Stadthagen

Hochwasser: Scheitert der Schutz?

Das Wehr im Krummen Bach ist oft verstopft.

Das Wehr im Krummen Bach ist oft verstopft.

Stadthagen. Es geht um drei Besitzer größerer Mengen Land zwischen Enzer Straße und der Straße Am Georgschacht. „Wir sind im ständigen Kontakt, aber die Verhandlungen laufen wahnsinnig zäh“, sagt Bürgermeister Oliver Theiß. Inzwischen prüft die Stadt Alternativen zum Kauf der Flächen wie Pachtverträge. Das Problem, so Theiß: Geht es an dieser Front nicht voran, lässt sich keines der Schutzkonzepte umsetzen.

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In der jüngsten Sitzung des Bauausschusses wurde hart darum gekämpft, welche der beiden Optionen der anderen überlegen sei. Mitglieder der Lokalen Agenda fühlten sich von der Ausschussvorsitzenden Ute Hartmann-Höhnke (SPD) untergebuttert, Stadtplaner Gerrit Schwalbach schimpfte gar in Agenda-Richtung: „Wenn Sie dieses Fass mit immer neuen Variablen füllen, dann werden wir scheitern, das verspreche ich Ihnen.“

Den Opfern des Krummen Baches entlang der Enzer Straße scheint die Frage, wie genau sie geschützt werden, derweil untergeordnet. Zwei Anwohner waren in den öffentlich tagenden Ausschuss gekommen. „Welcher Entwurf, das ist mir egal“, sagte einer. Beide Bürger berichteten von vollgelaufenen Kellern, vom ständig verstopften Wehr des Krummen Baches, von Versicherungen, die nach dem zweiten großen Schaden keine neuen Verträge mehr aufsetzen wollen, von sinkenden Grundstückspreisen und von den Jahrzehnten, in denen das nun schon so ist – und davon, dass die zeitlichen Abstände zwischen den Hochwassern kürzer werden.

Fördermöglichkeiten sollen geprüft werden

Das mit 1,8 Millionen Euro etwas günstigere Konzept der Verwaltung hat nach Darstellung von Stadtplaner Schwalbach das Okay zweier namhafter Schaumburger Ingenieurbüros. Es sieht zwei Ablaufbecken vor. Der gut 200.000 Euro teurere Agenda-Vorschlag plant dagegen einen Wall, der das Wasser zurückhält. Vorteil: Es muss wesentlich weniger Ackerland dafür gekauft werden. Aber: Es gibt noch keine Erhebung darüber, ob die Anwohner der Enzer Straße so etwas überhaupt vor dem Haus haben wollen.

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Der Ausschuss trennte sich nicht wie vorgesehen mit dem Beschluss für eine Variante des Hochwasserschutzes. Stattdessen sollen beide Möglichkeiten weiter verfolgt und gleichzeitig Fördermöglichkeiten geprüft werden.

Kernfrage bleibt: Kann die Stadt die Flächen kaufen? Der Bürgermeister zeigt sich zuversichtlich, noch in diesem Jahr eine Antwort zu bekommen. jcp

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