Rechtslage

Landkreis lässt Ortsschild versetzen

Das Ortsschild an der Straße Dühlfeld befindet sich jetzt auf Höhe der beginnenden Bebauung.

Das Ortsschild an der Straße Dühlfeld befindet sich jetzt auf Höhe der beginnenden Bebauung.

Sachsenhagen. An der Straßenführung Am Hafen/Dühlfeld ist das Ortsschild verrückt worden. Ganz legal. Stand es bislang in Richtung Innenstadt gleich hinter der Kanalüberquerung, ist das gelbe Schild jetzt etwa 300 Meter weiter auf Höhe des ersten Wohnhauses installiert worden. Warum dies geschah, fragen sich viele Bürger. Auf der Hauptversammlung der Feuerwehr am Wochenende hätten ihn acht Sachsenhäger auf die neue Situation angesprochen, berichtete Bürgermeister Ralf Hantke. Ganz so einfach lasse es sich jedoch nicht erklären. Es bedeute keinesfalls, dass sich die Ortsgrenze verschoben habe; der Sportplatz, der jetzt (von Lindhorst kommend) vor dem Ortsschild liegt, gehört weiterhin zur Stadt. Die Schildversetzung hat vielmehr verkehrsrechtliche Gründe.

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Tempo sollte bereits vor dem Kanal reduziert werden

In den Ort wird aus Richtung Lindhorst vielfach zu schnell hineingefahren; bis zum Ortsschild konnten die Autofahrer bisher mit Tempo 100 unterwegs sein. Darum hatte der Stadtrat den Wunsch, das Tempo bereits vor dem Kanal und der nahen Einmündung der L 370 aus Ottensen ("hier passieren viele Unfälle", so Hantke) das Tempo auf 70 Kilometer pro Stunde herabsetzen zu lassen. Das hatte der Landkreis jedoch abschlägig beschieden. "Tempo 70 in Kombination mit einer Ortstafel geht nicht", erklärte der Bürgermeister.
Vielmehr ist nun eine andere Möglichkeit einer Tempo-"Trichterung" zum Zuge gekommen. Dort, wo das Ortsschild stand, begrenzt jetzt ein Tempo-50-Schild die Geschwindigkeit. Das Ortschild wanderte weiter stadteinwärts und besagt ebenfalls, dass maximal 50 Kilometer pro Stunde gefahren werden darf.

Rechtslage umgesetzt

Mit der genauen Position des Schildes ist eine bestehende (aber noch nicht überall zum Zuge gekommene) Rechtslage umgesetzt worden: Ein Ortseingangschild muss dort stehen, wo die örtliche Bebauung beginnt. Das habe der Landkreis am vergangenen Donnerstag in Sachsenhagen verwirklicht, so Hantke. Hätte der Stadtrat sich nicht wegen des gewünschten Tempo-70-Schildes an den Landkreis gewandt (und damit „schlafende Hunde geweckt“), wäre die Schild-Verrückung nicht oder nicht so schnell gekommen, vermutet Hantke.

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Weitere Schilder müssten folgen

Die neue Regelung sieht der Bürgermeister als „Schild-Bürgerstreich“; denn den jetzt aufgestellten Tempo-50-Schildern müssten in Konsequenz etliche weitere Schilder folgen. Stadtauswärts fungiert das neu platzierte Ortsschild als Ortsausgangsschild nach dem im Prinzip wieder Tempo 100 gefahren werden dürfe. Damit dies im Stadtgebiet ab der neuen Rettungswache bis zum Kanal nicht geschehe, müsste ein weiteres Tempo-50-Schild aufgestellt werden. Unklar sei auch die Situation auf der Auhäger Straße und deren Nebenstraßen, die Apotheker-Ernsting-Straße, die Wilhelm-Romberg-Straße und die Straße am Sportplatz. Aus Auhagen kommend vor der Einmündung der Nebenstraße hat bislang das Sachsenhäger Ortschild gestanden. Es ist entfernt worden – Tempo-50-Schilder und grüne Ortshinweistafeln nach Einmündung der Nebenstraßen sind gesetzt worden. Die Nebenstraßen würden durch den Wegfall des Ortschildes nun nicht mehr von eine Tempo-Regelung erfasst. Theoretisch könne man hier nun 100 fahren, sieht Hantke. Um das zu verhindern, müsste eventuell eine Zonenbeschilderung kommen. Hantke: „Das ist rechtlich alles noch nicht ausgegoren.“

Stadt wollte alte Position des Ortsschildes behalten

Die Stadt hätte die alte Position des Ortschildes gern behalten, nachdem feststand, dass das Tempo-70-Schild nicht möglich war. Dies habe man dem Landkreis auch vor einigen Monaten schriftlich mitgeteilt. Es wurde aber nun die beschriebene Rechtslage umgesetzt.
Ob dies zumindest den Effekt habe, dass die Autofahrer langsamer in den Ort fahren, bleibe abzuwarten. "Wir werden es überprüfen", so Hantke.

Von Vera Skamira

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