Diskussion in Rinteln geht weiter

Wenn Stadthalle, wohin?

Auf der Burgfeldsweide, direkt gegenüber dem „Weser-Fit“ der VT Rinteln (rechts), wäre Platz für eine Stadthalle. Die Verkehrsanbindung wäre günstig, genügend Raum für Pkw-Stellplätze wäre vorhanden.

Auf der Burgfeldsweide, direkt gegenüber dem „Weser-Fit“ der VT Rinteln (rechts), wäre Platz für eine Stadthalle. Die Verkehrsanbindung wäre günstig, genügend Raum für Pkw-Stellplätze wäre vorhanden.

Rinteln. Die Fragen nach dem Standort ist auch im Rathaus angekommen. Bürgermeister Thomas Priemer hat sich deshalb die Meinung zweier Fachleute für Städteplanung eingeholt, die in Rinteln seit Jahren engagiert sind und jedes Haus, jede Gasse kennen: Uwe Mantik von der CIMA (Institut für Regionalwirtschaft) und damit Einzelhandelsexperte sowie Rolf Schütte von der BauBeCon Sanierungsträger GmbH. Die ist ohnehin derzeit in Rinteln tätig. Hier geht es um die Fortschreibung des integrierten städtebaulichen Entwicklungskonzeptes, Voraussetzung dafür, dass Stadt und Privatinvestoren auch künftig Geld für die Stadtsanierung bekommen.

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Übereinstimmende Aussage beider Experten: Es gebe keinen zwingenden Grund, eine Stadthalle in der Kernstadt zu betreiben. Das biete keine erkennbaren Vorteile. Mantik hält es für sinnvoll, im Brückentor außer den Gewerbeflächen zusätzlich Wohnraum zur Verfügung zu stellen. Wer dort wohnt, kauft hier ein. Das bringe Kaufkraft in die Innenstadt. Ein Saal nur bedingt. Man kann es auch so ausdrücken: Wenn eine große Veranstaltung gegen 23 Uhr zu Ende geht, sind die Geschäfte längst geschlossen, in den Gaststätten stellt man bald die Stühle hoch.

Schütte hält den Flächenverbrauch für eine Stadthalle mit Parkplätzen und Zuwegung in der Innenstadt für problematisch. Mit diesen Flächen könne man etwas Besseres anfangen.

Kein Kommentar

In der Politik hat man sich wohl eine Denkpause verordnet. CDU-Fraktionschef Veit Rauch telefonisch auf die Stadthallen-Pläne angesprochen: „Kein Kommentar.“ Unisono die SPD-Fraktionsvorsitzende Astrid Teigeler-Tegtmeier: „Kein Kommentar.“ Auch Gert Armin Neuhäuser (WGS), der zurzeit bei einer Tagung ist, meldete sich nicht auf eine entsprechende E-Mail.

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Inoffiziell war zu erfahren, bei der CDU ist als möglicher Standort der Steinanger im Gespräch, außerdem eine Fläche zwischen Kloster- und Bäckerstraße. Priemer sagt – darauf angesprochen: Das würde bedeuten, dass entweder Reithalle oder der SC mit Sportplatz ausgelagert werden müssen oder der Parkplatz verschwindet. Aber Parkplätze werden für eine Stadthalle gebraucht. Eine solche Planung durchzusetzen, sei kaum in zwei Legislaturperioden zu schaffen.

Für viele Bürger dürfte diese Idee auch so etwas wie ein Déjà-vu-Erlebnis sein. Denn so ein Konzept ist schon einmal gescheitert. Als der Rat 2006 vorgeschlagen hatte, am Steinanger Mehrfamilienhäuser zu bauen, gründete sich sofort eine Bürgerinitiative „Erhaltet den Steinanger“. Begründung: die Parkplätze seien unverzichtbar.

Der Kollegienplatz scheidet ohnehin aus (Denkmalschutz, zu klein, zu wenige Parkmöglichkeiten bei Großveranstaltungen). Das würde auch für einen Standort zwischen Bäcker- und Klosterstraße gelten.

 Sanierungsbedarf im Brückentor

Priemer fasste noch einmal zusammen, was aus seiner Sicht für die Burgfelsweide spricht: „Das Gelände gegenüber dem VTR-Heim muss nicht gekauft werden.“ Es gehöre bereits der Stadt, liege nicht im Hochwasserbereich, verfüge über genügend Parkplätze, und die Erreichbarkeit sei optimal. „Man ist trotzdem in fünf Minuten in der Innenstadt.“

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Gerade bei Großveranstaltungen sei für Gäste von außerhalb Erreichbarkeit ein wichtigstes Kriterium. Die Halle könnte multifunktional genutzt werden, also auch von den Schulen. Möglich wäre dort eine Gastronomie, die auch Gäste des Hallenbades sowie der VTR bedienen könnte.

Recherchen auf der Homepage der Stadt zeigen: Gegenüber dem Hallenbad ist eine Fläche für Parkplätze bereits überplant. Dort gibt es seit 1980 einen gültigen Bebauungsplan.

Was in der Kommunalpolitik möglicherweise derzeit noch unterschätzt wird, ist der Sanierungsbedarf im Brückentor. Das betrifft nicht nur den Saal, was man in einem internen Papier des Bauamtes nachlesen kann – Endsumme hier rund eine Million Euro. Auch in anderen Teilen des Komplexes müssten dringend Handwerker anrücken.

Spannbreite von vier bis 20 Millionen Euro

So ist nach SN-Informationen im Hotel das oberste Stockwerk mit drei Zimmern nicht mehr zu vermieten, weil vermutlich das Dach undicht ist. Im Restaurant drängt der Brandschutzprüfer schon lange auf die Installation eines Rauchabzuges. Vermutliche Kosten: rund 80000 Euro.

Die Frage, die Rintelns Kommunalpolitiker also entscheiden müssen: Hat es Sinn, dass die Stadt in ihr Eigentum über eine Million Euro investiert, während darum herum das Bauwerk langfristig verfällt?

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Die CDU will nach unseren Informationen am Mittwoch wissen: Was für eine Stadthalle bekommt man für fünf Millionen Euro? Recherchen im Internet zeigen eine Spannbreite für Stadthallen von vier bis 20 Millionen Euro. wm

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