Lauenau /<wbr> Ehemaliges Forsthaus

Wo Blumen für den Kurfürsten wuchsen

Einst Vorwerk, Gärtnereibetrieb, Revierförsterei und Schäferei: Das 1738 errichtete „Forsthaus Blumenhagen“ im Winterkleid.

Einst Vorwerk, Gärtnereibetrieb, Revierförsterei und Schäferei: Das 1738 errichtete „Forsthaus Blumenhagen“ im Winterkleid.

Lauenau (nah). Ob davon der Name der kleinen Siedlung abzuleiten ist, kann durchaus bezweifelt werden. Viel wahrscheinlicher ist die Herkunft von einem alten Rittergeschlecht. Als Indiz dafür gilt nach Untersuchungen des Heimatforschers Karl Parisius die Unterschrift von Wulfhardus Blome aus dem Jahr 1294, der die Schenkung eines Hofes von Justatius von Münchhausen in Swedestorpe an das Kloster Obernkirchen bezeugte. Swedestorpe ist der ursprüngliche Name von Lauenau.

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Die Münchhausens sind mit dem Blumenhäger Gut 1529 und 1556 gleich zweimal belehnt worden. Um 1600 ist es als „gräfliches Vorwerk“ dokumentiert. Das erklärt, warum in der Kopfsteuerbeschreibung von 1689 die Bewohner nicht separat aufgeführt worden sind, während vergleichbaren Weilern im Amtsbezirk Lauenau wie Lübbersen, Waltershagen und Herriehausen eigene Abschnitte gewidmet werden.

Mit der Blumenanzucht wuchs offenbar die Bedeutung des Gutes, sodass 1738 das heute noch bestehende Gebäude errichtet wurde. Es ist 40 Meter lang und 16 Meter breit und bot genug Platz für Geräte, Wagen und Pferde. 1850 wurde das Vorwerk vom Lauenauer Amtsschloss abgetrennt und als Sondergut verpachtet. 1900 übernahm es die Forstverwaltung, die dort eine der sieben Revierförstereien im Inspektionskreis Springe ansiedelte. Zuvor befand sich die Dienststelle an der heutigen Rodenberger Straße in Lauenau. Mit der Übertragung an die Forstverwaltung fiel der größte Teil der dazugehörigen Ländereien in den Besitz der Domäne Lauenau, die zwischenzeitlich im dortigen Amtsschloss errichtet worden war. Nur vier Hektar der ursprünglich 78,5 Hektar blieben übrig.

1965 wurde die Försterei Blumenhagen aufgegeben. Schon zwei Jahre zuvor hatte ein Schäfer das Anwesen übernommen, der es später an die heutige Eigentümerfamilie verkaufte. Das Wohnhaus der Waldarbeiter, das neben dem Hauptgebäude rechts des kleinen Bachlaufs stand, wurde in den fünfziger Jahren abgerissen. Ein Neubau diente für einige Zeit als Dienstsitz des Försters.

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Völlig in Vergessenheit geraten ist der zum Vorwerk einst gehörende Mahlbetrieb. Schon im 18. Jahrhundert befand sich hier eine Walkmühle, die 1714 von der Lederverarbeitung auf die Herstellung von „Tuch und wüllene Zeuge“ umgestellt wurde. Im 19. Jahrhundert wollte der damalige Pächter die Anlage für das Mahlen von Schrot und Mehl erweitern. Ob die Hinweise auf den hohen Eigenbedarf, den weiten Weg zur nächsten Mühle und den Wasserreichtum des Bachs jedoch zu einem positiven Bescheid geführt haben, ist nicht bekannt.

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