Windräder in Bad Müner

Kommunen wehren sich

An der Spitze des Protests gegen Windradpläne in direkter Nachbarschaft die Vertreter von Messenkamp und Hülsede: Georg Hudalla, Arno Fatzler, Frank Witte, Marion Passuth; Martin Schellhaus und Markus Jacobs (von links).

An der Spitze des Protests gegen Windradpläne in direkter Nachbarschaft die Vertreter von Messenkamp und Hülsede: Georg Hudalla, Arno Fatzler, Frank Witte, Marion Passuth; Martin Schellhaus und Markus Jacobs (von links).

Samtgemeinde Rodenberg. Die Stadt Bad Münder will neben den beiden bestehenden Rädern den Bau weiterer Masten zulassen. Die Samtgemeinde Rodenberg formuliert bereits für ihre Mitgliedsgemeinden Hülsede und Messenkamp den Protest. Einwohner sammeln Unterschriften.

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An die Spitze der Kritiker haben sich die Bürgermeister und Gemeindedirektoren mit Unterstützung von Verwaltungschef Georg Hudalla gesetzt. Sie können nicht verstehen, warum die Nachbarstadt ausgerechnet am äußersten Rand ihrer Gemarkung die ungeliebten Anlagen zulassen will. Denn nur unmittelbar vor den Toren der Stadt Springe sowie eben direkt an der Grenze zum Schaumburger Land sind nach dem gegenwärtigen Entwurf Vorrangflächen vorgesehen.

Fachanwälte sollen helfen

„Wir sehen diese Planung als rücksichtslos an und werden sie nicht tatenlos hinnehmen“, betont Samtgemeindebürgermeister Georg Hudalla, der sich für die besonders betroffenen Orte sogar fachanwaltlicher Hilfe bedient. Gründe sehen die hiesigen Kommunalpolitiker genug, zum Beispiel die direkte Nähe zu den Ansiedlungen Bussenmühle (Schmarrie) und Klein Amerika (Messenkamp). Auch optische und akustische Argumente führen sie an, wenn dort die nach neuester Technik möglichen Anlagen von bis zu 240 Metern Höhe und einem Rotordurchmesser von 160 Metern entstehen würden.

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Rodenbergs Baubereichsleiter Markus Jacobs rechnet vor: „Das sind 320 Meter über einem Niveau von 130 Metern über NN.“ Zum Vergleich: Der Fernmeldeturm auf dem 361 Meter hohen „Großen Hals“ im Deister hat eine Höhe von nur 150 Metern. Damit würden Windräder der neuesten Generation den Deisterkamm überragen und nur etwa 60 Meter niedriger sein als die rot-weiße Turmspitze. Die beiden schon heute vorhandenen Anlagen mit einer Gesamthöhe einschließlich Rotorblättern von 99,6 Metern wären da nur Zwerge.

Artenschutz nicht hinreichend berücksichtigt

Neben dieser „zu befürchtenden erdrückenden Wirkung für die Anlieger“ sehen die Rodenberger Kommunalpolitiker die Auswirkungen auf das unmittelbar benachbarte Naturschutzgebiet „Walterbachtal“ sowie die zu befürchtenden Konflikte mit dem Artenschutz nicht hinreichend berücksichtigt. Dabei sind in direktem Bezug zum umstrittenen Plangebiet bereits von der Stadt Bad Münder zwei Rotmilan- und ein Baumfalkenbrutplatz ausgewiesen.

Doch die Untersuchungen endeten offenbar an der eigenen Gemarkungsgrenze. Dass auf Schaumburger Seite im Walterbachtal Uhu und der seltene Schwarzstorch sowie in Altenhagen II ein weiterer Rotmilanhorst nachgewiesen sind, blieb unberücksichtigt. Besonders das Naturschutzgebiet ist für Messenkamps Bürgermeister Frank Witte ein Hauptgrund, mit ganzer Kraft die weiteren Windkraftanlagen verhindern zu wollen: „Da schaffen Land und Landkreis auch mit Steuergeld einen solchen extremen Schutz für Tiere und Pflanzen, und dann wird das einfach ignoriert.“

Frist bis zum 28. Mai

Hudalla forderte die Bevölkerung auf, auch selbst gegen die Planungen der Stadt Stellung zu beziehen. Eine Möglichkeit bestehe dafür bis zum 28. Mai.

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Witte hat schon etliche Unterschriften gesammelt, um den Protest der Einwohner seiner Gemeinde zu dokumentieren. In Schmarrie und Hülsede laufen ebenfalls Aktivitäten. Einschlägige Erfahrungen bringt die damals gegründete Gruppe "Hülseder Gegenwind" mit: Sie verhinderte vor drei Jahren mit Erfolg Windradpläne in der eigenen Gemarkung. nah

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