Rinteln / Adventszauber

„Nächstes Jahr komme ich nicht mehr her“

Jan Sprick , Janine Klinke, Jacqueline Sterner, Fanny Wintjes und Jennifer Neumann vom Stand des Rintelner Fachgymnasium Gesundheit und Soziales haben trotz insgesamt geringer Besucherzahlen Grund zur Freude: Die Leute trinken bei ihnen reichlich Glühwein.

Jan Sprick , Janine Klinke, Jacqueline Sterner, Fanny Wintjes und Jennifer Neumann vom Stand des Rintelner Fachgymnasium Gesundheit und Soziales haben trotz insgesamt geringer Besucherzahlen Grund zur Freude: Die Leute trinken bei ihnen reichlich Glühwein.

Rinteln (pk). "Wenn die anderen Jahre so schlecht gewesen wären wie dieses Jahr, dann wäre ich bestimmt nicht mehr hier", klagt Melanie Keuter aus Aachen. Sie bietet Maronen, Apfelpfannkuchen und Mutzen feil. Eine mögliche Erklärung für das mangelnde Interesse könne am Wochenende das schlechte Wetter gewesen sein: "Die Medien haben die Leute ja ganz bekloppt gemacht von wegen Eisregen – den gab's aber gar nicht!"

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Das Karussell von Annelie Kolodziej aus Porta Westfalica kommt seit ein paar Jahren nach Rinteln. „Aber im Vergleich zu anderen Märkten“, sagt Matthias Kolodziej, „ist das dieses Jahr eine Katastrophe, auch wenn es am Wochenende etwas besser war.“ Am Wetter liegt das seiner Meinung nach nicht. „Aber Hameln ist nicht weit weg, und der Weihnachtsmarkt dort soll sehr schön sein“, führt Kolodziej als Erklärung an. Dabei werden auch in Hameln deutlich weniger Besucher verbucht als sonst. Bei Champignonverkäufer Michel Röper aus Minden klingelt das Telefon, „I feel good“ von Soul-Legende James Brown tönt aus dem Handy, was in seinen Ohren doch wie der blanke Hohn klingen muss. „Es läuft sehr schlecht“, sagt er. „Ich bin das vierte, aber auch das letzte Mal hier.“

Horst Jäger verkauft Pizza und hält mit seinem Frust nicht hinterm Berg. „Nächstes Jahr komme ich nicht mehr“, sagt er. „Der Aufwand ist zu groß: An- und Rückfahrtskosten für 65 Kilometer, der Strom und die inzwischen zu hohe Standgebühr sorgen dafür, dass es sich nicht mehr lohnt. Außerdem gibt es zu viele Stände hier, die Essen verkaufen, es fehlt an anderen Buden – und damit an Anziehungskraft.“

Auch Melanie Keuter findet, man müsse die Menschen mit zusätzlichen Attraktionen locken, wie etwa einer Eisbahn. Die Standgebühr wurde aber seit Dezember 2000 nicht mehr angehobe, teilt Hans-Georg Dlugosch von der Stadt Rinteln mit.

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Keinen Grund zur Klage sieht „Weihnachts-Pyramiden“-Wirt Manon Klaasen von der Rintelner Schaustellerfamilie Bode. „Wir sind zufrieden, verzeichnen einen Umsatzanstieg“, sagt er. Zufrieden ist auch Jacqueline Sterner (17) vom Stand des Fachgymnasiums Gesundheit und Soziales. „Es läuft gut, die Leute trinken Glühwein und kaufen Kekse für den guten Zweck“, sagt sie. Der Erlös geht an die Kinderkrebsstation in Minden.

Annette Achilles von Pro Rinteln befindet den Verlauf des Weihnachtsmarkts für „ok“, mit der Einschränkung, dass es diesmal vielleicht wetterbedingt etwas schwieriger sei. Als weitere mögliche Erklärung führt sie die Sperrung der Extertalstraße an. Dass vier Wochen Adventszauber aber zu lange ist, glaubt sie nicht. Zumindest die Arbeitsgruppe Einzelhandel halte die Dauer für angemessen.

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