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Alte Kohlenkirche Am Georgschacht

Gefährlicher Abenteuerspielplatz

Das Dach ist nahezu an allen Stellen eingebrochen.

Das Dach ist nahezu an allen Stellen eingebrochen.

Stadthagen. In den vergangenen fünf Jahren hat sich der Zustand der ehemaligen Kohlenkirche nach Worten von Karl-Heinz Wittenberg von der Unteren Denkmalschutzbehörde des Landkreises „extrem verschlechtert“. Das Betreten der Kirche sei allein schon aus diesem Grund streng verboten.

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Reiz des Verbotenen

Aber auch weil es sich dabei um Privateigentum der Entsorgungsfirma Tönsmeier handelt, die das denkmalgeschützte, marode Bauwerk mit einem Bauzaun abgesichert hat. Zum einen macht sich jeder, der das Gelände betritt, des Einbruchs strafbar. Zum anderen kann ein Besuch in dem verfallenen Gebäude schnell lebensbedrohlich werden. Und genau dieser Reiz des Verbotenen und Gefährlichen macht es für Jugendliche zu einer Mutprobe.

In den vergangenen Jahren ist es immer mal wieder zu Einbrüchen auf dem Grundstück Am Georgschacht gekommen. Die neugierigen Besucher wollten sich offenbar selbst ein Bild von der verfallenen Industrieruine machen. In dem an die Kohlenkirche angrenzenden Gebäude sollen sich unter anderem noch Schreibtische voller Aktenordner und Papiere befinden. Auf einer Couch habe eine vergessene Puppe gelegen, berichtet ein Mädchen, das seinen Namen nicht verraten will. Selbst ein Bad mit Toilette sei dort noch relativ intakt.

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In den Decken klaffen teilweise Löcher

Einem anderen Jugendlichen ist nach eigenen Worten zwar bewusst, dass es illegal ist, sich dort umzuschauen. „Aber es ist aufregend“, gesteht er. Hinzu kommt für viele offenbar der Nervenkitzel: In den Decken klaffen teilweise Löcher. Die Gefahr abzustürzen, ist groß. Doch mancher Eindringling traut sich sogar bis in den unter Wasser stehenden Keller – auf der Suche nach dem ultimativen Adrenalinkick.

Unter den Jugendlichen kursiert zudem eine Gruselgeschichte, wonach in der verlassenen Ruine ein Obdachloser sein Unwesen treiben soll, der nachts schreit und unerwünschte Besucher mit einer Säge von seinem Grundstück verjage. Beweise für seine Existenz gibt es nicht. Tatsache ist aber, dass die mit Graffiti besprühten Wände von unerlaubten Besuchen im Gebäude zeugen.

Die ungebetenen Gäste kommen zumeist tagsüber. Denn das Risiko entdeckt zu werden, ist nicht sonderlich groß, weil das Areal verlassen und abgelegen ist. Zugang verschaffen sie sich offenbar über ein rückwärtiges Grundstück, wo sich der Zaun besonders leicht öffnen lässt.

Die Denkmalschutzbehörde warnt

Man kann wohl von Glück sagen, dass es bis jetzt noch nicht zu einem schlimmen Unglück in den fast vergessenen Bauwerken gekommen ist. Dass die industriegeschichtlich bedeutenden Gebäude dem Zerfall preisgegeben sind, mag traurig sein. Unerlaubte Besuche rechtfertigt es aber keinesfalls, betont auch Karl-Heinz Wittenberg von der Denkmalschutzbehörde und warnt: „Viele Teile des Daches sind bereits eingestürzt.“ Es sei nicht auszuschließen, dass weitere Elemente herabfallen.

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Auch Baumbewuchs könne dazu beitragen, dass Teile des Mauerwerks abgesprengt werden. Daher sei es in der Tat ein sehr gefährliches Unterfangen, sich über das Zutrittsverbot und die Eigentumsrechte des Besitzers hinwegzusetzen. So macht auch die Stadthäger Polizei auf SN-Anfrage unmissverständlich deutlich, dass jedes unerlaubte Betreten des Geländes Am Georgschacht strafrechtlich verfolgt werde. cp, tbh

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