Rinteln / Unternehmen

Stüken investiert 23 Millionen in zweites Werk

Geschäftsführer Uwe Krismann (von links), Architekt Werner Brandstetter sowie von rechts die drei Gesellschafter Annette, Kathrin und Philipp Wohlert freuen sich mit weiteren Gästen über die Grußworte. © tol

Geschäftsführer Uwe Krismann (von links), Architekt Werner Brandstetter sowie von rechts die drei Gesellschafter Annette, Kathrin und Philipp Wohlert freuen sich mit weiteren Gästen über die Grußworte. © tol

Rinteln (dil). Allein im ersten von vermutlich vier Bauabschnitten werden für 23 Millionen Euro 13.000 der insgesamt erworbenen 90.000 Quadratmeter Fläche bebaut. Schon Ende des zweiten Quartals 2012 soll dort die Produktion mit rund 50 Beschäftigten anlaufen.

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„Unser Hauptsitz platzt aus allen Nähten“, erklärte Geschäftsführer Hubert Schmidt. Die anziehende Autokonjunktur biete neue Chancen für Wachstum, aber dafür brauche Stüken auch neue Kapazitäten. 2008 sei das Gelände gekauft worden, jetzt hätten Landkreis, Stadt, Stadtwerke Rinteln und Schaumburg-Lippe die Hürde Wasserschutzgebiet aus dem Weg geräumt.

„Seit Anfang 2010 haben wir schon 75 neue Arbeitsplätze geschaffen“, so Schmidt. Das Bekenntnis zu Rinteln und Deutschland falle allerdings nicht ganz leicht bei hierzulande hohen Energiepreisen, Transport- und Materialkosten. Aber er dankte den Gesellschaftern, dass sie diese Investition für Rinteln genehmigt hätten.

Landrat Jörg Farr stellte fest: „In Schaumburg bewegt sich was.“ Stüken sei ein echter „Global Player“, der aber dem Landkreis Schaumburg treu sei und Arbeitsplätze schaffe. Gute Produkte von gut ausgebildeten Mitarbeitern, lobte Farr: „Hier zeigt sich die Leistungsfähigkeit der heimischen Wirtschaft.“

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Bürgermeister Karl-Heinz Buchholz würdigte das 1944 kriegsbedingt von Wuppertal nach Rinteln umgezogene Unternehmen für sein ständiges Wachstum samt Erweiterungen, aber auch für die jahrzehntelange Pflege einer „tollen Unternehmenskultur“. Selbst die Auslandsinvestitionen dienten hier dazu, den Standort Rinteln zu stärken.

Rintelns „erster Global Player“ mit bereits rund 800 Beschäftigten sei unwahrscheinlich wichtig für die Wirtschaftskraft der Weserstadt. Deshalb wünschte Buchholz „weiter tollen Erfolg am inzwischen dritten Standort in Rinteln“. Er könne sich keine bessere Werbung für die Weserstadt als „Hightech aus Rinteln, gefertigt und geliefert von einem mit vielen Preisen ausgezeichneten und weltweit agierenden Unternehmen“ vorstellen.

Geschäftsführer Uwe Krismann berichtete, dass Stüken schon wieder das Produktionsniveau von vor der jüngsten „Wirtschaftskrise überschritten habe, weiteres Wachstum werde folgen. Hohe Qualität sei seit Jahren der Erfolgsfaktor des Unternehmens. Der nun begonnene erste Bauabschnitt umfasse 13.000 Quadratmeter (10.800 für Produktion, Lager und Versand, der Rest für Büros und Sozialräume).

Um den dabei entstehenden zentralen Logistikhof könnten dann neue Erweiterungsbauten folgen. Vier Bauabschnitte sind im Visier. Die neue Fertigungsfläche werde anfangs zur Hälfte genutzt, 50 der langfristig vorgesehenen 100 Mitarbeiter würden dort anfangs tätig. Die zu installierenden Maschinen werden prinzipiell durchlaufen (zumeist Drei-Schicht-Betrieb).

„Dieses Werk ist die logische Ergänzung zu unserem Stammsitz an der Alten Todenmanner Straße. Dort bleibt auch die Entwicklung. Die neue Fabrik wird als schlanke Produktion konzipiert – mit einem u-förmigen Materialfluss und zentralen Steuerplätzen“, erkläre Krismann. Die bedarfsgenaue Steuerung der Produktionsmengen stelle einen Paradigmenwechsel für Stüken dar. Das erspart Lagerhaltung.

Angesichts immer höherer Kundenansprüche an die Reinheit der Zulieferteile von Stüken werden nicht nur künftig reinigungsfähige Kunststoffpaletten (statt Holz) und -verpackungen zum Einsatz kommen. Krismann: "Schmutzpartikel größer als 50 Mikrometer (etwa Haardurchmesser) sollen eliminiert werden." Das erfordert Reinigungsschleusen, Luftumwälzung neunmal pro Stunde und vieles mehr.
Der Rohbau, den das Bauunternehmen Werner Steinmann aus Emmerthal erstellt, soll bis Anfang Dezember stehen.

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Dann beginnt der Innenausbau, der in der 16. Kalenderwoche 2012 abgeschlossen werden soll. Ab Ende April 2012 ist der Bezug des neuen Gebäudes geplant. Ende des zweiten Quartals soll dort die Produktion anlaufen.

Von der Investition entfallen 13 Millionen Euro auf das Gebäude und die Gebäudetechnik. Für weitere zehn Millionen Euro werden Tiefziehpressen und Produktionseinrichtungen aufgestellt.

Der technische Geschäftsführer Krismann erklärte: „Mit dieser modernen Fabrik wird Stüken seine führende Position im Markt weiter ausbauen. Wir werden in diesem Werk präzise Tiefziehteile herstellen, die höchsten Ansprüchen an Genauigkeit und Sauberkeit genügen.“

Aber erst einmal schritten die beiden Geschäftsführer und die Gesellschafter Annette, Kathrin und Philipp Wohlert sowie Andreas Baumann mit Landrat Farr, Bürgermeister Buchholz, Architekt Werner Brandstetter und Bauunternehmer Steinmann zum symbolischen ersten Spatenstich und wirbelten dabei schon viel Staub auf. Nächster gesellschaftlicher Akt auf der Baustelle soll die Grundsteinlegung sein, kündigte Schmidt an.

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