Weg.

RINTELN. Das Gebäude „wird wieder mehr belegt werden müssen“, sagt Heidemarie Hanauske, Geschäftsführerin der Arbeiterwohlfahrt (Awo) Schaumburg. Die Awo stellt die Mehrheit des Personals, das hauptamtlich dort arbeitet.

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Der Grund: Größtenteils werden Asylbewerber zwar weiterhin dezentral in Wohnungen untergebracht, doch der Wohnungsmarkt sei begrenzt. Und wenn diese Übergangswohnungen voll seien, müssten Flüchtlinge nun mal in die Unterkunft an den Kerschensteiner Weg.

Flüchtlinge kommen weiterhin

Rund 3000 von ihnen leben derzeit in Schaumburg. Einige ziehen weg, einige kommen dazu, sodass eine gewisse Bewegung immer vorhanden ist. Die meisten von ihnen, rund 2100, befinden sich laut Landkreis im Asylbewerberleistungsbezug. Der Rest ist anerkannt und wird auf die Eingliederung in Arbeits- oder Ausbildungsmarkt vorbereitet.

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„Im Jahr 2015 haben wir großen Anteil erfahren“, sagt Hanauske. Doch wichtig sei, dass sich die Bürger weiterhin um die Migranten kümmerten: „Der Eindruck, dass keine neuen Flüchtlinge mehr kommen, ist falsch“, so Hanauske.

Erst diese Woche saßen vier neue Menschen – aus Eritrea, dem Sudan und Guinea – in den Sprach-Anfängerkursen, die ehemalige Lehrkräfte ehrenamtlich anbieten. Dreimal pro Woche gibt es diese Kurse in den ehemaligen Schulräumen. Die Menschen, die dort zusammen lernen, haben ganz unterschiedliche Wissensstände. „Das ist das große Problem“, sagt Friedrich Kuhlmann, einer der Ehrenamtlichen – die Heterogenität. Und so wünschen sich die Helfer dringend eine ehrenamtliche Lehrkraft für den Unterricht von Analphabeten, um diese gezielter unterrichten zu können.

Praktikumsplätze für Flüchtlinge gesucht

Die Rintelner richten außerdem einen Appell an die heimischen Betriebe, doch Flüchtlinge für eine kurze Zeit – regulär vier Wochen – im Rahmen eines Praktikums bei sich aufzunehmen. Dies sei der erste Einstieg in die Ausbildung für die jungen Erwachsenen und vermittle ein besseres Verständnis für die Sprache oder für Werte wie Pünktlichkeit, die im deutschen Berufsleben dringend benötigt werden.

Außer den Sprachkursen gibt es noch weitere ehrenamtliche Angebote am Kerschensteiner Weg. Da gibt es etwa die Kleiderkammer, die von Beate Grabe und zwei weiteren Helferinnen betreut wird. Dort landet die gespendete Kleidung und wird systematisch verteilt. „Wir geben einiges, aber es kommt noch mehr zurück“, schwärmt Grabe von ihrem Engagement.

Dann gibt es die Fahrradwerkstatt, in der gespendete Drahtesel wieder fit für den Gebrauch gemacht werden. Für sie gibt es eine lange Warteliste. Betreut wird die Werkstatt von Wolfgang Böcker und Ilir Seiti, einem Asylbewerber aus Albanien. Die Zuwanderer lernen dort auch, ein Rad zu reparieren. Dieses Selbermachen, erzählt Böcker, sei ein sehr wichtiger Teil des ganzen Projekts.

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Sommerferienangebote fehlen noch

Christel Hupe ist eine weitere Ehrenamtliche, die den Kontakt zur regen Johannis-Kirchengemeinde herstellt, das „Café International“ für das Zusammenbringen von Einheimischen und Flüchtlingen koordiniert und mehrere Familien betreut.

Immer am letzten Montag im Monat von 18 bis 20 Uhr treffen sich Ehrenamtliche und Interessierte am Kerschensteiner Weg zum Austausch. Auch Vereine sind herzlich eingeladen, ihr Angebot für Flüchtlinge vorzustellen. Gerade den Kindern fehle es noch an Angeboten für die Sommerferien. mld

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