Stadthagen

Aus für Eisbahn

Stadthagen. Die Zahl der Eisbahn-Nutzer sei in der abgelaufenen Saison im Vergleich zum Vorjahr mit nur noch 8000 um 23 Prozent gesunken, teilten die Wirtschaftsbetriebe mit. Dies zeige, dass "selbst an vielen schönen Wintertagen nur noch wenig Interesse an der Eisbahn besteht", so Geschäftsührer Helmut Kirchhöfer. Das führe zu einem Jahresminus von 120 000 Euro, anders ausgedrückt zu einem Zuschussbedarf von 15 Euro pro Besucher (siehe Tabelle).
Natürlich sei es "keine schöne Maßnahme", eine Eisbahn zu schließen, räumte SPD/FDP-Gruppensprecher Karsten Becker ein. Auch ein Bedarf von 4000 Besuchern im Monat sei ernst zu nehmen, aber bei einem Zuschuss von 120 000 Euro stelle sich die Frage nach dem Verhältnis von Aufwand und Nutzen. Bürgermeister Bernd Hellmann (SPD) fügte hinzu, "15 Euro Zuschuss für jeden Besucher sind einfach zu viel". Das Nachlassen des Interesses führten beide vor allem auf die Ausdehnung der Ganztagsangebote der Schulen und auf die Mehrbelastung von Gymnasiasten durch das Abitur nach zwölf Jahren zurück.
"Dieses Ding ist passé, es ist einfach nicht mehr modern", resümierte flapsig CDU-Fraktionssprecher Gunter Feuerbach. Im Unterschied zu Lauenau (Halle), Bückeburg (Marktplatz) oder Porta Westfalica (Zelt) weise das zugige Außengelände am Jahnstraßen-Teich "als Standort einfach nicht genügend Attraktivität auf". Die Anlage verschlinge zudem "eine Unmenge an Energie".
In den warmen Wintern der Vorjahre habe die Kühlleistung trotzdem kaum ausgereicht: "Da ist man knöchelhoch durchs Wasser geschliddert." Alternativ könne man für die kommenden Winter überlegen, "eine mit Eis überzogene Wiese am Stadtrand mit fast null Kosten so zu sichern, dass da Schlittschuh gelaufen und Eishockey gespielt werden kann", regte Feuerbach an.
"Klipp und klar gegen die Schließung" war als einziger im Rat Richard Wilmers (WIR). 170 Besucher pro Tag seien schließlich nicht wenig. Die Eisbahn sei im Winter ein beliebter Treffpunkt für Jugendliche. Und in der Kreisstadt sei "jedes Angebot für Jugendliche außerhalb verbindlicher Vereinsstrukturen sinnvoll".
Gemeinsam warfen Becker und Feuerbach einen Blick in die Zukunft. Schnell müsse ein Nachnutzungskonzept für die vom Eis befreite Anlage her. Denkbar wäre auf der Bitumenschicht etwa eine Rollschuh- und Inlinerbahn. Wichtig war den großen Fraktionen, bei den Planungen die Jugendlichen mit einzubeziehen. ssr

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