SN-Leserreise nach Berlin

So spannend kann Politik sein

Die SN-Leserreise-Gruppe im Bundestag.

Berlin/Landkreis. So erfahren die Teilnehmer der SN-Leserreise „Politisches Berlin“ hautnah, wie es um das Klima innerhalb der Großen Koalition bestellt ist. Auch bei der sich anschließenden, von Chefredakteur Marc Fügmann moderierten Diskussionsrunde im Europa-Saal spielen sich beide Parlamentarier die Bälle zu, tauschen Höflichkeiten aus, machen aber auch schon mal deutlich, wo sie politisch nicht einer Meinung sind.

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Einig sind sich Völlers und Beermann darin, dass der Bundestag eigentlich verkleinert gehört – was bislang jedoch an fehlender Veränderungsbereitschaft auch der eigenen Fraktionen gescheitert ist. Und auch darin, dass die Autobahn 2 hoffnungslos überlastet ist, weshalb die Bahnstrecke durch das Schaumburger Land dringend ausgebaut werden müsse.

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Während Völlers, deren Partei in einigen Ländern seit Längerem gemeinsam mit den Linken regiert, um keinen Preis mit der AfD zusammengehen würde („Einem solchen Koalitionsvertrag würde ich niemals zustimmen“), lehnt Beermann Bündnisse mit der Linken ab („Das ist für mich noch immer die Nachfolgepartei der SED“). Dafür hat er in den Reihen der AfD immerhin zwei Kollegen ausgemacht, mit denen er gut zusammenarbeite. „Die schütteln aber oft selbst den Kopf, wenn sie ihre eigenen Leute am Rednerpult hören“, verrät er den aufmerksamen Zuhörern aus seinem Wahlkreis. Dass Beermann und Völlers eigens für das Treffen mit ihnen nach Berlin gekommen sind, wo derzeit noch parlamentarische Sommerpause herrscht, bringt beiden Politikern reichlich Sympathiepunkte und beim Abschied noch mehr Beifall ein.

Die Schaumburger Nachrichten öffnen ihren Leserinnen und Lesern auch auf dieser Reise wieder viele zahlreiche Türen, die sonst verschlossen bleiben. Im Parlamentsbüro des RedaktionsNetzwerk Deutschland (RND) erfahren sie von Korrespondent Andreas Niesmann, wie die vielen exklusiven Nachrichten aus der Hauptstadt den Weg ins Blatt finden. Dass das RND längst einer der gefragtesten Gesprächspartner für Spitzenpolitiker ist, merken die Schaumburger schon gleich am Eingang, wo ihnen Gregor Gysi nach einem absolvierten Interviewtermin über den Weg läuft.

Prominenz bei "Maybrit Illner

Reichlich Prominenz gibt es auch abends bei der Talkshow „Maybrit Illner“ zu bestaunen. Im ZDF-Studio an der Flaniermeile Unter den Linden diskutiert die Fernsehjournalistin unter anderem mit Bundesumweltministerin Svenja Schulze, Grünen-Chef Robert Habeck und FDP-Vize Wolfgang Kubicki über die drohende Klimakatastrophe. 40 Zuschauerplätze sind für die SN-Gruppe reserviert. Doch zuvor müssen alle noch eine Sicherheitskontrolle wie am Flughafen über sich ergehen lassen.

Das bleibt den Schaumburgern am Airport Berlin-Brandenburg noch erspart. Seit 2012 praktisch fertig, hat dort bis heute kein Urlaubsflieger von der Startbahn abgehoben. Stattdessen ist BER zum Synonym für das größte Scheitern eines Bauprojekts in der deutschen Nachkriegsgeschichte geworden. Bei einer exklusiven Führung durch die menschenleeren Abfertigungshallen und über das Rollfeld des Geisterflughafens erfahren die Reiseteilnehmer viel über die Hintergründe des Desasters: angefangen bei der großen Einflussnahme der Politik, über fehlenden Sachverstand, ständig wechselnde Baufirmen und dem mehrfachen Austausch der Geschäftsführung bis hin zum Zulassen von Planungsänderungen noch während der Bauphase. Bis heute hat die Betreibergesellschaft die Probleme mit dem Brandschutz nicht im Griff. 2020 soll der im Bauhaus-Stil gehaltene Flughafen nun endlich eröffnet werden. Fest steht jedoch heute bereits, dass er auch dann viel zu klein sein wird, um das in den vergangenen Jahren gestiegene Fluggastaufkommen bewältigen zu können.

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Abgerundet wird die Reise ins "Politische Berlin" mit einem Besuch in der niedersächsischen Landesvertretung und im Stasi-Unterlagenarchiv (Gauck-Behörde) sowie mit Stippvisiten in Kanzleramt, Auswärtigem Amt, Innen- und Verteidigungsministerium. Angesichts eines derart anspruchsvollen, aber auch anstrengenden Programms wissen die SN-Leser den erholsamen Komfort ihrer edlen Fünf-Sterne-Herberge im Stadtteil Tiergarten besonders zu schätzen. Mit vielen neuen Eindrücken treten sie nach drei Tagen die Heimfahrt an. Nicht ohne sich schon unterwegs danach zu erkundigen, wann ihre Zeitung das nächste Mal eine solch spannende Reise anbieten wird. mf

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