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Übung der Feuerwehr

Ganz schön ungemütlich

Übungseinsatz der Feuerwehr Sachsenhagen

Schwindelfrei: Zwei Übungsteilnehmer bringen eine Trage auf die hohe Sortieranlage. Fotos: sk (3)

Sachsenhagen. Keinen Feuerwehrmann hat der Pieper von der heimischen Terrasse geholt. Die Großübung war geplant. Alle 30 Fahrzeuge mit Besatzungen hatten sich gegen 18 Uhr auf dem großen Platz am Hafen versammelt. Setzt sich die Kreisbereitschaft Nord in Gang, um bei größeren Schadenslagen zu helfen, ist hier der Sammelplatz. Zur Bereitschaft gehören die Feuerwehren aus Stadthagen sowie der Samtgemeinden Lindhorst, Nenndorf, Niedernwöhren, Rodenberg und Sachsenhagen.

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Als einziger Feuerwehrmann stand derweil Sachsenhagens stellvertretender Gemeindebrandmeister Jörg Wunnenberg am anderen Ende des Ortes – vor der mehr als zehn Meter hohen und 200 Meter langen Halle des Entsorgungszentrums. Wunnenberg war Leiter der Übungsvorbereitungsgruppe. Vor der Halle wird werktags der ankommende Müll sortiert.

Friedliche Stille herrschte am frühen Freitagabend auf der weitläufigen Anlage. Nichts deutete auf bald einsetzenden Rettungsbetrieb hin. Allerdings: Der linke Hallenteil füllte sich mit „Rauch“; tatsächlich kam Bühnennebel zum Einsatz.

Das Übungsszenario bei schweißtreibenden Sommertemperaturen beschrieb ein Feuer auf dem Holzlagerplatz hinter der Halle. Starker Wind sollte den Rauch in die Halle getrieben haben. Dort wiederum, sah der Übungsplan vor, versuchten AWS-Mitarbeiter Radlader und andere Fahrzeuge aus dem Gebäude zu fahren. Menschen wurden vermisst und das Feuer drohte, sich auszubreiten. Vor dieser angenommen Situation standen die nach und nach eintreffenden Feuerwehrleute, in Empfang genommen von Wunnenberg, der die Ortswehren repräsentierte, die im Ernstfall zuerst vor Ort gewesen wären.

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Die vier Züge der Bereitschaft verteilten sich auf dem Gelände: Hohe Wasserbögen waren bald hinter der Halle zu sehen. Hier wurde der angenommene Brand des Holzhaufens bekämpft. Viele Meter Schlauch zogen sich von den Tanklöschfahrzeugen über das Gelände.

Rettung: Freiwillige spielen die Opfer

Aus dem Löschteich auf der anderen Hallenseite wurde Wasser gepumpt, zur Brandbekämpfung in der vernebelten Halle. Hier war außerdem Menschenrettung die Aufgabe. Freiwillige spielten die Opfer, die erst einmal gefunden werden mussten.

Schwierig gestaltete sich die Rettung einer Person von der hohen verwinkelten Sortieranlage. Mittels Schleifkorbtrage über schmale Treppe war dies für die Retter in voller Montur und Pressluftatmern eine echte Herausforderung. Dazu gellte unaufhörlich echter durchdringender akustischer Alarm durch die Halle.

Ungemütlich war die Rettung auch für die Opferstatisten. Es wurde „ganz schön eng in dem Radlader“, berichtete Manuela Janz, die aus einem Fahrzeug geborgen wurde.

Am Schluss zeigte sich Bereitschaftsleiter Marc Henning Kommerein "im großen und ganzen zufrieden" mit dem Ablauf der "recht anspruchsvollen Übung". Eine ausführliche Nachbesprechung folgt im Mai. Kommerein dankte allen Beteiligten für ihren Einsatz und der AWS, die ihre Anlage zur Verfügung gestellt hatte. In der Zusammenkunft am Verpflegungstreffpunkt wurde außerdem offiziell Roland Kramer als stellvertretender Bereitschaftsleiter verabschiedet. Die Funktion übt bereits seit Januar Kim Röhrbein aus. sk

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Bilder auf sn-online.de

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