Tag der Zahngesundheit

Zahnärzte sollen Senioren in den Blick nehmen

Hans-Jürgen Henze entfernt Zahnstein bei einer bettlägerigen Patientin.

Landkreis. Der Schaumburger Zahnarzt Hans-Jürgen Henze möchte den Tag der Zahngesundheit nutzen, um auf die Probleme in diesem Bereich hinzuweisen.

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Denn die sogenannte Mundgesundheit ist bei alten und pflegebedürftigen Menschen schlechter als im Bevölkerungsdurchschnitt, weil die Vorsorge vernachlässigt wird. Neue präventive Leistungen sollen die Mundgesundheit in den beiden Gruppen verbessern.

Henze ist Referent für Alterszahnmedizin in Schaumburg und betreut selbst Senioren in drei Pflegeheimen. Dazu hat er jeweils Kooperationsverträge mit den Einrichtungen geschlossen. Im gesamten Landkreis gibt es Henze zufolge allerdings nur eine Handvoll solcher Verträge – und das bei 50 Pflegeeinrichtungen in Schaumburg mit Platz für 2500 Menschen. Bundesweit liegt der Anteil der Kooperationsverträge bei 27 Prozent (3700 Verträge verteilt auf 13000 Einrichtungen). „Damit liegen wir weit unterm Bundesdurchschnitt, das ist beklagenswert“, sagt Henze.

Er erhofft sich eine Verbesserung der Situation durch das im Januar 2019 in Kraft tretende Pflegepersonalstärkungsgesetz. 2013 hat der Gesetzgeber die Möglichkeit dieser Verträge im Rahmen des Pflege-Neuausrichtungs-Gesetzes (PNG) geschaffen, allerdings auf freiwilliger Basis. Jetzt soll es verpflichtend werden. Ein niedergelassener Zahnarzt soll also mit einer oder mehreren Pflegeeinrichtungen Verträge abschließen, nach denen er zweimal im Jahr die Patienten vor Ort untersucht. Entweder er führt die Behandlung auch darüber hinaus durch oder leitet den Fall an den Hauszahnarzt des Betroffenen weiter.

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Warum solche Kooperationen nötig sind, erklärt Henze: „Pflegebedürftige sind häufig nicht mehr in der Lage, an die Vorsorgeuntersuchungen beim Zahnarzt zu denken. Zunehmende Einschränkungen der Mobilität, Krankheit und Demenz können die Gründe hierfür sein. Sie kommen dann erst zum Zahnarzt, wenn sie schon Schmerzen haben.“ Im schlimmsten Fall müsse dann eine neue Prothese angefertigt werden. Sich an den neuen Zahnersatz zu gewöhnen, falle jedoch vielen Älteren schwer. Durch die Kooperationen könne wieder Routine in die Vorsorge gebracht werden.

Henze hofft, dass durch das angepasste Gesetz die Zahl der Verträge im Landkreis schnell steigen wird. Auch wenn in den Ausführungsbestimmungen nicht geregelt sei, welche Konsequenzen es für Zahnärzte gebe, die kein Interesse an einer solchen Zusammenarbeit haben. Denn natürlich bringe es die Abläufe einer Praxis durcheinander. Aktuell praktizierten in Schaumburg 120 Zahnärzte. col

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