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Karl-Heinz Knigge

Forstwirtschaftsmeister feiert Jubiläum

Über den Ziegenbach in Lüdersfeld bei Familie Neumann hat Karl-Heinz Knigge Bretter gelegt. Aus dem Rest-Stamm eines Baumes, der weiterhin in der Erde wurzelt, „befreit“ der Holzschnitzer mit der Motorsäge eine Eule.

Stadthagen. Bäume sind sein Leben, denn Holz und Kettensäge inspirieren ihn auch in der Freizeit.

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Nach der Schule hat Knigge 1978 eine Ausbildung zum Forstwirt begonnen. Das Gute lag für den Obernwöhrener nicht nur räumlich nahe. Sein Stiefvater hatte den selben Beruf. Mit 13 Jahren fällte Karl-Heinz Knigge seinen ersten Baum.

Der junge Mann lernte zunächst beim staatlichen Forstamt Obernkirchen, das 1979 aufgelöst wurde. Er hätte nach seiner Ausbildung bei der Klosterkammer anfangen können, die ein Waldgebiet von Bad Eilsen bis Algesdorf und darüber hinaus bewirtschaftet. Das hätte Versetzungen bedeuten können. Knigge wollte aber in Schaumburg bleiben und entschied sich für den Kreisforst, wo auch der Stiefvater tätig war und wo er Kontakt zu Förstern hatte. Seit 1981 ist der Landkreis ist sein Arbeitgeber.

Im Wald statt im Büro

Wer früh morgens statt ins Büro lieber durch den Wald gehen würde, der kann Knigge beneiden. Die Arbeit des Forstwirts beginnt um 7 Uhr und endet um 16 Uhr – es sei denn, Sturm und Dauerregen machen einen Sondereinsatz nötig. „Man ist immer an der frischen Luft“, schwärmt Knigge. „Ich liebe meinen Beruf.“

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1998 legte er seine Prüfung zum Forstwirtschaftsmeister ab. Das brachte neue Aufgaben mit sich. Der Obernwöhrener betreut Projekte im Naturschutz, im Bereich Neuanpflanzungen und im Forstschutz. Knigge liebt die Abwechslung in seinem Beruf.

Die Meisterprüfung brachte ein weiteres Tätigkeitsfeld und wie sich herausstellte, nicht nur ein berufliches. Knigge wurde Ausbilder im Motorsägen. In Kursen unterrichtet er Privatleute, die ihr Brennholz selbst herstellen wollen, außerdem Auszubildende der agrarwirtschaftlichen Justus-von Liebig-Schule in Hannover und Feuerwehrleute.

Kunst mit Kettensäge

Die Motorsäge machte Knigge darüber hinaus zum Kunsthandwerker. 2003 wurde der Obernwöhrener im Internet auf das Holzschnitzen mit der Motorsäge aufmerksam. Das wollte er selbst ausprobieren. Als erstes Projekt entstand die Figur eines zwei Meter hohen Bären. Der geschnitzte Riese hält seitdem Wache vor seinem Haus.

Knigge war fasziniert vom neuen Hobby, belegte Kurse, die ihm nochmals einen „richtigen Anstoß“ gaben, seine Fertigkeit mit der Säge zu nutzen und neue Techniken zu lernen. Schließlich wurden die Motorsägenschüler auf seine Werke aufmerksam und bekamen prompt selbst Lust zur kreativen Arbeit mit der Motorsäge. Sie baten Knigge: „Mach doch mal Kurse darin.“ Der Erste fand 2008 statt. Längst hat Knigge ein Kleingewerbe für seine besondere Schnitzkunst angemeldet.

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Sein Werkstoff ist bei vielen Projekten unverrückbar. Knigge arbeitet seine Motive – besonders mag er Eulen – oft direkt in den Baum, in Stammenden, deren Wurzeln nach dem Fällen in der Erde verbleiben.

Von Vera Skamira

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