Stadthagen / Neue Gesetze

Ein rotes Pflaster macht noch keinen Radweg

Aufs rote Pflaster oder auf die Straße? An der Seiler- und der Schachtstraße sind noch rote Radweg-Markierungen aus früheren Zeiten angebracht. Offiziell gültig sind diese aber nicht mehr.

Aufs rote Pflaster oder auf die Straße? An der Seiler- und der Schachtstraße sind noch rote Radweg-Markierungen aus früheren Zeiten angebracht. Offiziell gültig sind diese aber nicht mehr.

Stadthagen. Nicht immer ist die Verkehrsführung in Stadthagen für Fahrradfahrer leicht zu durchschauen. Neue Gesetze und Vorgaben haben über die Jahre hinweg so manchem einstigem Radweg den Garaus gemacht, weil dessen Maße oder andere Voraussetzungen nicht mehr den Richtlinien entsprechen. Was bleibt, ist das rote Gehwegpflaster, das bei den Verkehrsteilnehmern – Fußgängern, Auto- und Radfahrern – nicht selten für Verwirrung sorgt. Ein paar grundlegende Regeln helfen beim Durchblick durch den "Radwege-Dschungel".

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Grundsätzlich gilt: Eine rote Wegemarkierung besagt für sich genommen erst einmal gar nichts. Ausschlaggebend ist allein eine entsprechende Beschilderung. Wenn ein Gehsteig, auch wenn er noch so rot ist, am Anfang und Ende der Markierung kein Schild mit dem Symbol „Radweg“ (weißes Fahrrad auf blauem Grund) oder „Gemischter Rad- und Fußweg“ (zwei Fußgänger über oder neben einem Fahrrad abgebildet) steht, ist er für Radfahrer auch nicht mehr vorgeschrieben oder gar vorgesehen.

Warum aber sind die Wege dann überhaupt so markiert worden? „Manche davon stammen noch aus den siebziger Jahren“, erklärt Gerd Hegemann, Bauamtsleiter der Stadt Stadthagen. Seitdem haben sich viele Gesetze und Voraussetzungen geändert: Radwege müssen beispielsweise eine bestimmte Mindestbreite aufweisen, und in Dreißiger-Zonen darf es ohnehin keine Radwege geben. Wo die einst angelegten Wege mit den neuen Richtlinien „kollodieren“, sind sie auch nicht mehr gültig. Aus Gründen des Aufwands und der Kosten wurde aber nicht jeder Gehsteig deswegen gleich aufgerissen, um die rote Pflasterung zu entfernen. So finden sich – quer über die Stadt verteilt – noch immer diverse solcher alten „Phantom-Radwege“ (siehe Info-Kasten).

Wo ein Radweg allerdings gültig ist, ist seine Benutzung auch verpflichtend. Wer sich nicht daran hält, für den kann es unter Umständen teuer werden (siehe Info-Kasten).
Übrigens: Eine rote Markierung ist für die Ausweisung eines Radwegs weder ausschlaggebend, noch zwingend nötig. So gibt es auch viele "einfarbige" gemischte Gehsteige. Sind auf dem Schild die Fußgänger neben dem Fahrrad abgebildet, sind die Wege der beiden klar voneinander abgetrennt. Stehen die Symbole jedoch untereinander, müssen sich die Verkehrsteilnehmer den kompletten Weg teilen, wobei die Fahrradfahrer dann zu einer besonderen Rücksichtnahme verpflichtet sind.

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Ein Blick in den Bußgeldkatalog

Als Radfahrer den "falschen Weg" einzuschlagen, kann mitunter teuer werden. Im Bußgeldkatalog für Radfahrer ist genau aufgeführt, für welches Vergehen welche Strafe droht. Ein Auszug:
Einen beschilderten Radweg nicht benutzen: 20 Euro
Auf einem nicht freigegebenen Gehweg fahren: 15 Euro
Auf einem freigegebenen Gehweg schneller als mit Schrittgeschwindigkeit fahren: 15 Euro
Die Angaben beziehen sich auf das reine Fehlverhalten. Wer andere Verkehrsteilnehmer gefährdet oder gar verletzt, muss auch mit einem höheren Bußgeld rechnen. Allerdings muss nicht jeder Radler, wenn er von der Polizei erwischt wird, sofort den Geldbeutel zücken. Wenn bei dem Vergehen keine unmittelbare Gefahr für andere besteht, belässt es die Polizei für gewöhnlich erst einmal bei einer Ermahnung, heißt es von der Polizeidienststelle in Stadthagen. Und gerade wenn die Situation – wie bei den ehemaligen Radwegen – für die Verkehrsteilnehmer entsprechend unübersichtlich ist, werde eher mal ein Auge zugedrückt.

Ungültig

Die Planungsgemeinschaft Verkehr (PGV) von Stadthagen hat die "nicht benutzungspflichtigen" – also inzwischen ungültigen – Radwege der Stadt einmal aufgelistet:
• Körsestraße (etwa 400 Meter nach Kreuzung Triftstraße)
• Seilerstraße (Kreuzung Enzer Straße bis Kreuzung St. Annen)
• Schachtstraße (knapp hinter Kreuzung Jahnstraße bis Kreuzung Oberntorstraße)
• Habichhorster Straße in Teilen (Vorgaben nicht für beide Straßenseiten identisch)
• Ostring
• Jahnstraße (Kreuzung Westphalstraße bis Kreuzung Enzer Straße)
• Enzer Straße in Teilen (Vorgaben nicht für beide Straßenseiten identisch)
• Hüttenstraße
• Bahnhofstraße (Kreuzung Breslauer Straße bis Kreuzung Marktstraße)
• Bahnunterführung an der Nordsehler Straße
• Breslauer Straße
• Nordring
• Teichstraße (von Kreuzung Herminenstraße bis zur Hülse)
• Probsthäger Straße kle

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