Wennenkamp / Neuer Turm

Ludwigsturm entthront

Von Philipp Killmann und Jakob Gokl

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Wennenkamp. Nur besteigen darf man ihn nicht, ist der stählerne Riese doch für Höheres bestimmt: Er ist Teil eines "der derzeit größten technischen Modernisierungsvorhaben in Deutschland", so die Bundesanstalt für den Digitalfunk der Behörden und Organisationen mit Sicherheitsaufgaben (BOS). Bundesweit wird der analoge Funk der BOS auf digitalen Funk umgestellt. So sollen Gruppenkommunikation, Abhörsicherheit und Netzverfügbarkeit verbessert werden.

 Seit rund sechs Wochen herrscht reger Betrieb am Rumbecker Berg. Eine etwa 50 Meter lange Schneise wurde unweit des Ludwigsturms in den Wald geschlagen, zahlreiche Bäume gefällt. Erde wurde ausgehoben und ein stattliches Fundament aus Beton gegossen, darauf der vierfüßige, 40 Meter hohe Turm aus Stahl errichtet. „Mit Antenne ist er rund 42 Meter hoch“, teilt Günther Klages, Pressesprecher der Zentralen Polizeidirektion in Hannover, auf Anfrage unserer Zeitung mit.

 Der Turm ist einer von ungefähr 480 Basisstationen in Niedersachsen, die eine flächendeckende Verfügbarkeit des neuen Digitalfunks sicherstellen sollen. Ab August beginnt die Probephase, Anfang nächsten Jahres wird dann vollständig auf das neue Netz umgestiegen. „Für den Standpunkt Rinteln wird es wahrscheinlich einen Rückbau von etwa 50 Analogfunkstationen geben“, sagt Klages. Sie werden nach dem Umstieg nicht mehr benötigt.

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 Genutzt werde das neue Digitalfunknetz von „im Wesentlichen allem, was mit Blaulicht fährt“, veranschaulicht Klages. Bundesweit ist das Digitalfunknetz ein Milliardenprojekt, welches sich am Ende aber mit einem günstigeren Betrieb rechnen soll. „Letztlich wird es für alle günstiger.“

 Wie teuer die Errichtung des Turmes in Wennenkamp war, kann der Pressesprecher nicht genau sagen, nur so viel: Die Kosten liegen im sechsstelligen Bereich. Schließlich sei das von ganz unterschiedlichen Faktoren anhängig – wie beispielsweise dem Grundstückspreis.

 Bei den privaten Telefonnetzbetreibern habe die Polizei zudem angefragt, ob sie im Sinne einer besseren Netzabdeckung Interesse an einer Mitnutzung des neuen Funkturmes hätten. Doch bislang habe sich noch kein Interessent gefunden. So werde sich für die Bewohner vom Taubenberg zunächst nichts ändern. Indirekt würden jedoch alle vom digitalen Netz profitieren, betont Klages.

 Denn wenn zum Beispiel ein Einsatzfahrzeug Unterstützung anfordert, aber den genauen Ort nicht bestimmen kann, könne jetzt über GPS der Standpunkt des Fahrzeuges bestimmt werden. „Rettungskräfte können so viel genauer zum Einsatzort geführt werden“, führt Klages aus. Gerade bei großen Einsätzen wie etwa Hochwassern sei es so möglich, wertvolle Zeit zu sparen.

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