Tropicana

Streit um Außengelände

Stadthagen. Das hat der Finanzausschuss des Rates mit den Stimmen der Ampel-Koalition bei Enthaltungen aus den Reihen von CDU und WIR empfohlen. Neben Vertretern dieser beiden Fraktionen äußerte auch Bürgermeister Oliver Theiß heftige Kritik an dem Vorstoß. Die Zustimmung des Rates kann dennoch als sicher gelten.

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Wie berichtet, will die Ampel-Mehrheit das seit Jahren brachliegende Außengelände inklusive früherer Eisbahn attraktiver gestalten. „In den kommenden zwei Jahren sollen zumindest erste Schritte eingeleitet werden, dazu soll das Geld dienen“, unterstrich Gruppensprecher Jan-Philipp Beck im Ausschuss. Vorstellbar seien unter anderem die Ausdehnung des Wohnmobil-Stellplatzes und die Einrichtung von Sport- und Freizeitangeboten auf dem Areal. Die Maßnahmen dürften freilich einem eventuellen späteren Außenschwimmen nicht entgegenstehen. Ute Hartmann-Höhnke (SPD) ergänzte, allein schon die Einrichtung eines Freiluftareals in Form einer attraktiven Liegewiese, in dem sich zum Beispiel bei entsprechendem Wetter Familien ohne Garten kostenlos aufhalten können, wäre ein lohnendes Ziel.

„Wir haben für 2019 an etlichen Stellen für die jeweils Betroffenen schmerzhafte Einschnitte in den Etat vorgenommen“, merkte Jürgen Burdorf (WIR) an. „Damit passt nicht zusammen, dass hier 100 000 Euro für die Außenflächen des Tropicana aufgewendet werden sollen.“ Zumal überhaupt noch nicht klar sei, wohin die Reise in Bezug auf ein mögliches Freibad gehen soll. Dem stimmte Marita Gericke (CDU) zu: „100 000 Euro sind viel Geld, das gibt der Haushalt derzeit einfach nicht her.“ Außerdem könne sie nicht erkennen, dass ein Freiluftareal am Tropicana überhaupt Sinn ergebe. Für Leute, die bei gutem Wetter Erholung an der frischen Luft suchen, seien im Vergleich dazu die Freibäder der Umgebung attraktiver.

"Falsches Signal"

Als „falsches Signal zum falschen Zeitpunkt“ bezeichnete Theiß den Vorstoß: „Er konterkariert unser Ziel einer konsequenten Haushaltskonsolidierung.“ Die SPD habe sich jüngst gegen weitere Verbesserungen im Inneren des Tropicana ausgesprochen, fuhr der Bürgermeister fort. Das könne man durch Aktivitäten im Außengelände nicht kompensieren. Beck widersprach, für eine Attraktivitätssteigerung des Tropicana sei die Aufwertung der Außenflächen jetzt zunächst wichtiger als weitere Investitionen im Inneren.

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Beck führte weiter aus, die knappe städtische Kasse dürfe nicht dazu führen, "dass diese Flächen am Tropicana weiter verkommen". Hier sei Handeln erforderlich. Dem pflichtete Bernd Englich (CDU) bei: "Die Flächen da verkrauten, das darf nicht so weitergehen." Die Enge im städtischen Etat dürfe nicht dazu führen, "dass wir so starr sind und gar nichts mehr machen", argumentierte Englich, der anders als seine Fraktionskollegen für den Ampel-Vorstoß stimmte. In diesem Sinne fügte Beck an Theiß gerichtet hinzu, man könne die Zukunft Stadthagens nicht gestalten, "wenn man die Zustände nur verwaltet". Dem widersprach Theiß: "Wir haben in den letzten Jahren viel gestaltet." Von Stefan Rothe

Kommentar

Kurz vor Weihnachten haut die Mehrheitsgruppe von SPD, Grünen und FDP noch ein dickes Geschenk für die Stadthäger raus – zumindest auf den ersten Blick. Denn das vermeintliche Präsent zahlen freilich am Ende die Bürger, und das mit immer härteren Einsparungen der Verwaltung und höheren Steuern. Infrastruktur, Veranstaltungen, Vereinsunterstützung: Überall ist in den vergangenen Monaten streng gespart worden. Zurecht, denn Stadthagen steht finanziell wahrlich schlecht da.
Und genau in so einer Zeit der Haushaltseinsparungen boxt die Ratsmehrheit ihren Vorstoß durch. Das passt überhaupt nicht ins Bild. Klar, Freibad und die Aufwertung des Tropicana-Areals kommen in der Bürgerschaft gut an. Aber um welchen Preis?
Zumal die Politiker überhaupt noch keinen Plan besagter Gestaltung haben. Es wäre klug gewesen, hätten die Ratsmitglieder bereits konkrete Maßnahmen benannt, die sie anstreben. So bleibt ein bitterer Beigeschmack eines falschen Weihnachtsgeschenkes für die Stadthäger und eines erneuten Affronts dem Bürgermeister gegenüber. Von Verena Gehring

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