Rinteln / Spielplätze

Idealer Spielplatz – ohne Geräte

Ein echter Klassiker, den man in Rinteln allerdings vergeblich sucht: ein Wasserspiel, an dem Kinder, wie hier im Hamelner Bürgergarten, selbst Wasser pumpen und stauen können.

Ein echter Klassiker, den man in Rinteln allerdings vergeblich sucht: ein Wasserspiel, an dem Kinder, wie hier im Hamelner Bürgergarten, selbst Wasser pumpen und stauen können.

Rinteln. Der demografische Wandel mag seinen Teil dazu beitragen, dass die Spielplätze kaum genutzt werden. Aber noch gibt es zahlreiche Kinder und damit potenzielle Nutzer der weitgehend verwaisten Anlagen. Angesichts dessen drängt sich die Frage, auf, ob die Plätze vielleicht einfach nicht attraktiv genug sind für Kinder. Raumgestalterin, Innenarchitektin und Mutter eines fünfjährigen Sohnes Sandra Schauer ist nicht nur dieser Meinung, sondern hat auch Verbesserungsvorschläge in petto.

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 Kinder, meint Schauer, spielen heute nicht anders als früher. Aber klar habe sich auch etwas geändert. Durch Ganztagsschulen und -kindergärten haben die Kinder oft erst am späten Nachmittag frei, und ja, Fernsehen und Computer spielen eine größere Rolle als noch vor Jahren. Dazu komme, dass viele Eltern ihre Kinder, aus Angst, es könne ihnen etwas zustoßen, gar nicht erst alleine draußen spielen lassen.

Aber am grundsätzlichen Spielverhalten, meint Schauer, habe sich nicht viel verändert. Früher wie heute spielen Kinder gerne in natürlichen Räumen, auf Feldern und Wiesen, im Wald und an Bächen, sagt sie. Da könnten – früher wie heute – klassische Spielgeräte, wie quadratische Sandkästen und sperrige Klettergerüste nicht mithalten, ist Schauer überzeugt, die bereits an der Neugestaltung des Schulhofs in Exten beteiligt war und derzeit den Außenbereich der Extener Kindertagesstätte neu mitgestaltet. Zudem müsse man die Spielplätze für unterschiedliche Altersklassen anlegen: Ein dreijähriges Kind spielt anders als ein zehnjähriges. Wichtig sei generell Partizipation. "Wenn man ein Haus bauen möchte, fragt der Architekt ja auch: Was möchtest du? Das muss man auch die Kinder fragen." Und am besten packten die Eltern bei der Umsetzung mit an. Aber daran scheitere es meist.
"Der ideale Spielplatz kommt ohne Spielgeräte aus", fährt Schauer fort. Kleine Hügel, die die Motorik trainieren, Sand, mit dem modelliert werden kann, Kletterbäume, lose Äste und Wasser reichten Kinder oft aus, um ihrer Kreativität freien Lauf zu lassen, und böten ihnen die Möglichkeit zum freien selbstbestimmten Spiel. Neu seien diese Ansichten im Übrigen nicht, merkt Schauer unter Hinweis auf Pädagogen wie Maria Montessori (†1952), Hugo Kükelhaus (†1984) und Armin Krenz an.
Um solche Spielmöglichkeiten auszumachen, muss man übrigens nicht erst ins ferne Berlin. Auch im nahen Hameln gibt es sie bereits: Im dortigen Bürgergarten steht etwa eine Wasserpumpe mit Schleusensystem, beides kann von den Kindern bedient werden. "Wasser stauen und schauen, was passiert – so lernen Kinder", merkt Schauer an. Mit dem bloßen Anlegen eines Spielplatzes sei es ohnehin nie getan. "Anschließend muss man beobachten, was die Kinder nutzen, was nicht, sie befragen, und gegebenenfalls nachbessern", schildert Schauer.
Überdies könne ein schön angelegter Spielplatz nicht nur für Kinder, sondern auch für Erwachsene und damit für ganze Familien sehr attraktiv sein. Ideal für so etwas geeignet sei in Rinteln doch der Blumenwall, findet Schauer. Es ist ein zentraler Standort, Hügel gibt es bereits, die Kinder könnten spielen und alle gemeinsam picknicken, zählt sie die Vorzüge auf. pk

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