Lehre statt Studium

Tag der Ausbildung

RINTELN. „Die Lehrlinge sind stolz, wenn sie am Ende des Tages ihre erste Steckdose montiert haben“, sagt Martin Wanjura und deutet auf seinen Tisch. Routiniert dreht er eine Schraube in eine abmontierte Steckdose, die vor ihm liegt. Zwei Kabel ragen hervor, er schiebt sie auf die Seite, zieht die Schraube fest. Statt sich durch Vorlesungen zu quälen, den ganzen Tag sitzend in Seminarräumen zu verbringen, könne man im Handwerk echte Befriedigung aus seiner Arbeit und dem Selbsterschaffenen erlangen. Dinge erschaffen, die Bestand haben. Und nicht die fünfte Hausarbeit kurz vor knapp aus Wikipedia zusammenkopieren.

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Das Vorstandsmitglied der Elektrotechnik Innung hat ein Ziel: Mehr Azubis, doch die Suche gestaltet sich schwierig. Deswegen ist die Innung als eine von 38 Vertretern auf dem „Tag der Ausbildung“ präsent.

Doch warum ziehen so viele Jugendliche und junge Erwachsene das Studium der Ausbildung vor? Einerseits sei es der Irrglaube, dass man nach einem Studium zwingend mehr verdiene als beispielsweise ein Meister, der viele Fortbildungen absolviert habe, erklärt die Organisatorin des „Tages der Ausbildung“, Cornelia Kurth. Fritz Pape, Geschäftsführer der Kreishandwerkerschaft Schaumburg, stimmt zu, räumt aber auch eigene Versäumnisse ein: „Das Handwerk hat es verpasst, sein vermeintlich schlechteres Image geradezurücken. Der Nachwuchs wurde vernachlässigt.“ Genau deswegen herrsche der heute viel zitierte Fachkräftemangel.

Allerdings sei langsam, aber sicher Besserung in Sicht, wie Pape oft im Dialog mit den Messegästen feststelle: „Viele Schüler wissen gar nicht, wie immens hoch die Aufstiegschancen sind, wenn man in der Ausbildung richtig Gas gibt.“

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Aileen und Lisa von der Hildburgschule Rinteln sind genau deswegen beim „Tag der Ausbildung“, weil das Studium aus zweierlei Gründen eben nicht das richtige für sie sei: „Ich möchte mein eigenes Geld verdienen und nicht mehr länger nur theoretischen Unterricht haben“, sagt die 16-jährige Lisa. Außer auf die reinen Informationen hoffen sie auch darauf, erste Kontakte zu den Personalleitern der für sie interessanten Unternehmen zu knüpfen. Auch Anna und Candy erkundigen sich auf der Messe nach freien Ausbildungsstellen, wobei ihnen vor allem die Gespräche mit den Azubis gefallen: „Die Azubis berichten aus dem Alltag, der in den Unternehmen herrscht. Das find‘ ich cool,“ so die 16-jährige Candy.

von Malick Volkmann

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