Faurecia

Stadt muss Ideen entwickeln

Nach wie vor warten die Stadthäger Mitarbeiter des Autositzherstellers Faurecia auf eine schriftliche Beschäftigungsgarantie.

Nach wie vor warten die Stadthäger Mitarbeiter des Autositzherstellers Faurecia auf eine schriftliche Beschäftigungsgarantie.

Bürgermeister Oliver Theiß (parteilos) hatte zuvor den niedersächsischen Wirtschaftsminister Bernd Althusmann (CDU) schriftlich um ein Gespräch in dieser Sache gebeten.

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Wie Theiß auf Anfrage mitteilt, soll es nach den Vorstellungen der Stadt bei dem Gespräch unter anderem darum gehen zu prüfen, ob kurzfristige Kompensationsleistungen seitens des Landes möglich wären. „Dabei wäre zum Beispiel an so etwas zu denken wie die Finanzierung der Stelle des Integrationsbeauftragten.“ Zudem solle aus Sicht der Stadt beraten werden, welche mittel- und langfristige Unterstützung der Wirtschaftsförderung durch das Land denkbar wären. „Natürlich kann Herr Althusmann nicht einfach Jobs aus dem Hut zaubern“, schränkt Theiß dabei freilich ein.

Farr-Gespräch mit Althusmann bei Messe

Landrat Jörg Farr (SPD) hat nach Auskunft von Kreispressesprecher Klaus Heimann während der Hannover-Messe ein Gespräch mit Althusmann über die Lage in der Kreisstadt geführt. Dabei habe der Minister grundsätzlich Bereitschaft zur Unterstützung signalisiert.

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Die Kontakte zur Landesregierung würden zwischen Stadt und Landkreis eng abgestimmt, betont Heimann. Der anvisierte Minister-Termin „muss allerdings gut vorbereitet sein“, so der Kreissprecher. Es sei deswegen nun Aufgabe der Stadtverwaltung, „Ideen und Konzeptansätze auf den Tisch zu legen, in welche Richtung die Entwicklung in Stadthagen gehen soll“. Nur dann werde das Land gegebenenfalls genau darauf abgestimmte Fördermittel bewilligen.

Unterdessen wartet der Betriebsrat von Faurecia immer noch auf eine schriftliche Bestätigung einer Beschäftigungsgarantie für die hiesige Belegschaft. Eine solche war wie berichtet seitens der Geschäftsführung auf der Mitarbeiterversammlung Ende April mündlich zugesichert worden.

Unter Berufung darauf hat Betriebsratschef Jürgen Bittner die Geschäftsführung am 2. Mai per E-Mail aufgefordert, eine schriftliche Beschäftigungsgarantie abzugeben. Der Betriebsrat habe den Entwurf einer Beschäftigungsvereinbarung gleich mitgeschickt. „In der Belegschaft herrscht große Unsicherheit“, begründet Bittner das Vorgehen: „Diese beruht auf der mehrfachen Erfahrung vergangener Jahre, als zunächst gemachte Zusagen von der Geschäftsleitung dann doch nicht eingehalten worden sind.“

Geschäftsführung zeigt sich zugeknöpft

Die Arbeitnehmervertretung habe „die klare Erwartung, dass die Geschäftsführung eine schriftliche Garantie abgibt“. Doch bislang habe es auf die E-Mail seitens der Geschäftsführung noch keine Reaktion gegeben, berichtet Bittner.

Zudem bereitet sich der Betriebsrat auf die im Juli anstehenden Verhandlungen über einen Interessenausgleich und einen Sozialplan vor. Die Arbeitnehmervertretung werde unter anderem folgende Kernziele verfolgen: So werde es um einen Nachteilsausgleich für die an den künftigen Standort in Hannover wechselnden Mitarbeiter gehen, die in Schaumburg wohnen bleiben. „Hier geht es zum Beispiel um Fahrtkosten und -zeit“, erläutert der Betriebsratsvorsitzende. Für diejenigen Beschäftigten, die sich entscheiden, den Standortwechsel nicht mitzumachen, „wollen wir sozialverträgliche Möglichkeiten, aus dem Unternehmen auszuscheiden, erreichen“, stellt der Betriebsratschef klar.

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Die Geschäftsleitung teilt auf Anfrage dazu lediglich mit: "Nach der Ankündigung des Baus eines neuen Forschungs- und Entwicklungszentrums im Großraum Hannover ist der weiterführende Austausch mit der Arbeitnehmervertretung und der Belegschaft angelaufen." Ein Unternehmenssprecher bittet weiter um "Verständnis dafür, dass dieser Austausch intern geführt wird". ssr

Hier geht es zu unserer Bildergeschichte zur Faurecia-Historie: http://admin-storytelling.madsack.de/von-rentrop-zu-faurecia

Wie viele Mitarbeiter sind es?

Zum Stadthäger Faurecia-Standort zählen aktuell rund 1060 Beschäftigte. Insgesamt 160 davon arbeiten allerdings in Kundenbüros in München, Böblingen und Wolfsburg. Diese sind vom Standortwechsel also nicht betroffen. Von den anderen 900 Mitarbeitern zählen circa 80 zum Produktionswerk, das in Stadthagen verbleiben soll. Die restlichen 820 Beschäftigten sollen nach Hannover wechseln. Dort sollen etwa 140 Kollegen aus Peine dazu kommen, sodass am neuen Standort in Hannover nach Bekunden der Geschäftsleitung insgesamt rund 1000 Mitarbeiter arbeiten werden.

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