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Religionen im Dialog

450 Gäste bei interkulturellem Abend der Landeskirche

Jörg Farr (links) und Grant Hendrik Tonne (Dritter von links) zünden mit weiteren Gottesdienstbesuchern Kerzen für den Frieden an. Imam Kenan Demir singt ein Gebet. fotos: sk

Jörg Farr (links) und Grant Hendrik Tonne (Dritter von links) zünden mit weiteren Gottesdienstbesuchern Kerzen für den Frieden an. Imam Kenan Demir singt ein Gebet. fotos: sk

Stadthagen. Mit der Vorstellung des eigenen Glaubens, mit Musik, Gebeten und dem Anzünden von Friedenskerzen gestalteten Vertreter der Religionsgemeinschaften und kulturelle Gruppen sowie die Besucher den Abend.

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Der katholische Pastor saß neben dem Imam der türkisch-islamischen Gemeinde, Kenan Demir. Letzterer war nicht nur stummer Gast, sondern setzte sich vor die Kirchenbesucher und betete. Der Chor des Alevitischen Kulturzentrums bereicherte den Dialog-Abend musikalisch. Für die jüdische Gemeinde Bad Nenndorf sprachen Marina Jalowaja und Ludmilla Nekrasova.

Den anderen im Blick haben

Der Jugendchor der St.-Martini-Gemeinde begrüßte die Gäste, darunter Landrat Jörg Farr und der niedersächsische Kultusminister Grant Hendrik Tonne, mit einem schwungvollen Gospel: „Give me that old time religion – Gib mir diese gute alte Religion.“ Diese ist verschieden für verschiedene Menschen.

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Damit ein Neben- und Miteinander der Religionsgemeinschaften und Kulturen möglich ist, sei es notwendig, nicht nur auf die eigene Freiheit des Glaubens zu pochen, sondern den „anderen im Blick zu haben“, mahnte Landesbischof Karl-Hinrich Manzke an. Es gelte, „der Achtung Raum zu geben.“

Konstruktiv mit Ängsten umgehen

Farr lud zur interkulturellen Woche ein und wies beim Thema Migration auf Ansprechpartner beim Landkreis hin. In Bezug auf eine sich verändernde Gesellschaft, in der der Mittelstand Statusverlust fürchte und sich Argwohn gegen Fremde verbreite, riet Tonne, Ängste und Konflikte wahrzunehmen und konstruktiv damit umzugehen. Der aktuelle Abend diene dazu, einer Abschottung der Kulturen und Religionen untereinander Einhalt zu gebieten. Das Thema Reformation aufgreifend meinte er, dass Martin Luther mit der „Freiheit des Einzelnen“ eine „Freiheit mit Verantwortung“ und nicht „die Axt im Walde“ gemeint habe.

Der Islam sei für ihn prägender als die Kultur, sagte Halil Kahraman (26) von der Islamisch-türkischen Gemeinde. Er versuche, mit anderen jungen Menschen, den Glauben richtig zu praktizieren und das heiße, "respektvoll miteinander umzugehen." Welchen Stellenwert und welche Ausprägung der eigene Glaube für sie persönlich habe, beantworteten Akteure aus verschiedenen Kultur- und Religionsgruppen. sk

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