Zwangsversteigerungen

Weniger Häuser unterm Hammer

Auch die ehemalige Gärtnerei in Wendthagen soll zwangsversteigert werden.

Auch die ehemalige Gärtnerei in Wendthagen soll zwangsversteigert werden.

Stadthagen. Amtsgerichtsdirektorin Regina Benz teilt auf Anfrage mit, dass die Zahl seit einigen Jahren rückläufig ist. Waren es 2013 noch 61 Zwangsversteigerungen, seien es 2014 noch 56 gewesen. Noch ein weiteres Jahr später war das Amtsgericht für 47 Zwangsversteigerungen zuständig. 2016 seien es dann nur noch 37 gewesen. „Eine der Ursachen ist hier sicher der günstige Zinssatz“, meint Benz. Aber auch die Umschuldungsmöglichkeiten für Schuldner und eine geringere Arbeitslosenquote spielten in diese Entwicklung hinein.

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Offenbar genug zahlungskräftige Käufer

Auffällig sei auch, dass häufig bereits beim ersten Termin der Versteigerung das Mindestgebot abgegeben werde. Das sei in der Vergangenheit – also vor etwa vier oder fünf Jahren – erst im zweiten oder dritten Termin der Fall gewesen. Es gebe derzeit offenbar genug zahlungskräftige Käufer. Es komme außerdem vor, dass die Immobilien über dem Verkehrswert versteigert werden. Allerdings sei das nicht üblich. Den Verkehrswert bestimmt vorab ein unabhängiger Gutachter. Das Gutachten, das nähere Angaben über die Beschaffenheit des Grundstücks enthält, kann beim Vollstreckungsgericht kostenlos eingesehen werden.

In der Regel handelt es sich bei den Versteigerungen um Wohnhäuser, aber auch Gewerbeobjekte werden regelmäßig angeboten. Derzeit sei das gerade mit dem Netto-Markt in Lauenau der Fall, der im März zwangsversteigert wird (wir berichteten). Seien die Immobilien jedoch mit Erbbaurechten behaftet, sinke die Attraktivität für die Interessenten, erläutert Benz. Das sei beispielsweise momentan bei der alten Gärtnerei in Wendthagen der Fall.

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Problematisch wird eine Zwangsversteigerung, wenn der Schuldner das Haus nicht verlassen möchte und nicht auszieht. Die Person, die das Haus erstanden hat, muss den Vorbesitzer erst aus der Immobilie klagen. Somit kann das Verfahren in die Länge gezogen werden und dauern, bis der neue Hausbesitzer Zugriff auf die Immobilie hat.

Antragssteller sind meistens Gläubiger

Zu einer Zwangsversteigerung kommt es, wenn die Darlehensforderungen nicht erfüllt werden können. Bei den Antragstellern handelt es sich meistens um Gläubiger, also Banken oder Bausparkassen. Benz erläutert, dass es aber auch sogenannte Teilungsversteigerungen gibt. Sie werden durchgeführt, um eine Gemeinschaft an einem Grundstück zu beenden. Häufig liege ein Antrag eines Miteigentümers vor, etwa des Ehepartners, weil keine Einigung über die Verwertung des Grundstücks erzielt werden konnte. jemi

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