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Wohin mit dem Haustier?

Kater „Dicker“ (unten) genießt das Verwöhnprogramm von Christine Poll. Katze „Jette“ beobachtet alles aus sicherer Entfernung.

Kater „Dicker“ (unten) genießt das Verwöhnprogramm von Christine Poll. Katze „Jette“ beobachtet alles aus sicherer Entfernung.

Von Martina Koch

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Auf die temporäre Versorgung von schnurrenden Fellnasen hat sich die Stadthägerin Christine Poll spezialisiert. Seit 1996 leitet die Selbstständige in ihren Räumlichkeiten in der Enzer Straße eine Katzenpension.
Zwischen 20 und 25 Pensionsgäste kann Poll zeitgleich aufnehmen. "In den Ferien sind diese Plätze immer schnell vergriffen", sagt Poll. Haben Katzen Probleme mit so vielen Artgenossen, können sie übrigens auch einzeln oder zu zweit mit ihrem Katzenkumpel untergebracht werden.
Ist eine Katze zum ersten Mal in der Pension, kümmert sich Poll bei Bedarf mit einer Extra-Portion Schmuseeinheiten um den Neuzugang, um die Eingewöhnung zu erleichtern. "Katzen brauchen in dieser Zeit eine Bezugsperson, am besten ist es, wenn diese den Katzen jedoch nicht fremd ist", sagt Tierpsychologin Gabriela Badziong aus Heeßen. Ist es nicht möglich, das Tier während des Urlaubs beispielsweise bei Bekannten unterzubringen, empfiehlt aber auch die Psychologin die Tierpension.
Zur Vorbereitung auf den längeren Aufenthalt außerhalb des bekannten Reviers rät Badziong dazu, das Tier im Vorfeld zur Pension zur bringen, um es schon mal schnuppern zu lassen. "Auf diese Weise kann der Stresspegel des Tieres enorm reduziert werden, da es die Umgebung vorher kennenlernen darf", erklärt Badziong.
Spielzeuge, Futter und Toiletten stellt Poll ihren felligen Gästen zur Verfügung. "Muss die Katze Medikamente nehmen, müssen die Besitzer diese jedoch für den entsprechenden Urlaubszeitraum bereitstellen", betont Poll.
Seit der Gründung des Tierheims Steinhuder Meer im vergangenen Jahr läuft auch dort der Pensionsbetrieb parallel nebenher. Auch hier ist die Aufnahmekapazität begrenzt, denn: Wenn das Tierheim seine Pensionsplätze vergibt, müssen die Mitarbeiter stets darauf achten, wie viele Tiere aktuell im Tierheim leben. "Zusätzlich muss immer eine gewisse Kapazität für Fundtiere offen gelassen werden", ergänzt Geschäftsführer Horst Rode. Ausgenommen von der Betreuung sind exotische Tiere wie Aras, Schildkröten oder Leguane.
Die Katzen werden im Tierheim Steinhude nicht nur von den Mitarbeitern, sondern auch von den sogenannten Katzenkuschlerinnen umsorgt. So sehen die Tiere trotz der fremden Umgebung regelmäßig die gleichen Personen und können sich nach und nach entspannen. Außerdem tauschen sich die Katzenfreunde regelmäßig mit den Mitarbeitern des Tierheims aus, sodass sie immer über den aktuellen Zustand der Tiere informiert sind.
Auch das Tierheim Bückeburg nimmt Hunde in begrenzter Anzahl in Pension. Je nach Verträglichkeit können die Pensionshunde gemeinsam mit den Tierheimhunden im Außenbereich über die Wiese tollen oder Einzelauslauf bekommen. Nachmittags kümmern sich erfahrene Gassigeher mit ausgedehnten Spaziergängen um die Vierbeiner. Für den Fall einer geplanten Unterbringung bittet das Tierheim Interessenten um ein Vorgespräch, in dem Eigenheiten, eventuelle Krankheiten oder Besonderheiten des Hundes besprochen werden.
Voraussetzung für die Aufnahme in eine Tierpension ist die Vorlage eines gültigen Impfpasses.

