Gegen den Hass

„Romeos Erbe“ feiert Premiere

Entscheidung zwischen Liebe und Familie: Julka (Natalie Holle) liebt Flüchtling Rahim – doch beide Familien sind dagegen.

Entscheidung zwischen Liebe und Familie: Julka (Natalie Holle) liebt Flüchtling Rahim – doch beide Familien sind dagegen.

RINTELN/HANNOVER. Es ist ein sonniger September-Tag, als sich langsam, ganz allmählich, ein Drama entwickelt. Der Bus hält an, Menschen steigen aus, versuchen, sich zu orientieren. Das Setting: die ehemalige Prince Rupert School in Rinteln. Dieser Film ist nun, „nach zwei Jahren harter Arbeit“, wie Regisseur Roman Meyer-Paulino gegenüber der Hannoverschen Allgemeinen Zeitung sagte, fertig. Der Film hat im „Apollo“-Kino in Linden Vorpremiere gefeiert.

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Basiert auf "Romeo und Julia"

Der Film basiert auf der berühmtesten Liebesgeschichte der Welt, auf „Romeo und Julia“ von William Shakespeare. Regisseur Meyer-Paulino hat dem Plot eine hochaktuelle Wendung verliehen: Aus Julia wird Julka (Natalie Holle), eine junge Frau aus einer russischen Spätaussiedlerfamilie, und aus Romeo wird Flüchtling Rahim (Omar El-Saeidi). Zwischen ihnen entwickelt sich eine zarte Liebe. Beide Familien aber – wie könnte es anders sein – haben etwas gegen diese Verbindung. Sie versuchen, sie zu verhindern – und gehen bis zum Äußersten.

Herausgekommen ist ein 40-Minüter, der das Liebesdrama modern interpretiert und mit Tanz- und Musical-Elementen jung und frisch erzählt. Er wolle sich mit der Flüchtlingsbewegung und Fremdenhass auseinandersetzen, so Meyer-Paulino. Der Film soll „auf Missstände innerhalb der Flüchtlingsdebatte“ hinweisen.

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"Projekt mit starker Message"

„Ein wirklich spannendes Projekt mit einer starken Message“, urteilt beispielsweise die Community „Filmemacher Deutschland“. Gedreht wurde nicht nur in Rinteln, sondern auch in Hannover und Umgebung. Zu sehen ist beispielsweise der Maschsee.

Einige der Komparsen, die die Ankunft von Flüchtlingen an der Prince Rupert School darstellten, dürften auch in Rinteln bekannt sein: Denn es haben auch Flüchtlinge aus der Weserstadt mitgewirkt, unter ihnen auch der irakische Regisseur Rushdie Al-Fatlawi. Mit den Stücken „Albtraum“ und „Bullet“ sowie seiner Theatergruppe, die sich in der Prince Rupert School bildete, begeisterte er bereits selbst das Publikum (wir berichteten).

Meyer-Paulino ist freischaffender Regisseur aus Hannover, der den Film vor zwei Jahren mit einem Kollektiv freier Filmschaffender und weiterer Unterstützer auf den Weg brachte – ohne Filmförderung und großes Budget. Initiator des Projekts ist die Tanzschule Mark Rudi, die unter anderem in Bückeburg bekannt ist. Rudi ist nicht nur Produzent, sondern spielt auch Julkas Bruder Alex. Gedreht wurde im Sommer 2016, nun konnte „Romeos Erbe“ mithilfe einiger Sponsoren fertiggestellt werden.

Dies ist der erste Langfilm des Autodidakten Meyer-Paulino. Parallel arbeitet der Hannoveraner momentan an einer Webserie. "Romeos Erbe" hingegen soll jetzt auf unterschiedlichen Filmfestivals gezeigt werden. mld

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