Stadthagen / Rutschunfall

Schwere Vorwürfe gegen Tropicana

Von Jan-Christoph Prüfer . Stadthagen. Und jetzt gibt es noch mehr Ärger. Alexandra Savnik aus Rinteln schimpft: "Ich finde es für solch ein Freizeitbad unverantwortlich, dass die Grünphase nicht umgestellt werden kann." Savniks sechsjährigem Sohn war ein erwachsener Mann "mit voller Wucht in den Rücken" gerutscht, wie sie den SN schreibt. "Sein unterer Rücken war knallrot."

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 Obendrein habe der Bademeister sich an diesem Tag gegenüber den Beteiligten arrogant verhalten und sich erst nach dem Befinden des Kindes erkundigt, nachdem er in „barschem Ton“ die Funktionsweise der Rutsche erklärt hatte. Savnik: „Selten habe ich so einen herablassenden Ton erlebt.“

 Von einem ähnlichen Vorfall weiß ein 49-jähriger Stadthäger zu berichten. Ein Kind krachte in seinen Rücken, nachdem er in der Rutsche steckengeblieben war. „Ich wollte mit meiner Tochter rutschen und konnte deshalb nicht so viel Schwung nehmen“, erklärt er. Kinder unter sieben Jahren dürfen nur in Begleitung eines Erwachsenen rutschen.

 Als Geschäftsführer der Wirtschaftsbetriebe Stadthagen kennt Helmut Kirchhöfer das Problem. Der einfache Teil seiner Gegendarstellung: „Arrogant und herablassend kenne ich meine Kollegen nicht.“ Savniks Fall käme ihm nicht bekannt vor.

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 Komplizierter liegen die Dinge bei den technischen Fragen. Kirchhöfer erklärt: Detektoren am Ende der Rutsche lassen die Ampelanlage auf Grün springen, wenn jemand „durch“ und im Wasser gelandet ist. Bleibt dieses Signal aus, springt die Anlage nach einer Zeit von selbst auf Grün – im Zweifelsfall auch, wenn noch jemand in der Rutsche steckt.

 Bis die Anlage ohne Signal von den Detektoren umschaltet, vergingen bis Oktober 33 Sekunden. Inzwischen hat das Tropicana-Team das Intervall auf 45 Sekunden erhöht. Wer es „richtig“ anfange, beende nach etwa der Hälfte der Zeit die Rutschpartie, sagt Kirchhöfer.

 Richtig heiße: im Liegen. Seit Herbst 2013 würden Badegäste darauf hingewiesen, nachdem der TÜV eine entsprechende Empfehlung gegeben hatte. Ansonsten sei die Rutsche in Ordnung. Zu diesem Urteil sei auch ein anderes TÜV-Gutachten gekommen, so Kirchhöfer. Die nächste Verhandlung im Fall der am Wirbel verletzten Frau sei für Frühjahr angesetzt.

 Technisch sei es derzeit nicht möglich, das Intervall auf mehr als 45 Sekunden zu setzen. „Außerdem würden sich dann endlos lange Schlangen bilden“, sagt Kirchhöfer. Aus personellen Gründen sei es zudem nicht möglich, ständig Mitarbeiter am Anfang und am Ende der Rutsche zu postieren, die darauf achten, dass es nicht zu Zusammenstößen kommt.

 „Die Rutsche ist ein Sportgerät, und beim Sport kann man sich auch mal verletzten“, sagt der Tropicana-Chef. „Wenn wir null Risiko wollen, müssen wir die Rutsche abschaffen.“

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