Tote Katze gefunden

Wohin mit fremden Haustierkadavern?

Symbolbild

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Rinteln. Jemand hatte eine getigerte Katze tot an der Konrad-Adenauer-Straße entdeckt. Besitzer meldeten sich allerdings nicht. Was also macht man, wenn man ein fremdes totes Haustier findet?

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„Ich meine, man sollte daran denken, dass verloren gegangene Haustiere meistens schmerzlich vermisst werden und die Eigentümer wissen wollen, was mit ihrem Tier passiert ist“, sagt dazu Dr. Kerstin Haver, Leiterin des Veterinäramtes in Bückeburg. Deshalb sei es eine Geste des Mitgefühls, erst mal in der Nachbarschaft herumzufragen, wem das Tier gehören könnte. Außerdem seien alle Hunde und viele Katzen „gechippt“, das heißt, sie tragen unter der Haut einen Chip mit wichtigen Daten. „Man könnte das Tier zum Tierarzt oder ins Tierheim bringen. Dort wird der Chip ausgelesen und der Eigentümer informiert.“

Tierarzt ermittelt Halter über Chip

Nun ist es ein Unterschied, ob ein totes Haustier irgendwo im öffentlichen Raum der Stadt herumliegt oder ob das fremde Tier auf dem eigenen Grundstück gestorben ist. Im ersten Fall kann man einfach daran vorbeigehen. Es geht einen nichts an, auch wenn es wünschenswert wäre, das Ordnungsamt oder den Baubetriebshof anzurufen, der dafür zuständig ist, den Kadaver abzuholen. Mitarbeiter Heiko Stemme erklärt, dass Tiere wie die tote Katze an der Konrad-Adenauer-Straße, eingesammelt und zum Tierarzt gebracht werden. Findet dieser einen Chip, geht die Entsorgungsverantwortung an den Besitzer über. Ansonsten übergibt der Arzt das Tier an die Tierkörperverwertungsanstalt. Die Kosten dafür übernimmt dann die Stadt.

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Anders sieht das aus, wenn ein totes Haustier auf einem Privatgrundstück liegt. In solchen Fällen wird der Grundstücksbesitzer automatisch auch zum Besitzer des Tieres, und er ist es, der sich um die Entsorgung kümmern muss.

Handelt es sich dabei um ein Kleintier wie Hamster oder Kanarienvogel, dann wird das Tierchen wohl tatsächlich oft einfach in der Biotonne (nicht im Hausmüll) oder im Gebüsch landen. Sollte es um einen toten Hund gehen oder – auch das sei laut Haver schon vorgekommen – um ein entlaufenes und dann verendetes Schaf, dann dürfte es nicht schwer sein, über Chip oder Ohrmarke den Eigentümer ausfindig zu machen.

Bei toten Haustieren wie einer Katze geht man genau so vor, wie man es tun würde, wenn es das eigene Tier wäre. Entweder man meldet sich direkt bei der Tierkörperbeseitigungsanstalt, deren Mitarbeiter dann kommen und es zur Entsorgung mitnehmen. Oder man übergibt es einem Tierarzt, der dann ebenfalls die Tierkörperbeseitigungsanstalt beauftragt. Auch der städtische Baubetriebshof würde so ein Tier abholen und zur Entsorgung abgeben.

Kosten trägt Grundstückseigentümer

Im Landkreis Schaumburg ist die Firma Rendac Icker zuständig für das Einsammeln von Tierkadavern. Täglich gibt es Touren quer durchs Land, zu Tierärzten, auch Landwirten oder eben Privatpersonen. Die Kosten für den Abtransport hat derjenige zu tragen, auf dessen Grundstück der Fund gemacht wurde, es sei denn, der eigentliche Besitzer wird durch einen Chip ausfindig gemacht.

Eine dritte Möglichkeit besteht darin, das aufgefundene Tier im eigenen Garten zu beerdigen. Dafür muss man sich eine Erlaubnis vom Veterinäramt holen, um sicherzugehen, dass das Grundstück nicht etwa in einem Wasserschutzgebiet liegt.

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Die Müll- oder Biotonne jedenfalls kommt für die Entsorgung nicht in Frage. Wer größere Tiere auf diese Weise verschwinden lässt, begeht eine Ordnungswidrigkeit. cok

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