Vereinigte Chöre Rinteln

Gegen das Chorsterben ansingen

Der Handwerkerchor aus dem brandenburgischen Bad Freienwalde stand ebenso wie die Rintelner selbst auf der Bühne.

Der Handwerkerchor aus dem brandenburgischen Bad Freienwalde stand ebenso wie die Rintelner selbst auf der Bühne.

Rinteln. „Chorsterben? Wir stemmen uns dagegen!“ Für diesen leidenschaftlichen Ausruf erhielt Franz Josef Stöckl rauschenden Applaus von allen, die beim Festakt im Brückentorsaal „185 Jahre Chorgesang“ in Rinteln feierten.

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Besuch aus Brandenburg

Als Vorsitzender der Vereinigten Chöre Rinteln (VCR) führte Stöckl durch eine Veranstaltung voller Gesang, Vorträge, Ehrungen und auch sehr rührender Momente.

Bereits am Samstagabend hatten die Sangesbrüder lustig gefeiert und mal nicht selbst gesungen, sondern sich besingen lassen von den Profis Winfried Stark und seinen "originalen Steigerwäldern". Mit dabei der Handwerkerchor aus dem brandenburgischen Bad Freienwalde, mit dem die Rintelner seit fast 30 Jahren eng befreundet sind und viele Erinnernungen an gemeinsame Auftritte und Chorlager teilen.

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Bis in die Nacht ging es hoch her auf der Gala, bevor dann die Rintelner und Freienwälder am Sonntag wieder auf der Bühne standen.

Aus fünf Chören wird einer

Die VCR selbst bestehen „erst“ seit dem Jahr 1994, als sich Liedertafel und Concordia zusammenschlossen. Schon damals zeichnete sich ab, dass es wirklich nötig war, sich dem Chorsterben entgegenzustemmen. Fünf größere Chöre hatte es in Rinteln gegeben, zwei waren es noch nach dem Zweiten Weltkrieg, und schließlich wurde die Tradition der Männergesangsvereine allein von den VCR bewahrt.

Als sich zu Beginn des 19. Jahrhunderts die Liedertafeln gründeten, in Rinteln war das im Jahr 1833, gab es für die Bevölkerung nur wenig andere Unterhaltung.

Museumsleiter Stefan Meyer erzählte von der Biedermeierzeit in Rinteln, wo die meisten Menschen ein karges Leben führten, zugleich liberale Umbruchbewegungen die Bürger aufrührten und die Liedertafel zu einem neuen Gemeinschaftsgefühl beitrug.

Bürgermeister Thomas Priemer betonte, dass Musik die gemeinsame Sprache unterschiedlichster Menschen sei, und der VCR-Chronist Hans-Joachim Gauglitz schwärmte vom großen Liedertafelfest 1833 auf der Paschenburg, das Tausende anzog, die sich zu Fuß oder mit Pferdekutsche auf den Weg machten.

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Rührende Ehrung für 60-jähriges Mitglied

Die sieben kleinen Weserspatzen bewiesen im Brückentorsaal unter der Leitung von Annette Pflug-Herdrich, dass man sich wieder Nachwuchshoffnungen machen kann für den klassischen weltlichen Chorgesang. Immerhin waren viele der jetzt betagten VCR-Sangesbrüder auch bereits als Kinder in den Chor eingetreten.

Für eindrucksvolle 50 und 60 Jahre Mitgliedschaft wurden Volker Weyhrauch und Karl-Heinz Blaue mit der Nadel vom Chorverband Niedersachsen-Bremen geehrt. Den früheren Vorsitzenden Burkhard Theil ernannte man zum Ehrenvorsitzenden. Bevor Chorleiter Viktor Pidpalyy mit den Vereinigten Chören schließlich das Weserlied anstimmt, gab es noch eine ganz besondere Ehrung.

Herbert Fischbeck, der ebenfalls 60 Jahre zu den VCR gehört, war trotz seiner schweren Erkrankung im Rollstuhl zum Festakt gekommen. Für ihn allein sang Helmut Kollmeyer das La-Paloma-Lied, eine wunderschöne, rührende Würdigung des verdienten Sangesbruders.

von Cornelia Kurth

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