Smartphone statt Kind

Eltern vernachlässigen Aufsichtspflicht im Schwimmbad

Ein Horrorszenario für alle Eltern: Das eigene Kind ist plötzlich im vollen Freibad verschwunden. Dabei hat man „nur kurz“ nicht aufgepasst, sondern hatte das Smartphone in der Hand. Das passiert auch im Weserangerbad immer öfter.  Foto: tol

Ein Horrorszenario für alle Eltern: Das eigene Kind ist plötzlich im vollen Freibad verschwunden. Dabei hat man „nur kurz“ nicht aufgepasst, sondern hatte das Smartphone in der Hand. Das passiert auch im Weserangerbad immer öfter.  Foto: tol

RINTELN. Die Aufmerksamkeitsspanne der Eltern habe sich in den vergangenen zehn, 15 Jahren sehr verändert, sagt Stefan Lehmann, Meister für Bäderbetriebe im Rintelner Freibad und Steinberger Hallenbad. „Es muss gar nicht das Smartphone sein, es reicht schon das gemütliche Kaffeetrinken.“ Sicherlich gebe es für die Eltern nichts Schlimmeres, als wenn das Kind plötzlich nicht mehr an der Stelle ist, an der man es vor wenigen Minuten noch vermutet hat. Und natürlich seien manche Kinder auch selbstständiger als andere.

Weiterlesen nach der Anzeige
Weiterlesen nach der Anzeige

Dennoch müssen die Fachangestellten für Bäderbetriebe heutzutage immer wieder ganz besonders nach Kindern Ausschau zu halten, die ohne Eltern unterwegs sind. Diese Kinder seien oft erst vier oder fünf Jahre alt, erzählt Lehmann. Die Situation werde dadurch verschärft, dass viele dieser Kinder noch nicht schwimmen könnten. „Als ich in die Schule kam, konnte ich schon schwimmen“, erinnert sich Lehmann. Das sei heute meist nicht mehr der Fall.

Viele Eltern hätten nicht mehr die Zeit, ihren Kindern das Schwimmen beizubringen, bedauert Lehmann – oder auf dem Lande fehlten die Möglichkeiten dazu. Im Weserangerbad bietet die DLRG Schwimmkurse an, in den Hallenbädern in Rinteln und Steinbergen das Bäderbetriebe-Team. Die Kurse seien „alle voll“, sagt Lehmann, die Nachfrage sei hoch.

Auf der Facebook-Seite der Rintelner Bäderbetriebe hat das Team nun darauf aufmerksam gemacht, dass Eltern ihre Aufmerksamkeit ihren Kindern widmen sollten – „nicht dem Smartphone oder Tablet“, wie es in dem Eintrag heißt. Und: Auch wenn es eine Badeaufsicht gebe, haben die Erziehungs- und Begleitpersonen trotzdem grundsätzlich „die Pflicht zur aktiven Aufsicht“.

Weiterlesen nach der Anzeige
Weiterlesen nach der Anzeige

Neben den sehr fürsorglichen Eltern gebe es auch jene, die ihre Kinder – auch wenn sie noch nicht schwimmen können – in einem vollen Freibad unbeaufsichtigt lassen. „Die Kinder finden wir dann am Beckenrand oder auf der Brücke wieder“, so Lehmann. Wenn sie dann zu ihren Eltern zurückgebracht werden, würden diese teilweise selber erschrecken.

Für Lehmann geht es nicht darum, die Eltern anzuschwärzen, sondern darum, auf das Thema aufmerksam zu machen. „Wir wollen gemeinsam darauf achten, dass unserer nächsten Generation nichts passiert“, heißt es daher auch in dem Facebook-Eintrag.

Eltern sollten aufmerksam sein und sich nicht zu stark von Smartphones oder anderen Geräten ablenken lassen. Kinder, die noch nicht schwimmen können, sollten außerdem mit Schwimmflügeln ausgestattet werden. "Die können auch bei uns geliehen werden", informiert Lehmann. Und zwar kostenlos, es muss nur ein Pfand hinterlegt werden. mld

Mehr aus Rinteln

 
 
 
 
 
Anzeige
Anzeige
Empfohlener redaktioneller Inhalt

An dieser Stelle finden Sie einen externen Inhalt von Outbrain UK Ltd, der den Artikel ergänzt. Sie können ihn sich mit einem Klick anzeigen lassen.

 

Ich bin damit einverstanden, dass mir externe Inhalte angezeigt werden. Damit können personenbezogene Daten an Drittplattformen übermittelt werden. Mehr dazu in unseren Datenschutzhinweisen.

Letzte Meldungen

 
 
 
 
 
 
 
 
 

Spiele entdecken