Stadthagen / Geschichte

Einblick in das mittelalterliche Stadthagen

Stadthagen (aw). Bei den Untersuchungen, die im Zuge einer Kanalsanierung durchgeführt worden waren, hatten Berthold und seine Helfer zahlreiche Holzsärge aus dem Mittelalter entdeckt. "Wir haben dann direkt versucht, das Ganze ein bisschen zu entzerren", sagte Berthold. Derartige Funde sind für den Kommunalarchäologen sehr wichtig, ermöglichen sie doch den Blick auf einen für die Stadt noch weitgehend unerforschten Zeitabschnitt. "Stadthagen nennt sich Stadt der Weserrenaissance, ist aber auch eine Stadt des Mittelalters", stellte Berthold fest.

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Das Problem für die Erforschung dieser Zeit ist Berthold zufolge, dass es dazu kaum schriftliche Quellen gibt. Pläne oder Abbildungen liegen überhaupt nicht vor. Die älteste erhaltene Karte Stadthagens, der Houpe-Plan, ist erst 1784 entstanden. Unter der Erde, so Berthold weiter, gebe es jedoch noch Einiges zu entdecken. „Es ist viel Potenzial da. Das darf man nicht vor die Hunde gehen lassen.“ Berthold bedauerte, dass es beim Bau der Tiefgaragen in Stadthagen keine archäologischen Untersuchungen gegeben habe. Dieses Terrain sei verloren.

Der Kommunalarchäologe räumte während seines Vortrags auch mit einigen Mythen der "Grabungsromantik" auf. So sei die Untersuchung der Gräber bei St. Martini "keine angenehme, sondern eine schwierige Grabung" gewesen. Der Grund: Direkt über den Särgen lag das Abwasserrohr.
Anhand der Jahresringe im Holz konnte Forscher Berthold zufolge das Alter der Särge bestimmt werden. Viele Totenschreine waren schon eingedrückt. Andere, mit dickerem Holz gefertigte Särge wohlhabender Bürger sind bis heute erhalten geblieben. "Wir haben hier einen Querschnitt durch die gesamte Bevölkerung", erklärte Berthold.

Aus den Gräbern, von denen Berthold und seine Helfer etwa 100 „festgestellt“ haben, können Archäologen Rückschlüsse auf den Aufbau der Bevölkerung, den allgemeinen Gesundheitszustand und die Ernährung der Menschen ziehen. Bislang sei das in Stadthagen allerdings noch nicht passiert, so Berthold.

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Darüber hinaus stellte Berthold fest, dass das Friedhofsareal über die jetzt freie Fläche hinausging. Man habe unter den Mauerresten eines heute nicht mehr vorhandenen Gebäudes hinter der Kirche Särge gefunden.

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