Wirtschaftsgespräche in Stadthagen

Junge kreative Menschen locken

Rund 110 Gäste in der ehemaligen Alcatel-Kantine informieren sich über Stadthagens neue Perspektiven als Wirtschaftsstandort.

Rund 110 Gäste in der ehemaligen Alcatel-Kantine informieren sich über Stadthagens neue Perspektiven als Wirtschaftsstandort.

Stadthagen. Am Ende waren es die in die Jahre gekommenen Eisenbahnwaggons auf den Abstellgleisen hinter dem Gewerbepark, die es Sven Rickes besonders angetan haben. „Als ich die gesehen habe, wusste ich: das machen wir“, erzählte der Geschäftsführer der Compa Logistik und Gewerbepark GmbH. Im Mai erwarb Rickes mit seiner Firma das Areal an der Gubener Straße. Am Mittwochabend war er auf ebendiesem Gelände Gastgeber der Stadthäger Wirtschaftsgespräche.

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„Wir haben uns bewusst dazu entschieden, uns hier auf einer Baustelle zu treffen“, sagte Wirtschaftsförderer Lars Masurek in einem Pressegespräch im Vorgang der Veranstaltung. „So können wir zeigen, was hier schon geschafft wurde.“ Diese Gelegenheit nutzte auch Rickes, der den anwesenden Unternehmern aus Stadthagen seine Pläne für das Gelände vorstellte und das Wirtschaftsgespräch als offiziellen Startschuss für sein Projekt wahrnahm. Ab sofort soll das Areal an der Gubener Straße als „Innovationspark Schaumburg“ firmieren.

Nichts überstülpen

Das Konzept: Die zum Teil im Verfall begriffenen Immobilien auf dem Gelände sollen junge, kreative Menschen in die Kreisstadt locken. „Das hat nicht nur vor 30 Jahren in New York funktioniert, das ist auch ein Konzept für den ländlichen Raum“, ist Rickes überzeugt. Dabei ist dem Unternehmer aus Kleve vor allem eines wichtig: „Wir wollen diesem Gelände nichts überstülpen, sondern das Vorhandene weiterentwickeln“. Bis zum Jahresende soll ein fertiges Konzept für das Areal vorliegen, das nach Vorstellung der Initiatoren unter anderem einen kleinen Beachclub sowie eine Kita umfasst.

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Stadthagen müsse sich entscheiden, erklärte Unternehmensberater Stefan Eisner, der auch für den Gesamtstrategie-Prozess verantwortlich ist: „Will die Stadt in Zukunft auf der Gewinner- oder Verliererseite stehen?“ Gestützt auf zahlreiche Studien, nach denen Kreative vor allem Kleinstädte wie Stadthagen schätzen und andere Kreative anziehen, könnten aus der Initiative positive Effekte für die gesamte Stadt und ihre Einwohner entstehen. Sven Rickes habe hier ein enormes Potenzial erkannt und sei daher ein echter Glücksfall.

Stadthagen erwacht

Das sieht Bürgermeister Oliver Theiß ähnlich. „Hier erwacht ein Teil Stadthagens aus dem Dornröschenschlaf“, freute sich Theiß. Insofern will die Stadt die von Rickes angestoßene Entwicklung auf dem Gewerbegelände unterstützen. Schließlich könne diese für die Entwicklung Stadthagens „ganz wichtig sein“, betonte Theiß. Rickes stimmte zu: „Hier kann sich etwas entwickeln, dass letztlich für Arbeitsplätze sorgt.“

Neben Gastgeber Sven Rickes nutzten zwei weitere Gäste die Wirtschaftsgespräche, um sich den Stadthäger Unternehmern vorzustellen. Darunter war einerseits Dieter Wagner, der mit seiner Frau vor einem Monat ein Wein- und Feinkostgeschäft in der Obernstraße eröffnet hat und sich dort sehr gut aufgenommen fühle. Auch Eike-Christian Bänsch fühlt sich in der Kreisstadt wohl. Ihn hat eine Immobilie auf dem Gelände der ehemaligen Brauerei nach Stadthagen gelockt. Hier, so die Vision des Unternehmers, kann seine Marketingagentur weiter wachsen.

Im Anschluss an die Unternehmensvorstellungen hatten die rund 110 Gäste noch Gelegenheit, sich mit anderen Unternehmern aus der Stadt auszutauschen sowie Kontakte zu knüpfen. lht

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