Stadthagen / „Villen-Viertel“

Verwaltung stellt Änderungen vor

Das Fundament für die Tiefgarage ist auf dem umstrittenen Eckgrundstück im „Villen-Viertel“ bereits gegossen. 

Das Fundament für die Tiefgarage ist auf dem umstrittenen Eckgrundstück im „Villen-Viertel“ bereits gegossen. 

Stadthagen. Waren bei der ersten Bürgerinformation zum Bebauungsplan (B-Plan) Nummer 30 "Am Stadtgarten" noch etwa 100 Interessierte in den Ratssaal gekommen, war das Publikum am Montag mit elf Stadthägern eher überschaubar. Bauamtsleiter Gerd Hegemann stellte den Besuchern Punkt für Punkt die Änderungen vor (siehe Kasten). Ratsvorsitzender Gerhard Tüting (SPD) begrüßte die Änderungen der Verwaltung. "Das ist eine deutliche Verbesserung." Dennoch plädiere er für eine genauere Differenzierung des historischen Teils des Gebietes und dem Rest. Dieser Kern reicht seiner Ansicht nach von der Georg-Bartels-Straße bis zur Wilhelm-Bartels-Straße, der Bürgermeister-Ocker-Straße sowie der Brunnenstraße.

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Wenn es zu dieser Eingrenzung komme, dann dürften im neuen B-Plan auch keine Gebäudelängen mit bis zu 18 Metern erlaubt sein. Tüting: „Diese Größen decken sich nicht mit den historischen Gebäuden“, betonte er bei der Veranstaltung.

Tüting habe außerdem „ein großes Problem mit Tiefgaragen“ an dieser Stelle. Die Firma Lenz Bau hat bereits auf dem Eckgrundstück das Fundament für die unterirdischen Parkplätze gegossen. Tüting: „Die saugen bei ihren Arbeiten das ganze Grundwasser ab, so sehr gehen die in die Tiefe“, gab der Sozialdemokrat zu bedenken. Tiefgaragen könne es ruhig weiterhin geben, aber er habe schon einmal erlebt, dass im Anschluss an eine neu gebaute Tiefgarage zwei Brunnen in unmittelbarer Umgebung trocken waren.

Anwohner sehen Kleinod
Villen-Viertel zerstört

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Anwohnerin Margrit Tatusch stört sich ebenfalls an der Tiefgarage. „Ist berücksichtigt worden, dass durch dieses Fundament das Grundstück versiegelt wurde? Auf Beton wächst nichts Grünes mehr“, sagte die Stadthägerin. Hegemann antwortete, dass die versiegelte Fläche rechtlich einwandfrei sei. Tatusch gab noch einmal zu bedenken, dass Betonbauten das Kleinod Villen-Viertel zerstören würden. Denn diese Gebäude hätte man überall in Deutschland. So ein grünes Viertel sei begehrt bei den besser Situierten. Tatusch: „Die Reichen kommen auch nicht in Scharen nach Stadthagen. Bald gibt’s hier kein Krankenhaus mehr, es gibt kaum Kultur, kaum Anreize.“ Fällt dieses Kleinod noch weg, ziehen nach Einschätzung der Anwohnerin noch weniger gut Situierte in die Kreisstadt.

Bürgermeister Bernd Hellmann entgegnete: „Wir sind hier nicht in einer Wunschveranstaltung. Wir müssen uns nach geltendem Recht richten.“

Aus den Reihen der Anwohner kamen aber auch entgegengesetzte Bedenken. Ein Mann merkte an, dass ein „zu enges Korsett“ beim B-Plan Investoren abschrecken könnte, die die Sanierung alter Häuser dort ansonsten übernommen hätten. „Die Änderungen sind schon grenzwertig. Sie dürfen auf keinen Fall enger, sonst schmälert es den Wert des ‚Villen-Viertels‘“, sagte der Anwohner weiter.

Hellmann betonte zum Abschluss der Bürgerinformation: „Wir sind auf einem guten Weg für eine sachgerechte Lösung. Letztendlich entscheiden darüber die von Ihnen gewählten politischen Vertreter.“  vin

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