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Freiwilligendienst

Stadthägerin in Indien: Den Blick fürs Wesentliche schärfen

Svenja Hitzemann hat sich für einen Freiwilligendienst in Indien entschieden - und lernt dort viel dazu.

Stadthagen/Indien. „Mein Dienst lässt mich nicht nur ein neues Land kennenlernen, sondern auch meine Heimat Deutschland in einem neuen Licht sehen“, berichtet die Abiturientin. Mit etwas Abstand scheinen Dinge, die sie vorher für selbstverständlich nahm, in einem ganz anderen Blickwinkel. Dabei geht es der jungen Frau auch um Umweltschutz und Nachhaltigkeit. „Wir zeigen in Deutschland mit dem Finger auf Länder wie Indien, wo sich der Plastikmüll teilweise am Straßenrand türmt. Aber dabei sind es die Firmen unserer Länder, die beispielsweise Plastikteller zum Wegwerfen günstiger gemacht haben als die vorher verbreiteten Bananenblätter“, kritisiert sie. Das Anregen solcher Gedanken sei ein wichtiger Teil des Freiwilligendienstes, den die Stadthägerin nach ihren insgesamt elf Monaten mit in die Heimat bringen will. Denn die Klimabewegung „Fridays for Future“ würde sie auch im fernen Indien erreichen.

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Umweltschutz, Nachhaltigkeit - und viele weitere Aufgaben

Der Freiwilligendienst findet im Rahmen des „Weltwärts“-Programmes statt. Die Aufgaben erstrecken sich nach Angaben Hitzemanns vom Vorbereiten und Durchführen von Präsentationen zu gesellschaftlichen Themen, über das Organisieren von politischen Bildungsprogrammen in Schulen, bis hin zum Erstellen der Einträge für die Internetseite sowie den sozialen Medien. Ein Großteil der Arbeit findet am Schreibtisch statt, jedoch seien sie und ihre Mitstreiter auch an Schulen oder in Kindergärten zu Besuch. Zweimal konnte sie in den neuen Monaten durch die Arbeit schon in andere Bundesstaaten reisen.

Das ist "Weltwärts"

„Weltwärts“ ist der größte internationale Freiwilligendienst für junge Menschen in Deutschland und einer der größten entwicklungspolitischen Jugendfreiwilligendienste weltweit, heißt es auf der Homepage des Programms. Rund 35.000 Menschen zwischen 18 und 24 Jahren haben mit „Weltwärts“ einen Freiwilligendienst in Afrika, Asien, Lateinamerika, Osteuropa oder Ozeanien absolviert. Ziel ist es, andere Kulturen und Sichtweisen kennenzulernen, eigene Denkmuster zu hinterfragen und zu einem global solidarischen Handeln befähigt zu werden.

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„Indien ist ein faszinierendes Land. Man kann es nicht so einfach beschreiben. Die regionalen Unterschiede sind groß und werden in den verschiedenen Landschaften, Sprachen, Traditionen, Religionen und vielem mehr deutlich“, zieht die junge Frau kurz vor Abschluss des Freiwilligendienstes Bilanz. „Hier in Nagpur, der Mitte des Landes, gibt es Einflüsse aus allen Richtungen. Durch die Begegnungen, die ich bis jetzt machen durfte, habe ich vielseitige Einblicke bekommen. Aber auch diese kratzen nur an der Oberfläche.“

Von Emma Rüther und Verena Gehring

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