Stadthagen

Wenn jede Veränderung stört

Seit zehn Jahren gibt es die Autistische Ambulanz, heute an der Enzer Straße. Rund 70 Betroffene werden derzeit betreut.

Seit zehn Jahren gibt es die Autistische Ambulanz, heute an der Enzer Straße. Rund 70 Betroffene werden derzeit betreut.

Stadthagen. Autismus ist eine angeborene, unheilbare Störung der Wahrnehmung und der Informationsverarbeitung des Gehirns, die sich schon im frühen Kindesalter bemerkbar macht. Entsprechend groß ist auch die Altersspanne der Kinder und Jugendlichen, die in der Stadthäger Ambulanz an der Enzer Straße betreut werden. Ab einem Alter von etwa drei Jahren beginnt die Betreuung, die ältesten Teilnehmer sind rund 25 Jahre alt. Einrichtungsleiterin Christina Heinecke versucht, gemeinsam mit ihren Mitarbeitern, die Kinder so weit vorzubereiten, „dass sie mit möglichst wenig Schwierigkeiten durchs Leben kommen“.

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Rund 70 Kinder und Jugendliche mit Autismus betreut die Stadthäger Ambulanz derzeit. „Wir hatten gar nicht gedacht, dass es so viele gibt“, sagt Heinecke.

Die möglichen Ausprägungen von Autismus sind vielfältig, auch hinsichtlich der Stärke. Kinder, die von dieser Störung betroffen sind, können beispielsweise schon im Alter von etwa 1,5 Jahren Probleme haben, eine Bindung zu den Eltern aufzubauen. Körperliche Nähe, Blickkontakt – was Kinder in dieser Phase üblicherweise zeigen, bleibt im Falle von Autismus möglicherweise aus. Auch im Umgang mit anderen Kindern, zum Beispiel beim Spielen, haben Autisten häufig Probleme: Sie ignorieren ihre Mitspieler, können nicht auf sie eingehen. Überhaupt: Jede Veränderung bringt Betroffene aus dem Takt. „Alles hat seine Ordnung, und das darf nicht verändert werden“, sagt Heinecke.

Die Autismus-Ambulanz der PLSW versucht, Abhilfe zu schaffen. Die Kinder und Jugendlichen besuchen die Station ein bis zwei Mal pro Woche für eine Förderstunde, bei jüngeren Kindern besuchen Heinecke und ihre Mitarbeiter auch die entsprechenden Kindergärten. Mithilfe der PLSW-Therapeuten erlernen die Kinder, auf ihr Gegenüber einzugehen, auf nonverbale Kommunikation zu achten und auch ihre eigenen Gefühle richtig zum Ausdruck zu bringen. Dabei tauschen sich die Therapeuten regelmäßig mit Eltern, Erziehern und (später) auch Lehrern aus, um für die Kinder und Jugendlichen die bestmögliche Betreuung zu erreichen.

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Hinsichtlich der Erfolgsaussichten ist Heinecke zufrieden: „Die meisten Entwicklungen finde ich sehr positiv.“

In dieser Woche, mit dem Ende der Sommerferien, nimmt die Ambulanz ihren Betrieb wieder voll auf.

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