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Tobias Roggenkamp

Krankenhagen will seinen Pastor zurück

Superintendent Andreas Kühne-Glaser hat in Krankenhagen mit seinen Erklärungen zur plötzlichen Versetzung Tobias Roggenkamps keinen leichten Stand.

Superintendent Andreas Kühne-Glaser hat in Krankenhagen mit seinen Erklärungen zur plötzlichen Versetzung Tobias Roggenkamps keinen leichten Stand.

Krankenhagen. Schon die Anzahl der Menschen, die sich am Montagabend trotz kurzer Ankündigungsfrist zur öffentlichen Gemeindesitzung im Gemeindesaal ihrer Kirche einfanden, zeigte: In Krankenhagen bestand akuter Gesprächsbedarf.

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Wut, Enttäuschung und Trauer

Die Versetzung des Pfarrverwalters in Ausbildung, Tobias Roggenkamp, die am 9. September bekannt gegeben worden war, hatte die Gemeindemitglieder völlig überrascht. Unverständnis, Wut, Trauer und Enttäuschung waren die unmittelbare Reaktion auf diese Entscheidung – eine Gefühlslage, die auch am Montag noch deutlich spürbar war.

Höchste Zeit also für die Verantwortlichen auf Landeskirchenebene, sich der aufgebrachten Basis persönlich zu stellen.

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Schnell wurde an diesem Abend klar, dass es zwei sehr unterschiedliche Einschätzungen zur Befähigung Roggenkamps gab. Die Wortmeldungen einzelner Gemeindemitglieder zeigten vor allem eines: Tobias Roggenkamp, dem Seelsorger, der offen zu seiner Homosexualität steht, ist es anscheinend in kürzester Zeit gelungen, die Herzen seiner „Schäfchen“ zu erobern.

"Wir wollen unseren Pastor wiederhaben"

„Wir brauchen jemanden, der gut predigt, der sich um uns kümmert und Hochzeiten, Taufen und Beerdigungen schön gestaltet. Genau das hat Tobias Roggenkamp geleistet“, hieß es da, oder: „Wir wollen keine Erklärungen. Wir wollen unseren Pastor Tobias Roggenkamp wiederhaben.“

Und: „Warum habt Ihr ihn nicht schon früher beim Lernen unterstützt? Wir sind menschlich sehr von der Kirche enttäuscht.“

Mit Superintendent Andreas Kühne-Glaser und Dietmar Rehse hatten sich sowohl der Hauptverantwortliche für den Rintelner Bereich sowie ein Fachmann in Sachen Personalführung und Ausbildung in Krankenhagen eingefunden.

Diese rückten vor allem die Tatsache, dass sich Roggenkamp noch in der Ausbildung befindet und dass sich Mängel im administrativen Bereich gezeigt hätten, in den Vordergrund.

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Der Mentor hat gefehlt

Kühne-Glaser musste jedoch selbstkritisch zugeben, dass er mit seiner Äußerung beim Einstellungsgottesdienst – „Ihr könnt Tobias Roggenkamp getrost als euren neuen Pfarrer betrachten“ – auch persönlich zum trügerischen Eindruck, man hätte mit Roggenkamp in Krankenhagen eine echte Perspektive, beigetragen habe.

Auch Fehler bei der Ausbildung wurden zugegeben, die, so wurde unterstrichen, einen neuen Weg für Quereinsteiger ins Pfarramt darstellt und deshalb noch nicht völlig ausgereift sei.

„Wir lernen aus diesem Fall, dass jeder Pfarrverwalter in Ausbildung einen Mentor an seiner Seite haben muss“, erklärte Kühne-Glaser. Und genau diese Unterstützung solle Roggenkamp, dessen Ausbildung nun um ein Jahr verlängert werde, in seiner neuen Stelle im Landkreis Hameln-Pyrmont auch erhalten.

Wem dient die Zurückhaltung?

Welche Fähigkeiten der beliebte Seelsorger jedoch noch dringend zu entwickeln habe, das blieb seltsam nebulös. Sie würden im Bereich der Administration liegen, die Kommunikation innerhalb der Gemeinde sowie mit dem Kirchenvorstand betreffen und außerdem das öffentliche Auftreten tangieren, konnte man zwischen den Zeilen erfahren.

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Man würde zum Schutze Roggenkamps keine Einzelheiten nennen wollen, hieß es vonseiten der Kirchenoberen.

Doch wem dient so eine Zurückhaltung? Berücksichtigt man zudem die Wortmeldungen aus dem „alten“ Kirchenvorstand, der bis zum Juni im Amt war, und – wie man erfahren konnte – keinerlei Mängel in der Arbeit Roggenkamps festgestellt hatte, hinterließ die gesamte Veranstaltung doch einen schalen Geschmack.

Auf viele Fragen, die sich in dieser Sache stellten, gab es auch am Montag keine Antwort. cm

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