Erwartete Strafe niedriger als befürchtet

Anti-Kriegs-Protests im TV: Neues Verfahren gegen Owssjannikowa eröffnet

Der Screenshot aus der abendlichen Hauptnachrichtensendung des russischen Staatsfernsehen zeigt die Protestaktion von Marina Owssjannikowa. Während der Live-Übertragung am Montag 14.03.2022 um 21.00 Uhr Moskauer Zeit (19.00 Uhr MEZ) sprang Ovsyannikova plötzlich hinter Nachrichtensprecherin Jekaterina Andrejewa ins Bild und hielt ein Schild mit der Aufschrift «Stoppt den Krieg. Glaubt der Propaganda nicht. Hier werdet ihr belogen» hoch. Nun wurde der zweite Prozess gegen die Journalistin eröffnet.

Der Screenshot aus der abendlichen Hauptnachrichtensendung des russischen Staatsfernsehen zeigt die Protestaktion von Marina Owssjannikowa. Während der Live-Übertragung am Montag 14.03.2022 um 21.00 Uhr Moskauer Zeit (19.00 Uhr MEZ) sprang Ovsyannikova plötzlich hinter Nachrichtensprecherin Jekaterina Andrejewa ins Bild und hielt ein Schild mit der Aufschrift «Stoppt den Krieg. Glaubt der Propaganda nicht. Hier werdet ihr belogen» hoch. Nun wurde der zweite Prozess gegen die Journalistin eröffnet.

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Wegen ihres aufsehenerregenden Protests live im Staatsfernsehen gegen Russlands Krieg in der Ukraine ist ein neues Verfahren gegen die ehemalige TV-Redakteurin Marina Owssjannikowa eröffnet worden. Der 44-Jährigen drohen bis zu 50 000 Rubel (rund 465 Euro) Geldstrafe nach einem neuen Mediengesetz, wie die Agentur Interfax am Freitag unter Berufung auf das zuständige Gericht in Moskau meldete. Das Gesetz sieht für angebliche Falschinformationen über Russlands Streitkräfte maximal 15 Jahren Lagerhaft vor. Befürchtet worden war deshalb zunächst, dass Owssjannikowa eine deutlich härtere Strafe drohen könnte.

„Stoppt den Krieg. Glaubt der Propaganda nicht. Hier werdet ihr belogen.“

Owssjannikowa werden „öffentliche Handlungen zur Diskreditierung des Einsatzes der Streitkräfte der Russischen Föderation“ vorgeworfen, der dem Schutz der Interessen der Russischen Föderation und ihrer Bürger sowie der Wahrung des Weltfriedens und der internationalen Sicherheit diene.

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Die frühere Mitarbeiterin des Ersten Kanals hatte vor knapp zwei Wochen hinter der Nachrichtensprecherin ein Plakat in die Kamera gehalten. Darauf stand: „Stoppt den Krieg. Glaubt der Propaganda nicht. Hier werdet ihr belogen.“ In Russland ist es Medien offiziell verboten, von „Krieg“, „Invasion“ oder „Einmarsch“ im Nachbarland Ukraine zu sprechen. Der Kreml gibt als Sprachregelung den Begriff „militärische Spezialoperation“ vor.

RND/dpa

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