Die Katzenflüsterinnen

Kerstin Paulmann aus Neustadt ist eine Katzenkuschlerin. So werden die Frauen genannt, die regelmäßig ehrenamtlich in ihrer Freizeit das Tierheim am Steinhuder Meer aufsuchen, um sich mit den dort lebenden Katzen zu beschäftigen.
Vor zwei Jahren stieß die Katzenliebhaberin auf der Internetseite des Tierheims auf einen Bericht über "Animal Hoarding". Zu diesem Zeitpunkt musste das Tierheim eine große Anzahl verstörter Katzen aufnehmen, die von einem vermeintlichen Tierliebhaber nicht mehr artgerecht versorgt wurden. "Daraufhin habe ich mich dort gemeldet und meine Hilfe angeboten", sagt Paulmann, die selbst Halterin von fünf Katzen ist.
Sie war nach eigenen Angaben sehr gespannt auf die erste Begegnung mit den Tieren, da sie solche Fälle vorher nie kannte. "Die Tiere waren zwar traumatisiert, aber dennoch sehr zutraulich", erinnert sich Paulmann. Während des ersten Besuchs setzte sie sich lediglich auf ein Sofa, das in dem Auffangraum für die Katzen untergebracht war. Sie wartete darauf, dass sich die schüchternen Tiere von selbst näherten. "Zu diesem Zeitpunkt besuchte ich die Katzen vier bis fünf Mal pro Woche, jeweils für zwei Stunden", sagt die Katzenliebhaberin. Heute gehe sie drei Mal pro Woche zum Tierheim: "Ich habe ja auch noch meine eigenen Katzen, die umsorgt werden wollen." mak

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Ferienzeit ist „Aussetzzeit“

Allein in Deutschland werden jedes Jahr eine halbe Million Haustiere ausgesetzt, wie das Deutsche Tierschutzbüro schreibt. Die meisten dieser Tiere müssen dies pünktlich zu den großen Sommerferien über sich ergehen lassen. Was viele dabei nicht wissen: Nach Paragraf 18 des Tierschutzgesetzes kann das Aussetzen oder Zurücklassen eines Haustieres mit Haft oder einer Geldbuße von bis zu 25 000 Euro geahndet werden.
Zusätzlich werden schätzungsweise 70 Prozent der an Tierheime abgegebenen Tiere nach Angaben des Tierschutzbüros mit der Begründung "finanzielle Not" den Tierschützern überlassen. Angesichts stetig steigender Zugänge bei gleichzeitig sinkenden Einnahmen sehen sich viele der etwa 750 Tierheime in einem Teufelskreis. mak

Pension, Tierheime, Tierpsychologie

  • Katzenpension Stadthagen, Inhaberin Christine Poll, Enzer Straße 153, 31655 Stadthagen. Telefon (0 57 21) 92 25 07, Mobiltelefon (01 72) 1 53 13 96, E-Mail c-poll@katzenpension-stadthagen.de, Internet www.katzenpension-stadthagen.de, Facebook "Katzenpension Stadthagen". Kundenzeiten: Montags bis freitags 9 bis 11 und 17 bis 19 Uhr, sonnabends 9 bis 11 Uhr.
  • Tierheim Steinhuder Meer, Geschäftsführer Horst Rode, Stiefelholz 1a, 31515 Wunstorf/Klein Heidorn. Telefon (0 50 31) 6 85 55, E-Mail info@tierheim-wunstorf.de, Internet www.tierheim-wunstorf.de. Öffnungszeiten: Montags bis freitags 10 bis 12 und 16 bis 18 Uhr, sonnabends und sonntags 10 bis 12 Uhr.
  • Tierschutzverein Bückeburg, Rinteln und Umgebung, Monika Hachmeister, Hasengarten 6, 31675 Bückeburg. Telefon (0 57 22) 52 20, Telefax (0 57 22) 89 22 16, E-Mail tierheimbueckeburg@web.de, Internet www.tierheimbueckeburg.de. Öffnungszeiten: Montags bis donnerstags und sonnabends 15 bis 17 sowie sonntags von 11 bis 13 Uhr. Das Bringen und Abholen von Pensionstieren ist immer während der Öffnungszeiten des Bückeburger Tierheimes und zusätzlich an jedem Freitag von 9 bis 13 Uhr möglich.
  • Tierpsychologie Gabriela Badziong, Im Wiesengrund 18, 31707 Heeßen. Telefon (0 57 22) 2 85 20 34, E-Mail info@die-tierpsychologin.com. r

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