Pastor Dieter Meimbresse

Friedensdienst als „roter Faden“

Pastor Dieter Meimbresse sagt seiner langjährigen Arbeitsstätte bald adieu.

Pastor Dieter Meimbresse sagt seiner langjährigen Arbeitsstätte bald adieu.

LAUENAU. Schon jetzt sprach SN-Mitarbeiter Bernd Althammer mit dem 64-Jährigen über Vergangenes und über weitere Pläne.

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Herr Meimbresse, was überwiegt am Ende Ihrer Amtszeit: Trauer oder Freude?

Obwohl ich meinen Beruf gern ausgeübt habe, freuen sich meine Frau und ich, gemeinsam nach vielen Jahren aus dem Berufsleben ausscheiden zu können und Zeit für neue Pläne zu haben.

War der Beruf eines Seelsorgers von Anfang an Ihr Ziel? 

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Ich war zunächst Speditionskaufmann bis ich meine Berufung erkannte und mich für ein Theologiestudium entschied. Geprägt von der Arbeit in und für die Kirche aber wurde ich bereits in Jungschar- und Jugendgruppen meiner Heimatgemeinde in Hunteburg.

Warum sind Sie so lange auf dieser Pfarrstelle geblieben? War das von Anfang an so vorgesehen?

Wenige Tage nach dem Examen sind wir im Dezember 1980 ins Lauenauer Pfarrhaus eingezogen und waren uns zunächst über die Dauer unseres Aufenthalts nicht sicher. Doch dann haben wir uns zum Bleiben entschieden, auch weil meine Frau als Lehrerin berufliche Perspektiven finden konnte.

Welche besonders schönen Erfahrungen haben Sie in Ihrem Amt gesammelt?

Ich konnte in Lauenau viele neue Ideen umsetzen, insbesondere mein Engagement für den Friedensdienst. Ich war in der Kriegsdienstverweigerer-Betreuung, habe die Zivildienststelle geschaffen. Mit der 1985 gegründeten Gruppe für Frieden, Umwelt und Ökumene nahmen wir an Demonstrationen gegen Atomkraft und Aufrüstung teil.

Und wir haben in vielen Kabarettprogrammen auf unterhaltsame Weise unsere Anliegen verbreitet. Ein besonderes Anliegen war mir das Gedenken an die jüdische Bevölkerung mit der 2005 direkt an der Kirche eingeweihten Stele. Als eine wichtige Aufgabe habe ich die Notfallseelsorge empfunden, die ich über viele Jahre auch geleitet habe.

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Hatten Sie auch negative und Sie persönlich bedrückende Erlebnisse?

Den Rückgang des Gottesdienstbesuches konnten wir selbst durch Sonderformen wie „Go special“ oder mit der Gruppe „Impulse“ nicht aufhalten. Heute ist es leider zur Selbstverständlichkeit geworden, nicht mehr in die Kirche zu gehen. Das Religiöse – und das ist kein spezielles Lauenauer Problem - bröckelt immer mehr ab. In schlechter Erinnerung sind mir auch anonyme Anschuldigungen und Nazi-Parolen auf dem Kirchengelände geblieben.

Haben Sie eigentlich alles schaffen können, was Sie sich vorgenommen hatten? Wie steht die Kirchengemeinde heute da im Vergleich vor 36 Jahren?

Natürlich stand immer die Hoffnung auf besseren Gottesdienstbesuch im Raum. Andererseits aber konnten wir erst- und einmalig einen Theologiekurs mit 40 Teilnehmern zum Abschluss bringen. Und in Sachen Ökumene haben wir gerade in Lauenau eine Selbstverständlichkeit wie es sie in anderen Gemeinden (noch) nicht gibt.Die Arbeit ist umfangreicher geworden, auch seit der Übernahme der Hülseder Kirchen- und der Messenkämper Kapellengemeinde mit dem aufwendigen Hülseder Gebäudeensemble vor jetzt zehn Jahren. Die demographische Entwicklung macht uns ebenfalls sehr zu schaffen. 80 Sterbefälle pro Jahr, wenige Taufen und Kirchenaustritte reduzieren die Zahl der Christen deutlich. Ich bin sehr dankbar für den gemeinsamen langen Weg mit den haupt- und ehrenamtlichen Kräften. Allein mit Diakonin Andrea Nieragden arbeite ich jetzt seit fast 30 Jahren eng zusammen. Die Pfarrstelle bleibt ja zu-nächst vakant.

Gibt es aber etwas, was Sie einem späteren Nachfolger auf den Weg geben würden?

Nach meinem Ausscheiden ist mein Rodenberger Kollege Ralf Janßen für alle organisatorischen Fragen und die Kirchenvorstände zuständig. Alle Amtshandlungen und einen Teil der Gottesdienste wird Pastor Hartmut Syska übernehmen. Beide wie auch ein neuer Amtsinhaber sollten offen sein für die vielen Dinge und die vielen Helfer, die in den beiden Gemeinden vorhanden sind. Daneben ist noch viel Platz für eigene neue Schwerpunkte.

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Was macht der Privatmann Meimbresse nach seinem Ausscheiden? Wird er weiterhin auf der Kanzel stehen?

Es ist auch von der Landeskirche gewünscht, dass Ruheständler in einem ersten Jahr Abstand finden. Ich bleibe jedoch in der Expertenrunde Friedensdienst der Landeskirche und vielleicht werde ich mal wieder eine Gruppenreise planen. Die Organisation der Fahrten musste ich nach der Übernahme von Hülsede bereits damals einstellen. Da wir schon seit Monaten in unserem Haus am Ortsrand von Lauenau wohnen, gibt es noch viel zu tun. Außerdem wollen wir mehr Zeit für unsere fünf Enkelkinder haben.

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