Stadthagen / Essstörungen

„Kinder hungern nicht ohne Grund“

Betreuungslehrerin Diana Reh und Biologielehrerin Sabine Kühn bedanken sich bei Sabine Timme für ihren Vortrag.

Betreuungslehrerin Diana Reh und Biologielehrerin Sabine Kühn bedanken sich bei Sabine Timme für ihren Vortrag.

Stadthagen (mak). Das Vortragsthema "Diäten, Schlankheitswahn und andere Essstörungen" war Anziehpunkt für interessierte Mitbürger als auch betroffene Eltern. Sabine Timme klärte zu Beginn über die unterschiedlichen Formen von Essstörungen auf. Magersucht, Ess-Brech-Sucht, Fettsucht oder latente Esssucht ("Binge-Eating-Disorder") treffe nicht nur junge Mädchen und Frauen, sondern auch immer mehr Jungen und Männer, erläuterte Timme.

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Der Begriff „Binge-Eating-Disorder“ umfasst unkontrollierte „Fressanfälle“, die Schuld, Schamgefühle und Depressionen auslösen können. Timme zufolge sucht diese Personengruppe häufig die Hilfe von „Abnehmprogrammen“ auf. Im Gegensatz zur Fettsucht würden diese Menschen auch oftmals unbewusst essen und könnten sich nicht an alle Mahlzeiten erinnern, wenn sie diese im Nachhinein notieren müssten, fügte Timme hinzu.

Das Gegenteil dazu ist die Magersucht, die heutzutage schon im Kindesalter auftreten kann. „Es ist schrecklich, wenn Kinder freiwillig hungern, aber wenn sie diesen Schritt gehen, steckt oftmals etwas dahinter“, erklärte Sabine Timme. Sei es der Einfluss der Mitschüler, die das Kind als „fett“ bezeichnen, oder dünne Models auf Plakaten. Für Eltern bedeute das, die Kontrolle über ihr Kind geschulten Medizinern zu überlassen. Eine ständige Kontrolle zu Hause führe zu unnötigem seelischen Ballast für die Eltern und für das Kind. „Auch wenn es schwer fällt, Chancen auf eine erfolgreiche Behandlung gibt es nur bei Medizinern“, so Timme. Aktuell lägen die Chancen, dass ein Aufenthalt im Krankenhaus hilfreich sein kann, bei mehr als 50 Prozent.

Wer den Verdacht hat, dass sein Kind eine Essstörung entwickeln könnte, sollte bestimmte „Regeln“ beachten, betonte Sabine Timme. Das Thema Essen sollte nicht in den Vordergrund des Familienlebens geraten, ebenso sollte das Kind weiterhin ohne vorschnelle Meinungsbildung normal behandelt werden.

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Betroffene Eltern haben die Möglichkeit, die Ess-Störungssprechstunde von Sozialpsychologin Sabine Timme im Frauentherapie- und Beratungszentrum „Amanda“ in Hannover zu besuchen. Die Sprechzeit ist dienstags zwischen 12 und 14 Uhr. Für Terminabsprachen außerhalb der Sprechzeiten ist das Therapiezentrum unter der Telefonnummer (05 11) 88 59 70 zu erreichen.

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