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Verein aufgelöst

Schluss mit Freier Schule Steinbergen

Mit einer freien Schule in Steinbergen wird es wohl nichts.

Steinbergen. "Es gab im Vorfeld den Vorstoß zweier Mitglieder, ihre Ämter aus persönlichen Gründen niederzulegen", erklärt Decher als (nun ehemalige) Pressesprecherin des Vereins "Freier BildungsRaum macht Schule" den Vorgang. "Dass der Verein aufgelöst wird, war im Vorfeld der Versammlung aber noch nicht klar", so Decher. Der Grund sei recht banal: "Es ist uns nicht gelungen, seit der Gründung vor einem Jahr genügend Mitglieder für ein Projekt dieser Größenordnung zu generieren."

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Vor allem geht es dabei um zahlende und aktive Mitglieder. Der große Stolperstein des Vereins ist das Finanzielle. „Die Stiftung, mit deren Unterstützung wir fest gerechnet haben, hat sich überraschend aus dem Projekt zurückgezogen“, bekundet Decher.

Es mangele zudem an genügend Lehrern mit den entsprechenden Examen, und auch mit dem Darlehen einer Bank habe der Verein nicht rechnen können: „Einen Kredit hätten wir nur bei einer ausreichenden Anzahl von Vereinsmitgliedern bekommen“, erklärt Decher. „Davon hatten wir bei Weitem nicht genug.“ Damit ist er jetzt also vorläufig vorbei, der Traum von einer Schule in Steinbergen.

Der Bedarf wäre eigentlich da, weiß auch Decher: „Anmeldungen hatten wir jede Menge, mehr als zur Genehmigung nötig gewesen wären.“ Für diese Schule zu kämpfen, wäre die richtige Aufgabe gewesen, ist sie sich sicher. „Aber so eine Vorstandsarbeit braucht einen langen Atem, Zeit und Nerven.“ Und die seien irgendwann erschöpft gewesen. „Ein Verein benötigt in so einem Fall genau das, wofür er steht: eine große Anzahl vereinter Kräfte“, doch diese hätten gefehlt. Einen neuen Vorstand wählte der Verein nicht, zutrauen mochte sich die Arbeit niemand.

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Entscheidung klar

So blieb nur die Abstimmung über das Ende des Vereins. Bei neun stimmberechtigten Anwesenden fiel die Entscheidung mit zwei zu sieben klar für das Ende des Projekts und des Vereins. Das bereits gemietete Gebäude bereitet Decher keine Bauchschmerzen: „Unsere Zusammenarbeit mit der Verwaltung war immer sehr gut. Ich denke, man wird eine für alle Seiten zufriedenstellende Lösung finden.“

Decher ist mittlerweile zumindest ein wenig erleichtert: „Man merkt ja irgendwann gar nicht mehr, was das auch für eine innere Belastung war, der ganze Stress und die Verantwortung.“

Im Dorf zeigt man sich über die Entwicklung nicht glücklich. Noch wenige Wochen zuvor hatten die Einwohner beim Bürgertreff bekräftigt, wie sehr sie die Schule in ihrer Dorfmitte wollen.

Auch Ortsbürgermeister Sascha Gomolzig zeigt sich enttäuscht: „Für mich ist das bitter, denn für eine Schule ist der Standort natürlich hervorragend.“ Entmutigen lasse man sich im Ortsrat aber nicht, man bleibe weiter am Ball: „Wir haben unsere Fühler ausgestreckt und suchen weiterhin einen freien Träger“ – in der Hoffnung, dass die Verwaltung sich dann wieder kooperativ zeigt.

Für Gomolzig ist klar, dass der Verein deutlich früher hätte signalisieren müssen, dass es Probleme gegeben habe: „Auch nach außen.“ Als die Bitte um Hilfe dann gekommen sei, sei es zu spät gewesen. „Wir im Ortsrat haben die Probleme nicht erkannt, weil wir nicht eingebunden wurden.“

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Von Maurice Mühlenmeier

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