Newsletter „SN Inside“

Wie der Sturm auf den Bundestag verhindert werden konnte

Liebe Leserinnen und Leser,

diese Nachricht hat einmal mehr schockiert: Nach einer Großrazzia gegen eine „Reichsbürger“-Gruppierung wegen mutmaßlicher Umsturzpläne rechnen deutsche Sicherheitsbehörden damit, dass mit weiteren Durchsuchungen gegen die Szene und Tatverdächtige vorgegangen wird. Auch im benachbarten Minden-Lübbecke wurde jemand vorläufig festgenommen. Bilder aus den USA fallen mir dazu ein, der Sturm aufs Kapitol am 6. Januar 2021. Ich erinnere mich noch gut an die Aufnahmen aus Washington. Polizisten, die eingekesselt wurden und um ihr Leben gebangt haben.

Und jetzt? Scheinbar ist die Gefahr der „Reichsbürger“ in Deutschland aktueller denn je. Die Beamten gingen am Mittwoch gegen eine mutmaßlich terroristische Vereinigung vor, die auch einen bewaffneten Angriff auf den Bundestag geplant haben soll. Am Mittwoch waren in elf Bundesländern sowie in Italien und Österreich insgesamt 25 Menschen festgenommen worden. Rund 3000 Beamte waren bei den Zugriffen im Einsatz. 22 Tatverdächtigen wirft die Bundesanwaltschaft in Karlsruhe vor, Mitglied einer terroristischen Vereinigung zu sein, die das derzeitige politische System in Deutschland stürzen wollte. 19 der Beschuldigten sitzen bereits in Untersuchungshaft. Die Gruppe soll aus einem Netzwerk aus sogenannten Reichsbürgern und Verschwörungstheoretikern bestehen. Auch bei der Frau aus Petershagen besteht nach ersten Einschätzungen der Polizei dringender Tatverdacht.

Kern des Ganzen sollen Bundeswehrsoldaten und Polizisten sein. Es ist nicht das erste Mal, dass Vertreter dieser Berufsgruppen negativ auffallen und für die Gesellschaft giftiges Gedankengut in sich tragen. Es bleibt zu hoffen, dass die Behörden stichhaltige Beweise sammeln können. Immerhin: Der erste Schlag ist offensichtlich geglückt.

Nahezu gleichzeitig sorgt in dieser Woche eine andere Tat für schreckliche Schlagzeilen. Zwei Schülerinnen gehen in der Nähe von Ulm zur Schule. Eine wird dort nicht ankommen. Ein Mann sticht sie - auf unerklärlichen Gründen - nieder. Die 14-Jährige stirbt wenig später. Ihre Freundin überlebt. Der Eritreer sei immer unauffällig gewesen, heißt es. Immer wieder diskutieren wir bei Taten mit Beteiligten mit Migrationshintergrund darüber, ob wir die Nationalität nennen. Generell haben wir den moralischen Kompass, dass wir Nationalitäten, die zum Verständnis der Tat nichts beitragen, nicht nennen. Allerdings war der mutmaßliche Täter nach dem Angriff in eine Asylunterkunft geflohen. Aufgrund des Zeugenaufrufes eine Nachricht, die wir als Medium nennen müssen.

Um das Schicksal einzelner Personen geht es auch bei unserer SN-Weihnachtshilfe. Bereits drei tragische Fälle haben wir in den SN dargestellt. Alles in der Hoffnung, dass Schaumburger an die Initiative spenden. Der Sozialverein übernimmt die Verteilung. Alles, was gespendet wird, kommt eins zu eins den Betroffenen zugute. In diesem Sinne hoffen wir, vor allem aber der Kollege Dr. Stefan Rothe, der seit Jahren mit Herzblut die Weihnachtshilfe vorantreibt, dass wieder zahlreiche Schaumburger für bedürftige Schaumburger spenden.

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